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Parks

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Sperrungen

Parks und Friedhöfe von Eichen-Prozessionsspinner befallen - Stadt bietet 24-Stunden-Meldeservice an

Nachricht vom 06.06.2019

Mehrere Grünflächen sind vom Eichen-Prozessionsspinner befallen. Die Haare der Raupe lösen allergische Reaktionen aus, weswegen Teile der Flächen aus Sicherheitsgründen gesperrt werden mussten. Betroffen sind u.a. der Fredenbaumpark, der Hoeschpark, der Mengeder Volksgarten und einige Friedhöfe.

Gesperrter Fredenbaumpark

Die Eingänge zum Fredenbaumpark wurden vom Tiefbauamt abgesperrt.

Update (18. Juni): Stadt erweitert Service zum Eichen-Prozessionsspinner während des Kirchentages

Wer den Befall mit den gefährlichen Raupen melden will, kann dies während der Veranstaltungstage des Kirchentages 24 Stunden am Tag per Telefon oder E-Mail. Mit einer neuen Info-Hotline bietet die Stadt für einige Tage einen 24-Stunden-Telefon-Service. Unter der Telefonnummer 0231 50-13247 bietet die Stadt die direkte Möglichkeit einen Befall mit den gefährlichen Raupen zu melden. Die Info-Hotline ist durchgehend erreichbar von Mittwoch, 19. Juni, 7:00 Uhr, bis Sonntag, 23. Juni. 14:00 Uhr. Am Montag nach dem Kirchentag, dem 24. Juni, wird die Rufnummer zunächst weiter geschaltet bleiben, dann allerdings nur noch in der Kern-Servicezeit von Montag bis Freitag, jeweils 7:00 bis 18:00 Uhr.

Ursprünglich war die Rufnummer gedacht, um Infos rund um den Kirchtag kurzfristig auf Abruf zur Verfügung zu stellen. Jetzt wird der Service ausgedehnt auf das Thema Eichen-Prozessionsspinner.

Meldung per "Raupenmelder"

Gleichzeitig an den Start (auch ab 19. Juni) geht die neue zentrale Mail-Adresse raupenmelder@dortmund.de, unter der schnell und informell der Notdienst des Tiefbauamtes erreicht werden kann. Diese Mail-Adresse bleibt bis zum Ende der Eichen-Prozessionsspinner-Saison aktiv. Der Notdienst des Tiefbauamtes wird während des gesamten Kirchentages im Einsatz bleiben, auch am Feiertag und am Wochenende.

Wer sich per Mail oder Info-Hotline meldet, sollte möglichst viele der folgenden Infos bereithalten:

  • Wo ist der Befall: Stadtteil, Straße, Hausnummer, Geo-Daten?
  • Wann genau festgestellt?
  • Ist in der direkten Umgebung: Schule, Spielplatz, Kindertageseinrichtung, Altenheim, Krankenhaus?
  • Eigentümer des Grundstücks: öffentlich oder privat?

Die eingehenden Meldungen per Mail oder Telefon werden nach Prioritäten abgearbeitet. Vorrang haben soziale Einrichtungen für Kinder, zum Beispiel die Schulen - insbesondere dann, wenn sie für Übernachtungsgäste oder Veranstaltungen des Kirchentags im Einsatz sind. Erst danach können die Raupen an Straßenrändern und in den Parks bekämpft werden. Wenn eine Kolonne des Tiefbauamtes im Park im Einsatz ist und es trifft eine neue Meldung ein, die besonders hohe Priorität hat, dann kann die Kolonne an den entsprechenden Standort umgebucht werden.

Befall per Telefon oder E-Mail melden

Ein Befall mit Raupen des Eichen-Prozessionsspinners kann via Telefonanruf oder E-Mail gemeldet werden.

Stadt dehnt Einsatz auf Einrichtungen in nicht-städtischer Trägerschaft aus

Bis auf weiteres dehnt die Stadt ihren Anti-Raupen-Einsatz auch auf die sozialen Einrichtungen aus, die nicht in städtischer Trägerschaft sind. Hintergrund sind die Erfahrungen der letzten Tage. Der Markt ist schlichtweg angespannt. Sämtliche Firmen sind in weiten Teilen von NRW im Einsatz gegen die Raupen, es ist kaum möglich an schnelle, kurzfristige Einsätze zu kommen.

Daher übernimmt hier das Tiefbauamt der Stadt die Koordination und die Beseitigung mit dem Ziel, dass möglichst alle sozialen Einrichtungen raupenfrei sein können. Der Befall ist insgesamt jedoch so groß, dass nach einer Befallsmeldung nicht mit der sofortigen Entfernung der Raupen gerechnet werden kann, die Liste wird Baum für Baum nach Priorität abgearbeitet – das kann im Einzelfall einige Tage dauern.

Längere Sperrzeiten bei Parks

Bei den Parks ist aufgrund der großen Anzahl befallener Bäume mit noch längeren Sperrzeiten zu rechnen. Vor allem in den nördlichen Stadtteilen ist in diesem Jahr ein außergewöhnlich starker Befall mit den Raupen des Eichen-Prozessionsspinners festzustellen. Immer wieder kam es an Schulen zu Unterrichtsausfällen oder an Kitas zu Schließungen, weil einzelne Eichenbäume befallen waren. Große Grünbereiche wie Fredenbaumpark, Mengeder Volksgarten oder Hoeschpark hat die Stadt vorsorglich komplett gesperrt, weil hier ein besonders viele Raupen unterwegs sind. Dabei hat die Stadt die Parks nicht eingezäunt, sondern weist an allen Eingängen mit Barken und großen Hinweisschildern mit international verständlichen Piktogrammen auf die Gefahr und die Sperrung hin.

Folgende größere Grünflächen sind von Raupen des EPS befallen und daher gesperrt:

  • Fredenbaumpark
  • Hoeschpark
  • Mengeder Volksgarten
  • Friedhöfe Wischlingen und Kemminghausen
  • Teilbereiche Schulte-Witten-Park

Ein Befall anderer Friedhöfe ist nicht auszuschließen. Ebenso ist insbesondere in nördlichen Wäldern Vorsicht geboten (Kurler Busch, Grävingholz, Bodelschiwnger und Rahmer Wald).

Update (11. Juni): Zwischenbilanz nach Pfingsten - Stadt appelliert an Bürger, Hinweise ernst zu nehmen

Der extra eingerichtete Notdienst der Baumexperten vom Tiefbauamt hat über die Pfingsttage nur kleinere Stellen mit Nestern des Eichen-Prozessionsspinners entdeckt, abgesperrt und ihre Bekämpfung beauftragt. Die zahlreichen Veranstaltungen an Pfingsten konnten ohne größere Einschränkungen über die Bühne gehen.

Am Samstag, 8. Juni, waren jedoch etliche Menschen zu beobachten, die Absperrungen ignoriert und nicht beachtet haben, darunter Familien, die mit kleinen Kindern leichtsinnig in den Sperrzonen unterwegs waren. Die Stadt appelliert noch einmal an die Bürger, Hinweise ernst zu nehmen und sich an Absperrungen und Verhaltenstipps zu halten. Insbesondere an windigen Tagen wie dem vergangenen Samstag können die Brennhaare der Raupe weit über die Absperrungen hinaus durch die Luft fliegen. Insbesondere dann, wenn Vögel wie Meisen an den Raupen und ihren Nestern picken, was mehrfach beobachtet wurde. Das wirbelt die Brennhaare zusätzlich umher, weil die Gespinste aufgerissen werden.

Der Stadt sind zwar bislang keine Fälle bekannt, in denen Personen sich durch die Brennhaare am Wochenende verletzt hätten. Dies kann jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden, zumal keine Meldepflicht besteht. Es gibt daher keinen Anlass für die Ignoranz der Empfehlungen zum Schutz vor dem Eichen-Prozessionsspinner und seinen Raupen.

Gerade bei dem Wind am Samstag war zu beobachten, dass einzelne Info-Schilder umgeweht wurden. Nicht immer kann jemand das sein, der die Schilder wieder korrekt aufstellt. Daher bittet die Stadt auch darum, sich mit Hilfe der lokalen Medien und dem Stadtportal dortmund.de über größere abgesperrte Flächen auf dem Laufenden zu halten.

Vorsicht geboten in nördlichen Waldgebieten - Stadt rät von Spaziergängen im Kurler Busch, im Grävingholz, im Bodelschwingher und im Rahmer Wald ab

Die Schmetterlingsweibchen legen ihre Eier in Eipaketen von 30 bis 300 Eiern ab. Alle Raupen eines Eipakets schlüpfen in der Regel zum gleichen Zeitpunkt und entwickeln sich mit der gleichen Geschwindigkeit. Wie reif die Eipakete sind, kann sich aber unterscheiden, daher kann es auch viele Tage nach erfolgreicher Bekämpfung zu einem Wiederbefall an benachbarter Stelle kommen.

Vorsicht geboten ist auch in den nördlichen Waldgebieten der Stadt. In den südlichen Wäldern sind Eichen vergleichsweise seltener. Insbesondere im Kurler Busch, im Grävingholz, im Bodelschwingher und im Rahmer Wald wird ein Befall mit dem Eichen-Prozessionsspinner vermutet. Hier ist es aber kaum möglich Gegenmaßnahmen zu ergreifen, weil die Bereiche mit Hubwagen und Spezialausrüstung nicht gut zugänglich sind. Allenfalls an den Hauptwegen könnten die Raupen und Nester demnächst abgesaugt werden. Ein Spaziergang ist daher vorerst nicht zu empfehlen.

Erlebniswelt Fredenbaum zunächst bis 1). Juni gesperrt

Der Fredenbaumpark bleibt weiterhin gesperrt. Auch die Erlebniswelt am Fredenbaum bleibt zunächst bis Mittwoch, 19. Juni, geschlossen. Damit entfallen, vorerst bis zu diesem Datum, auch alle Veranstaltungen am Big Tipi.

Update (7. Juni, 15:30 Uhr): Hoeschpark komplett gesperrt - Freibad Stockheide ab 8. Juni geschlossen

Im Hoeschpark sind rund 60 Bäume mit den Raupen aufgefallen. Die Stadt hat daher den Park mitsamt der Sportanlagen vorsorglich mit sofortiger Wirkung abgesperrt. Für das Freibad Stockheide gilt die Sperrung erst ab Samstag.

Der Eichen-Prozessionsspinner ist hauptsächlich in den nördlichen Stadtteilen Dortmunds unterwegs: Mengede, Eving, Scharnhorst, Innenstadt-Nord und Brackel.

So sind in der Grünanlage am Brauksweg in Brackel ca. 30 Bäume befallen. Im Wohngebiet Hohenbuschei hat das Tiefbauamt rund 90 Eichen gezählt, an denen die Raupen kriechen. Diese Bäume, die fast alle schon vor der Bebauung dort wuchsen, sind aber so angeordnet, dass Anwohner trotz einzelner Absperrungen noch zu ihren Häusern kommen können. Generell werden einzelne Bäume vom Tiefbauamt in einem Radius von 250 bis 300 Metern abgesperrt. Erst bei vielen Überlappungen werden ganze Areale geschlossen.

Ursprüngliche Nachricht: Fredenbaumpark komplett gesperrt

Bereits am Dienstag, 4. Juni, musste der Fredenbaumpark aufgrund des starken Befalls mit dem Eichen-Prozessionsspinner, aus Sicherheitsgründen gesperrt werden . Die Haare der Raupen lösen heftige allergische Reaktionen aus. Bereits am 4. Juni hatte das Tiefbauamt Absperrungen und Hinweisschilder an allen 14 Eingängen des Fredenbaumparks aufgestellt, zunächst nur provisorisch, um schnell handeln zu können. Diese werden nun Zug um Zug durch größere Schilder ausgewechselt.

Mengeder Volksgarten betroffen - Fest der Bosnier muss ausfallen

Inzwischen wurde der Eichen-Prozessionsspinner auf weiteren Grünflächen in Dortmund entdeckt. Bei weiteren Kontrollen durch die Baumexperten des Tiefbauamtes stellte sich am Donnerstag, 6. Juni, heraus, dass die Raupen auch im Mengeder Volksgarten unterwegs sind – 80 Bäume sind hier befallen. Dem Tiefbauamt bleib keine andere Möglichkeit als den Park zu sperren.

Der Eichen-Prozessionsspinner kriecht ebenso an einigen Bäumen im Schulte-Witten-Park in Dorstfeld, hier wurden Teilbereiche daher abgesperrt.

Friedhöfe Wischlingen und Kemminghausen betroffen

Betroffen sind auch die Friedhöfe Dortmund. Auf dem Friedhof Wischlingen sind 40 Bäume vom Eichen-Prozessionsspinner befallen, zehn Bäume sind es in Kemminghausen. Auch hier weisen Absperrungen und Schilder an den Eingängen auf die Gefahr hin.

Der Befall der Allee "Am Beisenkamp" in Kirchderne ist hingegen nach der Absaugung der Raupen und ihrer Nester durch eine Spezialfirma inzwischen beseitigt.

Was ist zu tun, wenn man der Raupe oder ihren Brennhaaren zu nahe gekommen ist?

Das Gesundheitsamt der Stadt Dortmund gibt dazu folgende Tipps:

  • Kleidung schnell wechseln
  • Ausgiebig duschen und das Kopfhaar waschen
  • Auf keinen Fall kratzen, weil die Brennhaare dadurch tiefer in die Haut gelangen können
  • Wenn die Brennhaare in die Augen geraten, besteht die Gefahr einer Bindehautentzündung – dann sofort den Augenarzt aufsuchen!
  • Sind die Brennhaare eingeatmet worden, kann Atemnot entstehen – dann sofort einen Arzt aufsuchen!

Bei kleineren Symptomen auf der Haut sind meistens keine Maßnahmen erforderlich, sie bilden sich auch unbehandelt wieder zurück. Eingedrungene Raupenhaare können eventuell mit Hilfe der Klebeseite von Pflasterstreifen entfernt werden. Es ist davon auszugehen, dass das Problem Eichenprozessionsspinner nicht überall vollständig beseitigt werden kann. Es ist daher unbedingt notwendig, die eigene Verhaltensweise umsichtig der Gefahr anzupassen.

Behandlung der Schädlinge an Schulen und Kitas hat Priorität

Wenn städtische Schulen und Kindertageseinrichtungen befallene Bäume melden, werden diese bevorzugt behandelt, damit der Betrieb hier möglichst schnell wieder aufgenommen werden kann. In der Regel handelt es sich um kleineren Befall einzelner Bäume. Die Kommunikation mit den Eltern funktioniert hier nach bewährtem Muster – wie in anderen Situationen, in denen der Unterricht kurzfristig ausfällt oder eine Kindergärtnerin krank ist. Für die Betreuung der Kinder konnte bislang in allen Fällen ein Ersatz organisiert werden. Die Eltern sind daher immer rechtzeitig eingebunden. Lehrern und Kinderbetreuern sind Merkzettel mit Verhaltenstipps zur Verfügung gestellt worden und es gibt Ansprechpartner für Fragen. Der Eichen-Prozessionsspinner und seine Raupen ist in vielen Klassen inzwischen auch Unterrichtsthema.

Stadt kann EPS nur auf eigenen Flächen bekämpfen

Nach der Beseitigung der Raupen und ihrer Nester durch die Spezialisten, werden die betroffenen Bereiche erst nach einer weiteren Kontrolle durch das Tiefbauamt wieder frei gegeben. Wichtig zu wissen: Die Stadt kann nur auf den eigenen Flächen eingreifen. Andere Eigentümer stehen auf ihren Arealen selbst in der Pflicht. Das betrifft nicht nur die privaten Gärten, sondern auch Flächen, die von Wohnungsunternehmen, Deutsche Bahn, Emschergenossenschaft oder Straßen.NRW betreut werden.

Bei Befall im eigenen Garten: Fachfirma beauftragen

Wenn ein Befall in privaten Gärten festgestellt wird, ist immer der Eigentümer des Grundstücks gefragt. Er muss eine Fachfirma mit der Bekämpfung beauftragen. Diese kann Biozid einsetzen oder Absaugmaßnahmen durchführen. Aus Umweltschutzgründen ist jedoch ein breiter Einsatz von Insektiziden nicht erwünscht, da die Mittel oft über eine Breitbandwirkung verfügen und dann auch Nützlinge abtöten. Sind der Befall und das Belastungsrisiko gering, reicht eine Überwachung des Befalls.

Häufige Fragen und Antworten zum Eichen-Prozessionsspinner

Was ist eigentlich der Eichen-Prozessionsspinner (EPS) für ein Tier?

Der Eichen-Prozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ist ein Nachtfalter, also ein Schmetterling. Es ist kein eingewandertes Tier, sondern war immer schon heimisch in Mitteleuropa. Es gibt Hinweise darauf, dass es schon vor 200 Jahren Eichen-Prozessionsspinner-Plagen gegeben hat.

Wo halten sich die Tiere am liebsten auf?

Der Eichen-Prozessionsspinner lebt wirtsspezifisch. Das bedeutet er kommt nur an Eichen fast jeder Art, insbesondere an der deutschen Eiche vor. Gelegentlich, wenn der Befallsdruck sehr hoch ist, gibt er sich auch mit der Hainbuche zufrieden. Den Wirtssprung hat er noch nicht geschafft. Allerdings: Auch im direkten Umfeld der Eichen können Raupenpopulationen gefunden werden, zum Beispiel an Spielgeräten neben oder unter Eichen.

Warum sind die EPS vorwiegend in den nördlichen Stadtteilen?

In den nördlichen Stadtteilen ist der Bestand an Eichen deutlich höher als in den südlichen Bezirken. Viele Weibchen legen ihre Eier in der direkten Umgebung der Stelle ab, wo sie aus der Puppe geschlüpft sind. Geschätzt wird, dass das Areal sich durchschnittlich um 7,5 km pro Jahr erweitert. Daher sind Gebiete, in denen der EPS stark auftritt, auch im Folgejahr wieder gefährdet.

Warum sind die Raupen eigentlich ein Problem?

Ab dem dritten Raupenstadium (von 5 bis 6 Stadien) entwickeln sich bei den Larven "Brennhaare". Diese sind mit Widerhaken besetzt, welche ein Nesselgift enthalten. Diese Haare können noch bis zu fünf Jahren toxische Reaktionen hervorheben. Daher ist es sinnvoll auch die verlassenen Nester noch abzusaugen. In den ersten beiden Raupenstadien und auch später beim fertigen Falter gibt es keine Brennhaare.

Wie können sich Spaziergänger, Kinder oder Hunde vor den Raupen schützen?

Im Wesentlichen sind drei Verhaltensweisen geboten:

  • Bereiche, in denen Befall festgestellt wird, sind zu meiden.
  • Die Raupen und insbesondere die Nester, vor allem wenn diese verlassen sind, nicht berühren oder vom Baum schlagen. Dies führt zu einer Aufwirbelung der Brennhaare.
  • Offene Hautpartien sind abzudecken und ggf. ein Augenschutz und ein Mund- und Nasenschutz zu tragen.

Welche Verhaltenstipps kann man geben, wenn man plötzlich an einem Baum vorbeikommt und einen Befall entdeckt (oder vermutet)?

Zuerst einmal die vorsichtige Baumbestimmung: Handelt es sich tatsächlich um eine Eiche? Es gibt andere Raupen, die an anderen Baumarten unterwegs sind und ganz ähnliche Nester bauen (Beispiel Gespinstmotte). Wenn es sich dann tatsächlich um den Eichen-Prozessionsspinner handelt, insbesondere auf die Windrichtung achten und sich von den befallenen Stellen entfernen.

Wo kommen diese Tiere plötzlich in so großer Zahl her? Hat man sie früher einfach nie beachtet, weil man die Gefahr nicht kannte?

Seit rund zwanzig Jahren ist in Deutschland ein deutlicher Anstieg der Populationsdichte des Eichen-Prozessionsspinners zu verzeichnen. Grund hierfür ist vor allem der Klimawandel, der zu milderen Wintern und erheblich wärmeren und trockeneren Sommern führt. Dieses Klima in Verbindung mit geringeren Regenmengen während der Larvenentwicklung von April bis Mai begünstigt die Entwicklung des EPS in hohem Maße. Insbesondere die milden Winter sorgen dafür, dass große Teile der Population überleben können.

Wird das Problem in Zukunft noch größer?

Wie viele Städte in der Region ist Dortmund von dem sehr starken Aufkommen des EPS überrascht worden. Es ist davon auszugehen, dass der EPS auch in den kommenden Jahren auftreten wird. Die Stadt wird sich darauf vorbereiten, um zusätzlich zu den Rahmenvertragspartnern selbst in der konkreten Bekämpfung tätig werden zu können. In Zukunft sollten die bekannten Gegenmaßnahmen auch ergänzt werden durch die Stimulierung natürlicher Feinde. Straßenränder sollten biodivers statt monokulturell bepflanzt werden. Diversität an Baumarten bietet mehr Risikostreuung, auch was andere Schädlinge und Krankheiten anbelangt. Der Klimawandel forciert das Auftreten verschiedener Baumkrankheiten auch an Arten wie Kastanie, Ulme, Ahorn oder Esche.