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Exhum.-Nr. 71, 1 goldener Trauring, Fundort: Ev. Friedhof Dortmund-Hörde

Stadtarchiv

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Alle Rechte vorbehalten Steinwache Dortmund

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Karfreitag 1945

Ein Ehering als Zeugnis des Massenmordes

Exhum.-Nr. 71, 1 goldener Trauring, Fundort: Ev. Friedhof Dortmund-Hörde

Exhum.-Nr. 71, 1 goldener Trauring, Fundort: Ev. Friedhof Dortmund-Hörde
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Alle Rechte vorbehalten Steinwache Dortmund

Dieser Ehering wurde 1954 im Rahmen einer Umbettungsaktion von Gestapo-Opfern in einem Massengrab auf dem evangelischen Friedhof in Hörde gefunden. Der oder die Besitzer*in des Rings war mutmaßlich im nahegelegenen Rombergpark erschossen worden. Die meisten gefundenen Opfer hatte man nicht identifizieren können. So blieben kleine persönliche Gegenstände als einzige Zeugnisse erhalten. Was aber war geschehen?

Ende März 1945 hatte die Dortmunder Gestapo mit der Evakuierung ihrer Dienststelle begonnen. Zu diesem Zeitpunkt war das Ruhrgebiet durch amerikanische Truppen im "Ruhrkessel" eingeschlossen worden. Neben der Verlagerung von Material und Personal ins sauerländische Hemer hatte dieser Schritt vor allem die Überprüfung der eigenen Häftlinge und die Entscheidung darüber, wer leben und wer sterben sollte, bedeutet.

Schon seit Beginn des Zwangsarbeitereinsatzes von Menschen aus Polen und der Sowjetunion hatte man immer wieder einzelne von ihnen wegen als schwer erachteter Regelverstöße exekutiert. Zuletzt hatten Beamte der Dortmunder Gestapo im Februar und März 1945 in der Nähe von Lüdenscheid sowie in der Bittermark in vier Massenexekutionen etwa 90 Menschen erschossen.

In der Nacht zu Karfreitag hatten dann die Massenexekutionen der Häftlinge, Deutscher wie Ausländer, denen man "Delikte" wie Hochverrat, Spionage und anderes vorwarf, begonnen. Bis in die Osterwoche hinein wurden an sechs Bombentrichtern im nahe der Dienststelle gelegenen Rombergpark insgesamt wahrscheinlich 145 Menschen ermordet – unter ihnen der oder die Träger*in des Rings. Die letzten drei Opfer erschoss ein Gestapokommando auf einem Bahngelände kurz bevor man sich endgültig aus der Stadt absetzte. Am 13. April wurde Dortmund von amerikanischen Truppen befreit.