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Museum Ostwall

MO Kunstpreis für Albert Mayr

Der in Wien lebende Bildende Künstler und Musiker Albert Mayr erhält den mit 10.000 Euro dotierten Preis "Dada, Fluxus und die Folgen" des Vereins Freunde des Museums Ostwall.

Albert Mayr vor Kunstwerk

Albert Mayr erhält 2016 den MO Kunstpreis
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Auch in diesem Jahr fiel der Jury, die am 25.8.2016 über den dritten Preisträger des MO-Kunstpreises "Dada, Fluxus und die Folgen" beriet, die Entscheidung nicht leicht. Nach eingehender Beratung wählte sie den in Wien lebenden bildenden Künstler und Musiker Albert Mayr aus.

Mit Albert Mayr, Jahrgang 1975, wird nach den Fluxus-Pionieren Geoffrey Hendricks (2014) und Ben Patterson (2015) ein Künstler der nächsten Generation geehrt, dessen Werk deutlich in der Tradition der 1962 entstandenen Fluxus-Bewegung steht. Mayr arbeitet mit alltäglichen Materialien, die er in überraschende, neue Zusammenhänge überführt: Dia-Magazine arrangiert er zu surreal anmutenden Großstadtlandschaften; Computerdrucker entwickeln ein Eigenleben und nehmen, pausenlos Papier ausspuckend, nach und nach den ganzen Raum in Beschlag.

Beeinflusst von der Kompositionslehre John Cages integrierten die Fluxus-Künstlerinnen und -Künstler in den 1960er und 1970er Jahren Alltagsgegenstände und bedienten sich des Zufalls als Methode - Ansätze, die sich auch in den Werken des Preisträgers wiederfinden:

Seine "Tropfenstudien" erfassen die Klangqualität von Abfallmaterialien durch im Kreislauf fallendem Wasser. Dazu der Künstler: "Wasser ist ein gutes Mittel für Kreisläufe und steht für mich als ein Symbol der Lebendigkeit." Das vermeintliche "Geräuschchaos", das Besucher der Ausstellung im MO-Schaufenster umfängt, dient vielmehr als Klangkulisse, die das genaue An- und Hinhören erfordert. "Es ist eine Art Dschungel, durch den man geht", so Mayr.

Zitat Dr. Hermann Arnhold, Direktor des LWL-Museums für Kunst und Kultur in Münster und Berater der Jury: "Albert Mayr gelingt es, Klangelemente, Alltagskultur und Technik zu witzigen, aber auch poetischen Arbeiten zu verbinden. Für die zeitgenössische Kunst in der Sammlung des Museums Ostwall ist er ein großer Gewinn! Ich freue mich sehr auf die Eröffnung im November. Vielleicht dürfen wir ja, nach der Geigen-Performance von Ben Patterson im letzten Jahr, in diesem Jahr auf eine einmalige Klangperformance hoffen ..."

Zitat Klaus Fehlemann: „Begeistert hat mich, dass z.B. aus alten Diamagazinen utopische Hochhauslandschaften entstehen. Dieses Entwickeln neuer Erscheinungsformen durch weggeworfenes, ausgedientes Material der Mediengesellschaft generiert ganz neue Sichtweisen der ‚Kommunikationsgeschichte‘ “.

Mit dem Preis zeichnen die Freunde des Museums Ostwall e. V. seit 2014 einmal jährlich nationale und internationale Künstlerinnen und Künstler aus, deren Werke in der Tradition von Dada und Fluxus stehen. Im Rahmen der Preisvergabe kauft der Verein jeweils ein Werk des geehrten Künstlers für die Sammlung des Hauses an. In diesem Jahr erweitert Albert Mayrs "Tropfenstudien" als Klangobjekt die Sammlung des Museums.

Mit dem Preis verbunden ist eine Ausstellung im "Schaufenster" des MO (19. November 2016 bis 12. März 2017).

Albert Mayr: "Tropfenstudie" 2015

Albert Mayr: "Tropfenstudie" 2015
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Sophie Thun © Albert Mayr 2016, Courtesy MARTINETZ, Köln

Albert Mayr: "In-A-Gadda-Da-Vida" 2015 (Videostill, Kamera: Marlies Pöschl)

Albert Mayr: "In-A-Gadda-Da-Vida" 2015 (Videostill, Kamera: Marlies Pöschl)
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): © Albert Mayr, Courtesy MARTINETZ, Köln

Zum Thema

Albert Mayr wurde 1975 im österreichischen St. Pölten geboren. Er studierte an der Akademie der Bildenden Künste Wien. Seine Ausstellungen und Performances waren im ganzen deutschsprachigen Raum und international zu sehen, u.a. in den Benelux-Ländern, Griechenland und Polen zu sehen. Albert Mayr lebt und arbeitet in Wien.