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Über die Montanindustrie hinaus: Hoesch-Museum lädt zur Debatte über Mitbestimmung

Nachricht vom 23.04.2021

Vor 70 Jahren hat der Bundestag das Montanmitbestimmungsgesetz beschlossen - damit änderte sich für hunderttausende Beschäftigte des Bergbaus und der Eisen- und Stahlindustrie die Arbeitswirklichkeit. Das Hoesch-Museum will daran nicht nur erinnern, sondern lädt auch zur Diskussion ein: Wie soll Mitbestimmung in Unternehmen in Zukunft aussehen?

Maikundgebung 1947 in Essen.

Mai-Kundgebung 1947 in Essen.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): AHGR, Fotoarchiv IGBCE

Am 10. April 1951 beschloss der Deutsche Bundestag das Montanmitbestimmungsgesetz, das am 21. Mai in Kraft trat. Damit erhielten die Belegschaften und ihre Gewerkschaften eine gleichberechtigte Stellung in den Unternehmen. An dieses Ereignis erinnert das Hoesch-Museum in einer hochkarätig besetzten Online-Veranstaltung via Zoom am Dienstag, 27. April, von 17:00 bis 19:15 Uhr.

Die Montanmitbestimmung setzte Maßstäbe auch für andere Branchen. Das am 18. März 1976 verabschiedete Mitbestimmungsgesetz blieb allerdings hinter den Regelungen des Montanmitbestimmungsgesetzes zurück und führte zunehmend zu Konflikten. Immer häufiger wurden und werden Entscheidungen mit Hilfe des Doppelstimmrechts des Aufsichtsratsvorsitzenden durchgesetzt. Die Vertrauenskultur gerät dadurch stark unter Druck. Ohne maßgebliche Mitbestimmung der Belegschaften und ihrer Gewerkschaften sind die Herausforderungen, vor denen Wirtschaft und Gesellschaft stehen, aber nicht zu meistern.

Wie soll die Praxis der Unternehmensmitbestimmung in der Zukunft gestaltet werden? Können die Erfahrungen mit der Montanmitbestimmung dabei hilfreich sein? Darüber sprechen in Wortbeiträgen und Panel-Diskussionen unter anderem:

  • Michael Vassiliadis (Vorsitzender der IG Bergbau, Chemie, Energie),
  • Werner Nass (ehemaliger Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der Krupp-Hoesch AG),
  • Ludwig Ladzinski (ehemaliger Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats RAG Deutsche Steinkohle),
  • Christiane Benner (2. Vorsitzende der IG Metall),
  • Daniel Hay (Direktor des Instituts für Mitbestimmung und Unternehmensführung der Hans-Böckler-Stiftung, stellv. Aufsichtsratsvorsitzender der Rheinmetall AG)
  • Maxi Leuchters (Institut für Mitbestimmung und Unternehmensführung der Hans-Böckler-Stiftung, Mitglied des Aufsichtsrats der PSD Bank Rhein-Ruhr eG) und
  • Stefan Berger (Vorstandsvorsitzender der Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets)

Es moderieren Wolfgang Jäger (Vorsitzender des Fördervereins beim Institut für soziale Bewegungen der Ruhr-Universität Bochum) und Karl Lauschke (Vorsitzender der Freunde des Hoesch-Museums e.V.). Es handelt sich um eine gemeinsame Veranstaltung vom Förderverein beim Institut für soziale Bewegungen der Ruhr-Universität Bochum und den Freunden des Hoesch-Museums e.V.

Zur Anmeldung

Die Teilnahme an der Zoom-Veranstaltung ist kostenfrei. Anmeldung bis zum 27. April, 9:00 Uhr, per E-Mail - danach erfolgt die Zusendung des Zugangslinks.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.