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Dortmunder U – Zentrum für Kunst und Kreativität

Bild: Hans Jürgen Landes Fotografie

Studium

Technische Universität Dortmund verlegt Seminare ins Dortmunder U

Nachricht vom 07.05.2018

Der Kunstdidaktik-Professor der TU Dortmund verlegt seine Seminare und sein Büro mit Beginn des Sommersemesters auf die Hochschuletage des Dortmunder U, auf den Campus Stadt. Das Kulturzentrum wird damit zum Studienort.

Seit Beginn des Sommersemesters findet das Seminar „Kunst, Medien und Vermittlung“ auf der Hochschuletage des Dortmunder U statt

Seit Beginn des Sommersemesters findet das Seminar „Kunst, Medien und Vermittlung“ auf der Hochschuletage des Dortmunder U statt
Bild: Oliver Schaper/TU Dortmund

Wenn man sein 40-jähriges Dienstjubiläum feiert, kann das Anlass für Neues sein – jedenfalls ist es das für Klaus-Peter Busse: Mehr als 40 Studierende des Seminars "Kunst, Medien und Vermittlung" sitzen donnerstags in einem ungewöhnlichen Seminarraum: dem "Aquarium", einem Zimmer, das mit einer Glaswand von der Ausstellungsfläche der TU Dortmund auf der Hochschuletage abgetrennt ist. Prof. Busse erläutert mit ihnen an Beispielen den Kunstbegriff. Ein großer Flachbildschirm wird zur Projektionsfläche, wenn Busse Objekte oder Bilder zeigt. "Ich finde toll, dass wir mit dem Seminar ins U umgezogen sind", sagt Acelya Ördü. Die 19-Jährige kommt aus Bochum, studiert im zweiten Semester Kunst und Englisch für das Lehramt. Mit dem Studienort "U" hat sie das Kulturzentrum erst kennengelernt. "Wir können im Anschluss an das Seminar eine Etage höher gehen und dort im städtischen Museum viele Bilder und Objekte betrachten, die uns gerade im Seminar gezeigt wurden", meint Ördü. "Wir müssen zwar für das Seminar von der Uni in die Stadt pendeln", meint Kunststudent Patrick Schattka (26). "Aber eigentlich ist es logisch, das Seminar hier abzuhalten. Das bringt mehr Leben auf die Etage."

Das ist auch ein Grund für Professor Busse, mit dem Seminar umzuziehen. Und nicht nur mit dem Seminar: Busse hat auch sein Büro auf die Hochschuletage verlegt. Das wiederum hilft ihm bei seinem "Zweitjob": Der Kunstdidaktik-Professor vertritt seit 2010 die Interessen der TU Dortmund für das Dortmunder U. Als er vor acht Jahren diese Aufgabe für das Projekt "Kulturhauptstadt RUHR.2010" zusätzlich übernahm, sah die Hochschuletage noch sehr spartanisch aus. Sie war eine Baustelle. Es gab keinen Bodenbelag, die Stellwände waren aus nacktem Sperrholz. "Wir haben monatelang in einem Provisorium gearbeitet", berichtet er. Inzwischen wurden die Potenziale der Hochschuletage entwickelt und genutzt. Die TU Dortmund führte viele Ausstellungen, Lehrveranstaltungen, Lesungen, Workshops, Symposien und andere Veranstaltungen durch. Die Hochschuletage wurde zum Campus Stadt. Und da war es logisch, dass Busse nicht nur sein Büro, sondern auch Seminare ins Dortmunder U verlegt hat.

Dieser Neustart ist ungewöhnlich für einen Mann, der zu den wenigen Menschen zählt, die ihr 40-jähriges Betriebsjubiläum feiern können. Am 19. April war es soweit. Die Besonderheit bei Prof. Busse ist, dass "sein Betrieb" der öffentliche Dienst ist, dass also zu seinen Arbeitszeiten Wehr- und Ersatzdienst ebenso mitzählen wie die knapp 20 Jahre, die er als Studiendirektor an einer Schule und an einem Studienseminar gearbeitet hat. Professor an der TU Dortmund ist er seit seinem 46. Lebensjahr.

Nach diesem Sommersemester wird er weitere zwei Semester mit Seminaren im Dortmunder U bestreiten. Dann geht der Professor in Pension. Die Arbeit als Beauftragter der TU Dortmund für das Dortmunder U bleibt ihm allerdings auch nach der Pensionierung erhalten – und er damit dem Dortmunder U. Dort wird er sich weiter darum kümmern, dass diese Brücke der Universität in die Stadt Dortmund häufig beschritten wird. Und das, so Busse, "gern in beide Richtungen".

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