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Dortmunder U

Museum Ostwall

Museum Ostwall

SchichtWechsel

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Von der (bergmännischen) Laienkunst zur Gegenwartskunst

Im Jahr 2018 endet die Steinkohleförderung in Deutschland. Das Museum Ostwall im Dortmund U beschäftigt sich künstlerisch mit dieser historischen Zäsur – und mit ihm 17 weitere Kunstmuseen im Ruhrgebiet: Die Ausstellung „SchichtWechsel“ (4. Mai bis 12. August 2018) findet im Rahmen des Projekts „Kunst & Kohle“ der RuhrKunstMuseen statt.

In den 1950er Jahren erlebte die bergmännische Laienkunst im Ruhrgebiet eine Blüte: Gewerkschaften und Montanindustrie förderten die kreative Betätigung der hart arbeitenden Bergleute. „Der Bergmann und sein Werk“ war nur eine von zahlreichen Ausstellungen bergmännischer Laienkunst im Ruhrgebiet.

Das Museum Ostwall wirft in „Schichtwechsel“ einen aktuellen Blick auf die Laienkunst, beschäftigt sich mit der eigenen Sammlungsgeschichte. Den Strukturwandel aufgreifend zeigt sie zudem heutige künstlerische und kreative Bestrebungen rund um das Thema „Kohle“.

Zeitgleich mit der Freizeitförderung der Bergarbeiter schlug sich das große Interesse für künstlerische Laien von Dr. Leonie Reygers, der Gründungsdirektorin des Museums, in vielfältige Sammlungs- und Ausstellungsaktivitäten sowie in der Gründung der ersten Kindermalstube in Deutschland nieder: „Kunst für Alle“.

In der Ausstellung „Schichtwechsel“ werden historische Dokumente und Werke modernen und zeitgenössischen Positionen gegenübergestellt: Wie war die Kulturförderung im Bergbau der 1950er/60er Jahre? Wie hat der Strukturwandel die Kunst- und Kulturlandschaft beeinflusst? Gibt es heute ähnliche Bestrebungen in der Förderung von Kreativität? Und was kommt nach der Kohle?

Gezeigt werden Leihgaben und Sammlungsbestände der klassischen naiven Malerei (u. a. von Séraphine Louise und Ivan Rabuzin), der Bergarbeiterlaienkunst (u.a. von Erich Bödeker und Franz Brandes) sowie wichtige zeitgenössische Positionen (u. a. von Mohau Modisakeng, Reiner Ruthenbeck, Andreas Gursky, Alicja Kwade, Rirkit Tiravanija).

Kooperationen im Rahmen der Dortmunder Ausstellung und seines Begleitprogramms: UZWEI im Dortmunder U, VHS Dortmund, european centre for creative economy (ecce), FH Dortmund, Fritz Hüser Institut, Winkelmann Projekt GmbH.

Das Kohle-Projekt wird gefördert durch: die Brost-Stiftung, die RAG Stiftung, das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen sowie die Kunststiftung NRW.

Kuratorinnenteam:
Regina Selter, stellvertretende Direktorin Museum Ostwall im Dortmunder U
Karoline Sieg, kuratorische Mitarbeiterin Museum Ostwall im Dortmunder U
Caro Desling, Gastkuratorin

Ebene 6 des Dortmunder U

Kunst & Kohle – Ein Ausstellungsprojekt der RuhrKunstMuseen

Wenn im Jahre 2018 die Steinkohleförderung in Deutschland ausläuft, endet damit mehr als ein bedeutender Industriezweig: Das Kapitel einer über 150 Jahre andauernden Geschichte, die insbesondere das Gesicht des Ruhrgebiets, das Selbstverständnis seiner Bewohner und die Entstehung seiner einmaligen Kunst- und Kulturlandschaft geprägt hat, schließt. Die RuhrKunstMuseen widmen sich mit einem gemeinsamen Ausstellungsprojekt diesem bedeutsamen Einschnitt. Sie werfen damit nicht nur die Frage nach der kulturellen Dimension dieses Ereignisses auf, sondern reflektieren mit-unter auch die mit der Industrialisierung der Region so eng verwobenen Entstehungsgeschichten ihrer Häuser.

17 RuhrKunstMuseen nehmen den Kohleausstieg zum Anlass für das größte städteübergreifende Ausstellungsprojekt, das je zu diesem Thema umgesetzt wurde. In 13 Städten werden von Mai bis September 2018 zeitgleich über die gesamte Region hinweg künstlerische Positionen gezeigt, die sich auf unterschiedliche Art und Weise mit dem Thema „Kohle“ auseinandersetzen. Die Einbindung kulturhistorischer Exponate wird dabei ebenso eine Rolle spielen, wie die Präsentation künstlerischer Tendenzen und neuer Werke, die sich mit Zukunftsvisionen und Utopien befassen. Die von der Industrie geprägte Landschaft, die Beförderung der Kohle an die Erdoberfläche unter härtesten körperlichen Bedingungen, das Material Kohle an sich, der unprätentiöse und solidarische Menschen-schlag, der Strukturwandel – all diese Facetten des Ruhrgebiets inspirieren und faszinieren Künstlerinnen und Künstler seit jeher. Nun sollen wiederkehrende inhaltliche und formale Elemente der Kunstwerke die einzelnen Ausstellungsorte zu einem großen Ganzen verbinden. Ein umfangreiches Vermittlungsprogramm und Begleitveranstaltungen rahmen das Projekt, das dank der großzügigen Unterstützung der RAG Stiftung, der Brost-Stiftung, dem Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie sowie dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und der Kunststiftung NRW realisiert werden kann.

Veranstaltungsinformation

Museum Ostwall: SchichtWechsel

Veranstaltung liegt in der Vergangenheit.
Freitag, 4. Mai 2018
(04.05.2018 - 12.08.2018)
11:00 - 20:00 Uhr

Museum Ostwall im Dortmunder U
44137 Dortmund

Veranstalter