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Kulturbetriebe Dortmund schließen das Jahr 2020 mit Überschuss ab – digitale Offensive gelungen

Nachricht vom 11.05.2021

Die Kulturbetriebe Dortmund haben 2020 viele Schritte ins Digitale getan: Live geplante Veranstaltungen, Ausstellungen etc. konnte das Publikum oft online wahrnehmen. So schließen die Kulturbetriebe das Wirtschaftsjahr 2020 mit einem Überschuss ab - ganz zur Freude des Kulturdezernenten.

Dezernent Stüdemann würdigt Einsatz und Überschuss der Kulturbetriebe 2020 Quelle: YouTube

Im vergangenen Jahr hätten sich alle Kulturbetriebe der Stadt Dortmund auf digitale Angebote eingestellt, lobt Kulturdezernent Jörg Stüdemann. Das sei "erfreulich" gewesen - manches sogar "geradezu spektakulär". Insbesondere hob er am Dienstag, 11. Mai, die Angebote des Dietrich-Keuning-Hauses hervor und dessen YouTube-Kanal "Keuninghaus to Go".

Mit Blick auf die Musikschule und die Volkshochschule würdigte Stüdemann, dass kaum Abmeldungen verzeichnet worden seien. Sein Fazit zu den Kulturbetrieben im Pandemie-Jahr 2020 insgesamt: "Alle haben mit sehr viel Disziplin und Engagement das Jahr gemanagt."

Der Jahresüberschuss 2020 soll nun die Mehrausgaben des Wirtschaftsplans 2021 decken. So werden die aus dem Jahr 2020 coronabedingt verschobenen Programmangebote nachgeholt, und die kassenwirksame Unterdeckung des Wirtschaftsplans 2021 in Höhe von 1,5 Mio. Euro wird ausgeglichen.

Zu den Kulturbetrieben Dortmund gehören das Dortmunder U, die städtischen Museen, das Kulturbüro, die Bibliotheken, die Musikschule, das Dietrich-Keuning-Haus, die Volkshochschule, das Stadtarchiv und das Institut für Vokalmusik. Rund 547 Mitarbeiter*innen (vollzeitverrechnet 466,26 im Jahresdurchschnitt) sorgten für Kultur- und Weiterbildungsangebote für die Bürger*innen der Stadt und des Umlands.

Ausstellungen in 2020

Das Dortmunder U feierte 2020 seinen 10. Geburtstag mit einem vielseitigen Programm mit all seinen Partner*innen auf allen Etagen sowie digital. Auf Ebene sechs waren die Sonderausstellung "Rainer Fetting" sowie die Ausstellung zum DEW21-Kunstpreis zu sehen. Mit Förderung des Landes profiliert sich das Dortmunder U weiter als digitales Kunstzentrum: Im Projekt "Page21" erprobt das StoryLab kiU als Forschungsprojekt der FH Dortmund gemeinsam mit den Kulturbetrieben das digitale Erzählen im virtuellen Raum.

Auf der UZWEI machte die partizipative Ausstellung "Der kuratierte Kleiderschrank. Zwischen Modelust und Modefrust" auch auf die Schattenseiten der "Fast Fashion" aufmerksam. Das Museum Ostwall im U eröffnete mit großem Erfolg seine neue Sammlungspräsentation unter dem Titel "Body & Soul. Denken, Fühlen, Zähneputzen" .

Das Naturmuseum Dortmund eröffnete im September nach dem Komplett-Umbau mit einer neuen Dauerausstellung und erlebte vom ersten Tag an einen enormen Zuspruch der Besucher*innen. Im MKK konnte die beliebte Familienausstellung "Robin Hood" länger gezeigt werden, während die anschließende Sonderausstellung "Ruth Baumgarte" komplett dem Lockdown zum Opfer fiel und im kommenden Jahr wiederholt wird. Der schauraum: comic+cartoon setzte seine Erfolgsgeschichte bei Publikum und Medien mit der Ausstellung "Anime fantastisch" fort und verlegte sich im Lockdown auf Online-Führungen.

Unterstützung für Künstler*innen in Pandemie-Zeiten

Im Fokus des Kulturbüros stand die Unterstützung der freien Kulturszene in der Pandemie. Mit passgenauen Informationen, Beratung und einer unbürokratisch gestalteten Fortführung der Förderung half das Kulturbüro den Kreativen und Kulturschaffenden in der Krise. Judith Kuckart erwies sich als erste "Stadtbeschreiberin" Dortmunds als hervorragende Wahl. Die Städtische Galerie Torhaus Rombergpark wurde zur virtuellen Galerie; außerdem schuf das Kulturbüro mit der "Tiny Hall" im Rombergpark einen temporären zusätzlichen und coronatauglichen Ausstellungsort. Der Förderpreis für junge Künstler*innen wurde an zwei Darstellende Künstlerinnen vergeben.

Die vom Kulturbüro geförderten Festivals "Favoriten" und das Internationale FrauenFilmFestival Dortmund/Köln (IFFF) waren 2020 die einzigen Festivals in NRW, die analog stattgefunden haben. Das IFFF erreichte bei Beschränkungen mit ca. 30 Veranstaltungen ein Publikum von über 1.000 Besucher*innen. "Favoriten" konnte ca. 20 Veranstaltungen für über 2.500 Besucher*innen ermöglichen.

Die Stadt- und Landesbibliothek kam den Menschen im Lockdown weitestmöglich entgegen und machte Streaming-, Recherche- und Medienangebote kurzfristig auch für Menschen zugänglich, die bis dato keinen Bibliotheksausweis hatten. Die Nutzung elektronischer Bücher stieg daraufhin um 60 Prozent an. Damit kompensieren die digitalen Ausleihen fast vollständig die durch die Schließungen verursachten Rückgänge bei den physischen Medien. Sobald es wieder möglich war, konnten Medien via "Click & Collect" ausgeliehen werden.

Die Lehrkräfte der Musikschule stellten auf Onlineunterricht um und verhinderten so nicht nur musikalische Leistungseinbrüche bei den Schüler*innen, sondern auch größere Einnahmeverluste. Auch die VHS baute ihr bereits vorhandenes Online-Programm umfangreich aus und reagierte mit ihrem Angebot flexibel auf neue Informations- und Weiterbildungsbedarfe in Zeiten der Pandemie. Das Institut für Vokalmusik hat eine Vielzahl seiner Veranstaltungen wie u.a. das "Fest der Chöre" in den digitalen Raum verlegen können und die digitale Infrastruktur an der Reinoldistraße angepasst.

Der YouTube-Kanal des Keuning.haus ( "Keuninghaus To Go" ) wird sehr gut angenommen. Er begeistert Nutzer*innen regelmäßig mit gesellschaftspolitischen Talks, Konzerten, Comedy oder Mitmach-Videos. Die nahezu 200 aufgezeichneten Videos wurden insgesamt über 110.000 Mal aufgerufen.

Das Stadtarchiv setzte seine Digitalisierungsoffensive fort. Die angeschlossene Mahn- und Gedenkstätte Steinwache verlegte ihre Vermittlungsarbeit coronabedingt teilweise in den Außenraum und arbeitete weiter an der neuen Dauerausstellung.

Ein Blick auf die Zahlen

Im Jahr 2020 stellte die Stadt Dortmund den Kulturbetrieben Dortmund 2,3 Mio. Euro für Investitionen zur Verfügung. Ein Teil der städtischen Vermögensplanmittel wurde für Investitionen (2,5 Mio. Euro) und für die Tilgung von Altdarlehen (0,8 Mio. Euro) verwendet. Der Differenzbetrag wurde durch Mittelübertragung aus den Vorjahren dargestellt. Der Mittelverbrauch war vor allem vom Baufortschritt der Baumaßnahmen abhängig. Darüber hinaus konnten mit Drittmitteln in Höhe von 200.000 Euro weitere Investitionen realisiert werden.

Die Darlehen gegenüber Kreditinstituten belaufen sich zum Ende des Wirtschaftsjahres 2020 auf 4,4 Mio. Euro (Vorjahr: 5,2 Mio. Euro). Zudem konnten die Kulturbetriebe Dortmund die Kapitalrücklage um rund 3,3 Mio. Euro erhöhen. Die Bilanzsumme beläuft sich nunmehr auf 78,4 Mio. Euro (+1,1 Mio. Euro).

Die Wirtschaftsprüfer haben den Kulturbetrieben Dortmund den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk für den Jahresabschluss 2020 erteilt. Der Verwaltungsvorstand nahm den Lagebericht und Jahresabschluss der Kulturbetriebe am Dienstag, 11. Mai, zur Kenntnis und leitete ihn an die politischen Gremien weiter.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.