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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Kultur

Erste Hilfe fürs Kulturgut: Dortmund Archive kooperieren mit der Feuerwehr

Nachricht vom 12.05.2021

Sieben große Rollwagen mit Notfallmaterialien sind am Dienstag, 11. Mai, bei der Feuerwehr Dortmund in Dorstfeld eingelagert worden. Sie enthalten eine "Erste Hilfe"-Ausstattung für die Bergung, Erstversorgung und Sicherung von Kulturgut nach Katastrophen.

Erste Hilfe fürs Kulturgut: Dortmund Archive kooperieren mit der Feuerwehr – Notfall-Rollwagen eingelagert

Ein Rollwagen, der von der Feuerwehr abgeholt wird.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Ilka Minneker

Angeschafft wurden die Wagen vom Notfallverbund Dortmund, der sich Anfang 2019 gegründet hat, um das Dortmunder Kulturgut gemeinsam besser schützen zu können.

Zum Notfallverbund Dortmund gehören aktuell neun Archive, Bibliotheken und Sammlungen: das Baukunstarchiv NRW, das Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt, das Institut für Zeitungsforschung, das Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse e.V., das Stadtarchiv Dortmund, die Stadt- und Landesbibliothek Dortmund, die Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv, das Universitätsarchiv und die Universitätsbibliothek der TU Dortmund.

Gegenseitige Unterstützung

Überflutungen, Feuer oder Gebäudeschäden - das schriftliche Kulturgut ist vielen Gefahren ausgesetzt. Die Mitglieder des Dortmunder Notfallverbunds haben sich zur gegenseitigen Unterstützung verpflichtet. Sie entwickeln Notfallpläne, führen Übungen durch und tauschen kontinuierlich Wissen und Informationen aus. Regelmäßige Treffen sorgen dafür, dass die Notfallplanung für Kultureinrichtungen als Daueraufgabe ernst genommen wird. Jedes Haus hält Notfallmaterialien für kleine Schadensereignisse in so genannten Notfallboxen bereit.

Um aber auch für größere Katastrophen gerüstet zu sein, hat der Notfallverbund Dortmund nun sieben Notfall-Rollwagen für insgesamt 22.213 Euro angeschafft und diese mit zusätzlichen Materialien bestückt. Finanziert wurde die Anschaffung durch Eigenanteile der Mitglieder sowie eine Bundesförderung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), die Kulturstiftung der Länder (KSL) sowie die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK).

Alarmierung über Telefonkette

In den Wagen enthalten sind Hilfs- und Arbeitsmittel wie Sackkarren, Bergungsbehälter, Kabeltrommeln und Stirnleuchten, Werkzeuge wie Hacken, Hämmer und Schaufeln, Verbrauchsmaterial wie Stretchfolie, Schutzbekleidung wie Atemmasken, Sicherheitsstiefel, Handschuhe und Overalls sowie größere Gerätschaften, beispielsweise Arbeitstische und Leitern, die nicht von jedem Mitglied des Notfallverbundes vor Ort vorgehalten werden können. Die zentrale Organisation der Materialien spart Kosten und senkt den Aufwand für Wartung und das Beschaffen von Ersatz.

Im Notfall alarmieren sich die Mitglieder des Verbundes über eine Telefonkette gegenseitig, die Feuerwehr Dortmund transportiert die Rollwagen mit den Materialien ohne Zeitverlust an den Schadensort, und die Rettungsmaßnahmen können binnen weniger Minuten beginnen.

Bewusstsein für Gefährdung der kulturellen Überlieferung

Das Hochwasser im Dresdener Zwinger, der Brand in der Anna-Amalia-Bibliothek Weimar und der Einsturz des Stadtarchivs Köln haben seit Ende der 1990er-Jahre deutschlandweit das Bewusstsein für die Gefährdung der kulturellen Überlieferung geschärft. Die Mitglieder des Notfallverbundes Dortmund sind mit den eingelagerten Notfall-Rollwagen bestens auf größere Katastrophen vorbereitet. Trotzdem hoffen alle Mitglieder, dass die Notfallmaterialien nie zum Einsatz kommen müssen.

Zum Thema

Weitere Informationen bei Dr. Ilka Minneker (Vorsitz) c/o Westfälisches Wirtschaftsarchiv (WWA), Märkische Str. 120, 44141 Dortmund (i.minneker@dortmund.ihk.de).

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.