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Veranstaltungskalender

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Soeren Spoo

Geheimdienste

Artists + Agents

Performancekunst und Geheimdienste in Osteuropa

Ab Oktober 2019 ist – anlässlich "30 Jahre Mauerfall" – die aufwändig recherchierte internationale Gruppenausstellung Artists + Agents – Performancekunst und Geheimdienste in Osteuropa zu sehen. Kuratiert wird die in Kooperation mit der Universität Zürich entstehende Ausstellung von Inke Arns, Kata Krasznahorkai und Sylvia Sasse.

Nach 1990 wurden viele Geheimdienstarchive der ehemaligen Ostblock-Länder für die wissenschaftliche Forschung geöffnet. Dadurch war es erstmals möglich, die Dokumentation von Kunst durch Spitzel und die Einflussnahme der Geheimdienste auf künstlerische Arbeiten zu untersuchen. Die Ausstellung will vor allem die Interaktion von Geheimdienstaktionen und Performancekunst zeigen, jener Kunstrichtung, vor der sich die totalitären Staaten Osteuropas am meisten fürchteten.

Die Recherche für dieses Projekt hat verdeutlicht, dass die Geheimdienstakten wenig über die Beobachteten, viel hingegen über die Ängste und Strategien der Beobachter*innen offenbaren. Diese Ängste und Strategien, die sich selbst bis in die kleinsten Details dieser Akten zurückverfolgen lassen – Narrative, Wortwahl, Abkürzungen, Satzzeichen und Auslassungen –, sind nicht nur für die Kunstgeschichte von besonderer Bedeutung, sondern leisten auch einen Beitrag zur Sensibilisierung der heutigen demokratischen Gesellschaften für die Gefahren und Warnzeichen von Diktaturen. Die Geheimdienstberichte dokumentieren, zuweilen bis ins kleinste Detail, künstlerische Tätigkeiten; sie sprechen von der Überwachung und "Bearbeitung” ("Zersetzung", "Liquidierung”) der Künstlerszene und geben Informationen über das aktive, operative Eingreifen des Staates in die künstlerische Produktion preis. Allerdings verwendeten nicht nur die Künstler*innen performative Techniken; auch die Agent*innen mussten "performen” um relevante Informationen über Performancekunst zu gewinnen.

Um die Relevanz dieser Fragen für die Gegenwart zu verdeutlichen, wird die Ausstellung 2019 stattfinden, in dem Jahr, in dem sich der Fall des Eisernen Vorhangs zum 30. Mal jährt.

In der DDR war es die demokratische Opposition (darunter auch viele Künstler*innen), die 1989 die Stasi-Zentralen stürmten. Im Vorfeld der Ausstellung wurden umfangreiche und gezielte Recherchen in Geheimdienstarchiven in Ungarn, Polen, der Tschechischen Republik, Rumänien und Deutschland durchgeführt. Die Ausstellung konzentriert sich auf Beispiele aus diesen Ländern aus den Jahren 1960-1990.

Veranstaltungsinformation

Geheimdienste: Artists + Agents

Freitag, 1. November 2019
(26.10.2019 - 23.02.2020)
11:00 - 20:00 Uhr

Hartware MedienKunstVerein im Dortmunder U
44137 Dortmund