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Museum Ostwall

MO Kunstpreis für Dr. Lili Fischer

Jury kürt Lili Fischer zur MO-Kunstpreisträgerin 2018

Mottentheater, Riesenschnaken - Blick in das Atelier

Mottentheater, Riesenschnaken - Blick in das Atelier
Bild: VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Hexenplatz - Waldskulpturenweg

Hexenplatz - Waldskulpturenweg
Bild: VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Bereits zum 5. Mal loben die Freunde des Museums Ostwall in diesem Jahr den MO-Kunstpreis "Dada, Fluxus und die Folgen" aus.
In einer spannenden Jurysitzung am 22. Juni 2018 fiel die Wahl auf die in Hamburg lebende Künstlerin Dr. Lili Fischer, deren Werk Zeichnung, Fotografie, Drehbücher, Performance, Installationen und Objektkunst umfasst. Lili Fischers Kunst entstand in den 70er-Jahren im Kontext von Happening, Fluxus, Performance und Spurensicherung. Sie übertrug damals das Konzept der Feldforschung in ihre Kunst, in dem sie sich beobachtend, notierend, zeichnend, sammelnd und kategorisierend der Natur näherte und die so protokollierten Eindrücke in ihr künstlerisches Handeln integrierte.

Ihr vordringliches Ziel ist es, den Menschen in die Natur einzubinden, den Dingen wieder Seele einzuverleiben – und so beschäftigt sie sich in ihrem vielschichtigen Werk u.a. mit atmosphärischen Phänomenen, mit Kräutern und Kräuterwissen, aber auch mit Schnaken, Motten und Igeln, deren Leben sie über Zeichnungen und Performances thematisiert.

Künstlerisches Zubehör für Daheim

Künstlerisches Zubehör für Daheim
Bild: VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Mit der Verleihung des MO-Kunstpreises durch die Freunde des Museums Ostwall ist der Ankauf eines Werks verbunden, das die Museumssammlung im Bereich "Dada, Fluxus und die Folgen" bereichert. Die Neuerwerbung wird zusammen mit anderen Arbeiten der Künstlerin in der Ausstellung "MO-Kunstpreis für Lili Fischer" zu sehen sein, die am 16. Dezember 2018 um 11 Uhr im Rahmen der festlichen Preisübergabe mit einer Performance im Museum Ostwall im Dortmunder U eröffnet wird.

Die Leiterin der Sammlung des Museums Ostwall, Dr. Nicole Grothe, freut sich darüber, dass der MO-Kunstpreis in diesem Jahr an Lili Fischer geht: "Die Sammlung des Museums Ostwall wird damit durch ein Werk einer humorvollen Feministin bereichert, von der hier bisher nur einige Zeichnungen existieren. 1993 war Lili Fischer in der Ausstellung Die Subversion des Lachens im Rahmen des femme totale Filmfestivals im Museum (am) Ostwall vertreten. 25 Jahre später erfährt ihr Werk durch den MO-Kunstpreis eine angemessene Würdigung. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit der Künstlerin und ihre Ausstellung im MO Schaufenster."

Frau Dr. Beate Reese, Leiterin des Kunstmuseums Mülheim an der Ruhr, äußert sich nach der Jurysitzung: "Die Erweiterung der Museumssammlung über die Auslobung des MO-Kunstpreises finde ich vorbildhaft. Mit Lili Fischer ist eine Künstlerin zum MO-Kunstpreis juriert worden, die mit ihren grenzüberschreitenden künstlerischen Aktionen und Verfahren im Kontext von Fluxus, Performance und Spurensicherung auch jüngere Generationen zu faszinieren vermag.“

Klaus Fehlemann, Vorsitzender der Freunde des Museums Ostwall, ist glücklich über die Wahl der Jury: „Neben der künstlerischen Einmaligkeit ist Lili Fischer jetzt die erste Frau unter den MO-Kunstpreisträgern. Wir sind uns Ende der 60er-Jahre oft in der der HbK Hamburg begegnet. Sie hat nie eine Unterscheidung zwischen Arbeit, Leben und Kunst gemacht. Nun gibt es einen glücklichen Umstand: Die Hamburger Kunsthalle wird der Künstlerin im Herbst eine Ausstellung widmen.“

Zum Thema

Lili Fischer

Geboren 1947 in Priwall bei Travemünde, lebt in Hamburg
1966−1973 Studium an der Hamburger Hochschule für bildende Künste bei Dietrich Helms, Gotthard Graubner und Franz Erhard Walther
1973 Examen Kunsterzieherin
1973–1978 Studium der Kunstgeschichte, Ethnologie und Pädagogik an der Universität Hamburg
1978 Promotion an der Universität Hamburg im Studienfach Ethnologie mit einer Arbeit über Animation
Seit 1980 Lehrtätigkeit an Universitäten und Akademien in Essen, Mainz, Kassel, Frankfurt/Main, Berlin
1994−2013 Professorin für Performance/Feldforschung, Kunstakademie in Münster