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Dortmunder U

Museum Ostwall

Ausstellungsarchiv Museum Ostwall 2016

12. Februar bis 12. Juni 2016

MO Schaufenster #15: Andreas Langfeld: Status

Der Pass ist der edelste Teil von einem Menschen. Er kommt auch nicht auf so eine einfache Weise zustande wie ein Mensch. Ein Mensch kann überall zustande kommen, auf die leichtsinnigste Art und ohne gescheiten Grund, aber ein Pass niemals. Dafür wird er auch anerkannt, wenn er gut ist, während ein Mensch noch so gut sein kann und doch nicht anerkannt wird.
Dieses Zitat aus Bertold Brechts "Flüchtlingsgesprächen" (1961) gilt Langfeld als Fußnote zu seinen insgesamt 335 Fotografien aus dem Jahr 2013.

Sie fragen danach, welchen rechtlichen Status Menschen haben müssen, um als Menschen anerkannt zu werden, und sie richten einen kritischen Blick darauf, ob und wie ein Leben in Würde möglich ist, wenn ein sicherer rechtlicher Status fehlt.

„Status" zeigt Menschen, die keinen deutschen Pass besitzen: Geflüchtete im Kirchenasyl, Aktivistinnen und Aktivisten des „refugee strike“ in Berlin und Hamburg, Roma, die im Status der Duldung in Duisburg leben und jederzeit abgeschoben werden können.

Langfeld begleitet die Menschen durch ihren Alltag und gibt damit denjenigen, über die im aktuellen politischen Diskurs oft nur in Zahlen gesprochen wird, ein Gesicht.

21. Mai bis 28. August 2016

Dieter Roth: Schöne Scheiße. Dilettantische Meisterwerke

Wenngleich Dieter Roth es liebte, den Kunstbetrieb zu provozieren, ist der Ausstellungstitel durchaus wörtlich zu verstehen: Roth, der das eigene Oeuvre und seine künstlerische Herangehensweise vielfach mit Verdauungsmetaphern beschrieb, vereint in seinen Werken die vermeintlichen Gegensätze Schönheit und Abfall, Dilettantismus und künstlerische Meisterschaft.

Anlass der Ausstellung ist die Übergabe von über 200 Werken Dieter Roths aus der Sammlung Spankus als Dauerleihgabe an das Museum Ostwall.

Die Sammlung des MO umfasst zahlreiche Werke des Fluxus und angrenzender Kunstformen, die in den 1960er und 1970er Jahren das tradierte Verständnis künstlerischer Autorschaft radikal infrage stellten.

Die Ausstellung richtet daher den Blick auf Dieter Roth als Autor, denn kaum ein anderer Künstler hat den eigenen Alltag so eng mit seinem künstlerischen Œuvre verwoben und solch vielfältige Strategien erprobt, das Verhältnis zwischen Künstler-Ich und Welt zu reflektieren: Von Werken, die explizit Biographisches bearbeiten und am Ende doch keine gültigen Aussagen über die Person Dieter Roth zu treffen vermögen, über die sogenannten „Scheisse-Bücher“, die Roth formal in den Kanon klassischer Dichtung einzureihen sucht und gleichzeitig inhaltlich mit Banalem und Obszönem füllt, bis hin zu den zufallsgeprägten „Schimmelbildern“, aus denen der Wunsch spricht, sich als Künstler von jeglicher ästhetischer Verantwortung zu befreien – in all diesen Arbeiten begegnet uns ein Suchender. So wird gerade das permanente Scheitern am „Meisterwerk“, die Zurschaustellung des Unperfekten, Unzulänglichen, Unkompletten, zur „meisterhaften“ Reflexion über das Kunstschaffen.

23. Juni bis 30. Oktober 2016

Schaufenster #16: Georg Meissner: Morpha

Georg Meissners raumgreifende Installationen bestehen aus Zeichnungen, teilweise mechanisch oder organisch anmutenden Holzobjekten und Fragmenten von undefinierbaren Gegenständen.

In den skurril anmutenden Landschaften breiten sich Materialien wie Pappe, Papier, Gummi, Holz und Textilien vom Boden über die Wand aus. Umrisszeichnungen, filigrane Linien, die an kartographische Vermessungen erinnern, und eine fahle, natürliche Tonigkeit schaffen Verbindungen zwischen den Objekten und Materialien. Die Grenzen zwischen den verschiedenen Medien verschwimmen.

Georg Meissners Arbeiten stellen ein schier unendliches Angebot an die Fantasie des Betrachters dar. Seine Gebilde vermitteln Assoziationen des Unfertigen, ständig Wachsenden und gleichwohl des Kreatürlichen. Der Eindruck der Arbeiten schwankt zwischen einer archaisch anmutenden Welt aus längst vergangener Zeit und zugleich einer nachzivilisatorischen Szenerie der Zukunft.

19. November 2016 – 12. März 2017

Schaufenster #17: MO Kunstpreis für Albert Mayr

Am 18. November 2016 wurde dem Künstler Albert Mayr der MO Kunstpreis 2016 verliehen, mit dem die Freunde des Museums Ostwall einmal jährlich Künstler/innen auszeichnen deren Werk in der Tradition von Dada und Fluxus steht.

Mayr verwendet alltägliche Materialien, Musikinstrumente oder technische Geräte, die sowohl in seinen Performances als auch in seinen Objekten zum Einsatz kommen.

Die Ausstellung spiegelt seine Auseinandersetzung mit Sound und knüpft an Klangkunstarbeiten der Fluxus-Sammlung des MO an. Bereits in den 1960er Jahren integrierten die Fluxus-Künstler/innen Alltagsgegenstände in ihre Kunst und bedienten sich des Zufalls als Methode – Ansätze, die sich auch im Werk Albert Mayrs wiederfinden.

Seine Tropfenstudien erforschen z.B. die Klangqualität von Abfallmaterialien: Infusionsschläuche regulieren die unterschiedlichen Tropfgeschwindigkeiten des Wassers, das auf seinem Weg nach unten auf Plastikbecher, Flaschen oder Metallfolien trommelt und so synkopische Rhythmen erzeugt.

10. Dezember 2016 - 23. April 2017

"Ich bin eine Kämpferin." Frauenbilder der Niki de Saint Phalle - Ebene 6

Unter dem Titel „Ich bin eine Kämpferin“ widmet sich die Ausstellung im Museum Ostwall im Dortmunder U den verschiedenen Frauenbildern der international bekannten Künstlerin Niki de Saint Phalle (1930-2002).
Einem breiten Publikum wurde die franko-amerikanische Künstlerin in den 1960er Jahren durch ihre bunten Nanafiguren bekannt.

Die Präsentation in Dortmund wirft nun einen fokussierten Blick auf die Künstlerin: Über 100 Werke Niki de Saint Phalles zeigen ihren künstlerischen Weg von den frühen Familienbildern über die Assemblagen und Schießbilder (Tirs) bis hin zu den sogenannten Nanas – in enger Beziehung zu ihrer Biografie.

In ihren frühen Assemblagen und Schießbildern beschäftigte sich die Künstlerin kämpferisch mit den politischen Konflikten und den tradierten Rollenbildern ihrer Zeit, erweitert um den künstlerischen Blick auf die Frau in der Gesellschaft.

Die Ausstellung veranschaulicht die Auseinandersetzung der Künstlerin mit dem Thema „Frau“, die Niki de Saint Phalle in verschiedenen Rollen darstellt: als Göttin, als Braut, als Gebärende, als verschlingende Mutter, als selbstbewusste, fröhliche und erotische Nana, aber auch als alternde Frau.

Die Kunst der Niki de Saint Phalle ist rebellisch, wild, sanft, liebevoll, feministisch. Mit ihr eroberte sie sich ihren Platz in der Männerwelt der Kunst.

Zum ersten Mal werden ihre Werke nun in Dortmund gezeigt.

Die Ausstellung findet statt in Kooperation mit dem Sprengel Museum Hannover und der Niki Charitable Art Foundation sowie anderen nationalen und internationalen Leihgebern.

Das Kuratorenteam der Ausstellung: Gastkurator Prof. Dr. Ulrich Krempel, Regina Selter (stellv. Direktorin Museum Ostwall im Dortmunder U und kommissarische Leitung) und Karoline Sieg (wissenschaftliche Volontärin Museum Ostwall).

Die Ausstellung wird freundlicherweise gefördert durch die Sparkasse Dortmund und die Freunde des Museums Ostwall e.V.

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreiche Publikation mit Beiträgen von Ulrich Krempel, Regina Selter, Karoline Sieg und Naja Rasmussen (Arken Museum for Moderne Kunst).

Ausstellungsarchiv Museum Ostwall 2015

07.09.2013 - 15.03.2015

anybody can have an idea

Die Dauerausstellung des Museums Ostwall wird regelmäßig neu gestaltet, so dass sich immer wieder neue Verbindungen zwischen Altbekanntem, Neuankäufen, Dauerleihgaben und Werken aus den Depots entdecken lassen. – Nur Mut, „anybody can have an idea!“ (Ben Vautier)

Insbesondere im Bereich des Fluxus ist viel Neues zu entdecken: Ankäufe aus der Sammlung Feelisch und Dauerleihgaben aus der Sammlung Braun/Lieff ermöglichen es, diesen Schwerpunkt zu vertiefen. Fluxus und die Kunst der 1960er Jahre verbanden Kunst und Leben und machten Zuschauer zu Akteuren: So entstanden z.B. ein „Schallplattenschaschlik“ von Nam June Paik, mit dem das Publikum Musik erzeugte, oder die Happenings Allan Kaprows, die alltägliche Handlungen erforschten. Takako Saitos „Music Book“ ist ein Buch zum Anhören statt zum Lesen – allerdings in ganz anderem Sinne, als wir es heutzutage von Hörbüchern gewohnt sind ... Das „Three Chair Event“ George Brechts von 1961 lädt die Besucherinnen und Besucher dazu ein, selbst zu „fluxen“: Jeder kann auf seine Weise Brechts Handlungsanweisung mit drei verschiedenen Stühlen in der Ausstellung umsetzen. Wichtige Dokumente vergangener Aktionen sind hingegen neue Fotografien von Wolf Vostell: Sie zeigen das „Mobile Museum Vostell“, das der Künstler 1981 in einem Güterzug im Dortmunder Hauptbahnhof einrichtete und ergänzen die von dort stammende Rauminstallation „Die Tänze“. Des Weiteren sind Happening-Partituren, Spiele und Fluxus-Publikationen ebenso zu sehen wie Multiples aus dem VICE-Versand des Verlegers und Sammlers Wolfgang Feelisch.

Über den Fluxus-Schwerpunkt hinaus schlägt das MO einen Bogen vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Ein besonderes Highlight ist die „Studie zum Zoologischen (Garten) I“, eine Neuerwerbung, die eine frühe Skizze zum Meisterwerk „Großer zoologischer Garten“ zeigt, das seit vielen Jahren im Museum Ostwall beheimatet ist. Die Aufbruchsstimmung der Zero-Bewegung nach dem zweiten Weltkrieg verkörpert Otto Pienes „Einzelner weißer Lichtgeist“, der von einem jüngeren Feuerbild des Künstlers ergänzt wird.

Ein neues Interview mit dem Konkreten Poeten Franz Mon, das in der DVD-Reihe „Über Kunst sprechen“ erscheint, ist Anlass, einige seiner Werke im Grafik-Kabinett zu zeigen. Bernd und Hilla Bechers Fotografien dokumentieren Fördertürme, wie sie Jahrzehnte lang das Bild der Region prägten; ihnen gegenüber hält Matthias Kochs „Phoenix-Ost“ den Strukturwandel in Dortmund Hörde im 21. Jahrhundert fest. Ein weiterer Raum wird der Farbmalerei Ricardo Saros gewidmet, dessen Werke sich als Dauerleihgabe der Werner Richard – Dr. Carl Dörken Stiftung im MO befinden. Zu den jüngsten Arbeiten zählt die Video-Arbeit „Portraits of Young Men“ von Martin Brand, die in Dialog mit der amüsant-provokanten Videoperformance „Ich bin’s“ von Freya Hattenberger und den Fotografien Tobias Zielony aus der Serie „Tankstelle“ tritt.

Eine Begegnung der besonderen Art verbindet die Gegenwart mit Werken aus den vergangenen 35 Jahren: Amorphe Plastiken von Susanne Thiemann und Thomas Rentmeister treten mit ‚lebenden Skulpturen’ in den Videos Erwin Wurms aus den 1990er Jahren in Dialog und korrespondieren gleichzeitig mit einer „Environment Structure“ Agostino Bonalumis aus dem Jahr 1968.

Die aktuelle Neugestaltung der Dauerausstellung wurde maßgeblich durch das finanzielle Engagement von DSW21 möglich.

15. November 2014 bis 12. April 2015

Arche Noah. Über Tier und Mensch in der Kunst.

Die Darstellung des Tieres ist so alt wie die Menschheit. Die Faszination für diese verschiedenartigen Lebewesen motivieren bildende Künstlerinnen und Künstler seit Jahrhunderten sich mit Tieren und der Beziehung des Menschen zu ihnen zu beschäftigen. Die Ausstellung Arche Noah. Über Tier und Mensch in der Kunst des Museums Ostwall im Dortmunder U zeigt die Auseinandersetzung mit dem Tier von der Moderne bis zur Gegenwart.

Etwa 160 Werke internationaler Künstlerinnen und Künstler – Gemälde, Skulpturen, Grafiken und Fotografien, Videos, Raum- und Klanginstallationen – geben einen umfassenden Überblick: Suchten die Künstler der Klassischen Moderne in ihren Werken nach dem idyllischen Einklang von Mensch und Natur, wurden diese ab den 1960er Jahren zunehmend kritischer. Nun waren es Aspekte der Naturzerstörung, des Umgangs mit Tieren in der wissenschaftlichen Forschung, der Tötung und des Ausstellens von Tieren oder auch das Zusammenleben von Mensch und Tier in den Städten, die in der Kunst beleuchtet wurden. Auch visuelle Transformationsprozesse, komische Annäherungen oder Kunstwerke, die Unbehagen beim Betrachter hervorrufen, veranschaulichen das häufig zwiegespaltene Verhältnis zwischen Mensch und Tier. Neben Werken aus der eigenen Sammlung des Museums Ostwall, von denen August Mackes Großer Zoologischer Garten (1913) eines der frühesten ist, bereichern zahlreiche bedeutende Leihgaben von Museen, Sammlern und Galerien diese Ausstellung. Für Arche Noah entstanden verschiedene Werke im Rahmen von ortsbezogenen Projekten. Während Mark Dion eine abenteuerliche Installation mit Objekten des Museums für Naturkunde Dortmund schuf, beschäftigte sich die Dortmunder Künstlerin Anett Frontzek mit der Tierwelt am Dortmunder Phoenix See. Die Künstlergruppe finger konzipierte das Frankfurter Bienenhaus und ermöglichte so die Einbeziehung lebender Tiere in das Ausstellungsprojekt. Im Zoo Dortmund sind neben den dort lebenden Tieren, Tierplastiken von Bernhard Hoetger zu sehen. Mit den vielfältigen künstlerischen Sichtweisen auf das Verhältnis von Mensch und Tier richtet sich die Ausstellung an Menschen, die sich für Kunst und für Tiere interessieren, aber auch den aktuellen naturwissenschaftlichen, ökologischen und ethischen Fragen gegenüber offen sind. Dazu gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm mit Vorträgen, Filmen, Konzerten, Klangkunstprogrammen, Führungen und Workshops.

05. September 2014 - 04. Januar 2015

MO Schaufenster #11: Das Dortmunder Gesundheitshaus von Will Schwarz

Architektur der 50er Jahre - fotografiert von Gerd Kittel

Gegen Ende der 1950er Jahre wurde im Auftrag der Stadt Dortmund eine Bauidee umgesetzt, die wie keine andere den Gestaltungswillen einer neuen Zeit dokumentiert: das Dortmunder Gesundheitshaus. Der Architekt Will Schwarz plante es – nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs – als Ort der städtischen Gesundheitsfürsorge, der u.a. eine Mütterberatungsstelle, einen Hörsaal, Impfräume, Labore und andere medizinische Einrichtungen in sich vereinte.

Die technische Ausstattung war auf dem neuesten Stand. Besonderes Augenmerk richtete der Architekt jedoch auf das Wohlbefinden von Besuchern und Mitarbeitern. Großflächige Fensterreihen und Wände aus Glasbausteinen erhellen die Räume, die durch Wandreliefs, Fußbodengestaltung, Mobiliar und architektonische Gestaltungselemente zu einem Gesamtkunstwerk verschmelzen. Mit dem Dortmunder Gesundheitshaus schuf Will Schwarz ein Bauideal der Zeit als ganzheitliches Konzept von Architektur, Ausstattung und Nutzung.

Der Frankfurter Fotograf Gerd Kittel hat diese umfassende Baukonzeption 2012 und 2013 im Bild festgehalten und würdigt die Formensprache des Gebäudes im Ganzen wie auch in den liebevollen Details. Das Stadtarchiv Dortmund ergänzt diese Fotografien durch Baupläne aus dem Nachlass von Will Schwarz.

16. Januar - 26. April 2015

MO Schaufenster # 12: Ina Weber / Vincent Tavenne - Weg nach Dort

Die künstlerischen Arbeiten der beiden entstehen im Spannungsfeld von Architektur und Skulptur und bewegen sich auf dem schmalen Grat dazwischen. »Wann ist etwas Skulptur, wann Architektur(modell), gibt es Überschneidungen? « sind mögliche Fragen, die sich der Betrachter stellen kann. Gemeinsam zeigen die in Berlin lebenden Künstler im MO Schaufenster # 12 die Rauminstallation Weg nach Dort.

Dieser Weg führt die Besucher durch einen begehbaren, labyrinthartigen Textilpavillon von Vincent Tavenne, der in seiner Transparenz und farbigen Akzenten nicht nur phantastisch, sondern fast irritierend leicht ist. In den Kammern dieses Labyrinths eröffnen sich weitere Räumlichkeiten: die kleinformatigen Skulpturen von Ina Weber. Der Ausstellungsparcours nimmt eine Wendung vom Imaginären zum Alltäglichen, von Groß zu Klein, von sinnlicher Erfahrung zu Kontemplation, vom Ausufernden zur Übersicht.

8. Mai - 30. August 2015

MO Schaufenster #13: Florian Hüttner - Reviere ums Dortmunder U

Florian Hüttner untersucht das Umfeld des Museums Ostwall im Dortmunder U und fand ca. 30 verschiedene "Reviere". Das sind für ihn Orte, die von bestimmten Gruppen geprägt werden. Mit einem Aufnahmegerät fing er rund um die Rheinische Straße, die Bahnhofsgegend und die Fußgängerzone Geräusche (Wörter bzw. Gesprächsfetzen, Atmo, auch Musik) ein.

Von den verschiedenen "Revieren" - Waschsalon, Kiosk, Plattenladen, Fan-Shop etc. - nahm Florian Hüttner Fotografien, nach denen er großformatige Bilder auf Papier malte. Diese sind im MO Schaufenster zu sehen.

Das Dortmunder U wird für den Zeitraum der Ausstellung zu einem „Sendeturm“, aus dem die Sounds der verschiedenen benachbarten „Reviere“ über einen eigenen Internetradiosender, einen Raumsender und den Dortmunder Lokalsender Radio 91,2 rund um die Uhr in die Welt hinausgesendet werden.

19. September 2015 - 31. Januar 2016

MO Schaufenster #14: MO Kunstpreis für Ben Patterson

2015 wird der Fluxus-Pionier Ben Patterson mit dem MO Kunstpreis Follow me dada and fluxus geehrt. Der Preis, den die Freunde des Museums Ostwall ins Leben gerufen haben, um den Sammlungsbestand des Museums Ostwall im Bereich Fluxus kontinuierlich zu erweitern, ist mit dem Ankauf des Werkes “Two for violins” – Patterson, after “One for violins” – Paik, aus dem Jahr 1991 verbunden.

Patterson, Kontrabassist und damit einer der wenigen ausgebildeten Musiker im Kreis der Fluxus-Künstlerinnen und -Künstler, arrangierte für dieses Werk Teile zweier zerbrochener Geigen und zwei Spieluhren auf Holz. Die Assemblage geht zurück auf Nam June Paiks berühmte Performance One for Violin, bei der er im Zeitlupentempo eine Geige über seinen Kopf erhob, um diese dann mit einem Schlag auf dem vor ihm stehenden Tisch zu zerschmettern.

Ben Patterson interpretierte die Performance seines Fluxus-Freundes mehrfach neu. Die Überreste verarbeitete er zu einem Kunstwerk, das sich (auch) als ironischer Kommentar zu dem Wunsch der Sammler und Museen lesen lässt, Aktionskunst der Fluxus-Bewegung für die Nachwelt zu erhalten.

In der begleitenden Ausstellung Schaufenster #14: MO Kunstpreis für Ben Patterson sind weitere Werke des Künstlers zu sehen, die die enge Verbindung von bildender Kunst, Musik und Performance innerhalb der Fluxus-Bewegung bezeugen.