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Museum Ostwall

Kultur

Skulptur "Stehender Mann" findet neues Zuhause in Hörder Hoetger-Park

Nachricht vom 13.01.2022

Lange hat die Skulptur "Stehender Mann" die Straße "Am Schallacker" in Dortmund-Hörde geprägt, nun ist sie umgezogen: Im Hoetger-Park - benannt nach ihrem Erschaffer - findet die Skulptur ein neues Zuhause.

Umsetzung einer Skulptur in Dortmund-Hörde.

Der Nachguss aus den 1980er Jahren der Skulptur "Stehender Mann" von Bernhard Hoetger wurde umgesetzt.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

In Dortmund findet sich so einiges an Kunst im öffentlichen Raum, unter anderem auch vom Hörder Bildhauer Bernhard Hoetger (1874-1949). Seine Bronzeskulpturen "Stehender Mann" und "Liegende" sollen Schritt für Schritt in den Hoetger-Park in Hörde zurückkehren - weg vom aktuellen Standort "Am Schallacker", vor dem Gebäude der gws-Wohnen Dortmund-Süd eG.

Der Leihvertrag mit dem Wohnungsunternehmen lief aus, deshalb machte "Der Stehende" am Donnerstag, 13. Januar, nun schon einmal den Umzug. An seinem neuen Standort blickt er nun in Richtung Emscher und Phoenix-Gymnasium. Beide Skulpturen gehören zur Sammlung des Museum Ostwall im Dortmunder U, ebenso wie weitere 130 Bronzen, 127 Gipse, 7 Fayencen und 4 Gusssteine von Bernhard Hoetger.

Azubis helfen beim Umzug

Wie schon bei der Wiederaufstellung der Skulptur "Cerchio spezzato No. 5" von Guiseppe Spagnulo vor dem Baukunstarchiv haben die Auszubildenden des Dortmunder Tiefbauamtes dafür gesorgt, dass die beiden Bronzen auf stabilen Fundamenten stehen werden. Das Restaurierungsatelier "Die Schmiede" besorgte mit Fachkenntnis, LKW und Kran das Umsetzen des "Stehenden Mannes". "Schmiede"-Mitarbeiter Ahmad Almhawesh und Ulrich Feldhaus gingen behutsam vor.

Kopf und Rumpf der Hoetger-Skulptur "Stehender Mann" in Hörde.

Blick auf die Skulptur.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Der "Stehende Mann" (1942/43) ist aufgrund seiner Größe eine imposante Figur, wirkt jedoch mit hängenden Schultern und verschattetem Blick wenig heroisch. Er entspricht nicht dem männlichen Schönheitsideal jener Zeit, sondern macht eher einen gebrochenen Eindruck.

Mehr zu Bernhard Hoetger

Hoetger, eigentlich Bernard Hugo Hötger, Sohn eines Schneidermeisters aus Hörde, arbeitete zunächst als Steinmetz, bevor er 1898 an der Düsseldorfer Kunstakademie Bildhauerei studierte. In Paris lernte er Auguste Rodin und Paula Modersohn-Becker kennen. Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein berief ihn 1911 an die Künstlerkolonie Mathildenhöhe in Darmstadt und ernannte ihn zum Professor.

1913 siedelte Hoetger nach Fischerhude und später Worpswede um, wo er u.a. das Haus "Kaffee WINUWUK" realisierte. In den Folgejahren arbeitete er vornehmlich für den Keksfabrikanten Hermann Bahlsen, auch der Bremer Kaffeemagnat Ludwig Roselius zählte zu seinen Förderern. In seinem Auftrag realisierte Hoetger das "Paula-Becker-Modersohn-Haus" (1926/27) und das "Haus Atlantis" (1930/31) in der Bremer Böttcherstraße. 1934 forderte der Völkische Beobachter den Abriss des Hauses Atlantis. Dennoch trat Hoetger, der selbst nordisch-völkische Ideen vertrat, der NSDAP bei, wurde aber 1938 schon wieder ausgeschlossen.

1933/34 wurden sein Ebert-Denkmal in Dortmund sowie das Revolutionsdenkmal und die Figuren am Volkshaus in Bremen demontiert. 1937 beschlagnahmten die Nationalsozialisten im Rahmen der Aktion "Entartete Kunst" 14 Kunstwerke aus dem Besitz öffentlicher Sammlungen. Dennoch konnte er u.a. für die Luftwaffenschule Greifswald arbeiten. Nachdem sein Wohnhaus in Berlin 1943 zerstört und er nach Niederbayern evakuiert worden war, zog er 1946 in die Schweiz, wo er drei Jahre später starb. 1968 erhielt er gemeinsam mit seiner Frau Lee ein Grab auf dem Dortmunder Ostfriedhof.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.