Dortmund überrascht. Dich.
Dortmunder U

Museum Ostwall

Informationen zum Coronavirus

Informationen zu den aktuell geltenden Regelungen finden Sie hier:

Kultur

Lee Mingwei erhält MO Kunstpreis 2021 und stellt im Museum Ostwall aus

Nachricht vom 16.11.2021

Der international bekannte taiwanesische Künstler Lee Mingwei hat den MO-Kunstpreis der Freunde des Museums Ostwall erhalten. Am Sonntag, 14. November 2021, nahm er die Auszeichnung im Dortmunder U entgegen. Für die Sammlung hat das MO eine Arbeit des Künstlers erworben.

LEE Mingwei führt in sein Werk ein

Lee Mingwei führte bei der Preisverleihung in sein Werk ein.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jürgen Spiler

Der Künstler bedankte sich mit einer sehr persönlichen, unterhaltsamen Einführung in sein Werk.

"Das Werk Lee Mingweis berührt Menschen", würdigte Sammlungsleiterin Dr. Nicole Grothe den Preisträger am Sonntag. "Er schafft Situationen, Orte oder Räume, die intime Begegnungen ermöglichen: Begegnungen des Künstlers mit seinem Publikum, Begegnungen zwischen den Teilnehmer*innen oder eben auch Begegnungen mit uns selbst. Seine Arbeiten sind extrem fokussiert auf das Hier und Jetzt; sie beanspruchen Zeit und Konzentration. Sie geben uns Gelegenheit, über das Leben im Großen und Kleinen nachzudenken, und sie ermöglichen uns, Wertschätzung für Menschen, Dinge, Situationen zu entwickeln. All seine Projekte folgen einer minimalistischen, bis ins Detail durchdachten Ästhetik und berühren uns durch ihre Schönheit."

Arbeiten werden weltweit ausgestellt

Lee Mingwei (Jahrgang 1964) kreiert Situationen, in denen Menschen einander begegnen und in Austausch treten. Oft als langfristige Projekte angelegt, geht es in seinen Arbeiten darum, Beziehungen zu erforschen und über das eigene Leben nachzudenken. Auch das Wesen der Kunst ist immer wieder Gegenstand seiner Reflexionen. Seine Arbeiten werden weltweit ausgestellt, u.a. im Metropolitan Museum of Art und im Museum of Modern Art (MoMA) in New York, bei der Biennale in Venedig, im Berliner Gropiusbau und in der Münchner Villa Stuck. Lee Mingwei lebt und arbeitet in Paris und New York.

Ausstellung

Die Ausstellung "MO Kunstpreis 2021 für Lee Mingwei" im Schaufenster des Museum Ostwall ist noch bis zum 30. Januar 2022 zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Künstler Lee Mingwei neben seinem Werk "Money for Art".

Wie lässt sich Kunst durch Geld bemessen? Lee Mingwei versucht eine Antwort mit seiner Arbeit "Money for Art".
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Torsten Tullius

Drei Werke in Dortmund zu sehen

In der Ausstellung im MO Schaufenster sind neben der Neuerwerbung "Money for Art" auch zwei Leihgaben des Künstlers zu sehen: "Stone Journey" und "100 Days with Lily". Letztere erzählt von einem schmerzlichen Verlust: Nach dem Tod seiner Großmutter lebte der Künstler 100 Tage lang mit einer Narzisse zusammen, einer Blume, die im Leben seiner Großmutter sehr präsent gewesen war. Die Pflanze schuf Nähe zu dem geliebten Menschen und ermöglichte gleichzeitig ein schrittweises Abschiednehmen.

Für das Multiple "Stone Journey" sammelte Lee Mingwei eiszeitliche Steine von Neuseelands Südinsel und goss von jedem eine Bronze-Replik. Die Arbeit lädt ein, darüber zu reflektieren, was es bedeutet, etwas zu besitzen, und zu entscheiden, was kostbarer ist: der jahrtausendealte Naturstein oder der sorgfältig von Künstlerhand gefertigte Bronzeabguss.

"Money for Art" - Origami aus Geldscheinen

Das Werk "Money for Art" aus dem Jahr 2006/2020 besteht aus fünf Origami-Skulpturen, die der Künstler aus 100-Dollar-Scheinen gefaltet hat, und fünf begleitenden Fotografien. Sie zeichnen das gleichnamige Projekt aus dem Jahr 1994 nach, bei dem Lee Mingwei der Frage nachging, unter welchen Bedingungen man den Wert von Kunst in Geld bemessen kann.

Damals bot er neun Passant*innen Origami-Skulpturen aus Geldscheinen an – im Tausch für ihre Bereitschaft, nach sechs bzw. zwölf Monaten noch einmal zusammen zu kommen, um zu sehen, was aus den Werken geworden war. Gewinnt ein Geldschein an Wert, wenn man ihn in ein Kunstwerk transformiert?

Im übertragenen Sinne stimmt Benjamin Sieber, Vorsitzender der Freunde des Museum Ostwall e.V., zu: "Wir, die Freunde des Museum Ostwall, sehen in der 'Transformation' unseres Preisgeldes in ein Kunstwerk auf jeden Fall einen Wertgewinn! Wir haben den Preis 2014 ins Leben gerufen, um den Sammlungsschwerpunkt Fluxus im MO zu stärken und um zeitgenössische Positionen in der Tradition von Dada und Fluxus zu erweitern. Zur Diskussion über den Wert von Kunst, die Lee Mingwei mit 'Money for Art' aufwirft, trägt unser Verein seit über 60 Jahren bei."

Zeitgenössisches im Vordergrund

Auch Dr. Stefan Mühlhofer, kommissarischer Direktor des Museum Ostwall, freut sich: "Wieder einmal hat uns der von den Freunden des Museum Ostwall initiierte MO Kunstpreis einen interessanten zeitgenössischen Künstler näher gebracht. Mit Lee Mingwei hat die Jury eine hervorragende Wahl getroffen." Dr. Nicole Grothe: "Die Arbeiten Lee Mingweis haben viel mit den Aktionen und Werken der Fluxus-Bewegung der 1960er- und 1970er-Jahre gemein. Die Reflexion von Alltagssituationen, die Beteiligung des Publikums und die Offenheit für zufällige Entwicklungen innerhalb des künstlerischen Prozesses verbinden ihn mit unserer Fluxus-Sammlung."

Begleitend zur Ausstellung entwickeln Dr. Sarah Hübscher und Elvira Neuendank vom Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft und Berufspädagogik an der TU Dortmund gemeinsam mit ihren Studierenden ein Vermittlungsprojekt, das den teilnehmenden Besucher*innen das Werk Lee Mingweis näher bringen wird.

Der MO-Kunstpreis

Seit 2014 verleihen die Freunde des Museums Ostwall e.V. jährlich den MO-Kunstpreis "Dada, Fluxus und die Folgen" an eine*n Künstler*in in der Tradition von Dada und Fluxus. Der Preis ist seitens der Freunde des MO mit 10.000 Euro dotiert, seit 2020 fördert die Stadt Dortmund den Ankauf mit weiteren 10.000 Euro.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.