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Veranstaltungskalender

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Soeren Spoo

Lesung

Für, gegen und ohne Kommunismus - Erinnerungen

Hinweis

Aus aktuellem Anlass zeigen wir nur Präsenzveranstaltungen an, die ab dem 08.03.2021 geplant sind.
Es wird weiterhin empfohlen, beim angegebenen Veranstalter nähere Informationen über die Durchführung von Veranstaltungen einzuholen.

Lesung mit György Dalos

Als der 1943 als Sohn ungarisch-jüdischer Eltern in Budapest geborene György Dalos im Frühjahr 1960 dem Kommunistischen Jugendverband beitrat, war er plötzlich von Gleichaltrigen umgeben, die sich als Avantgarde der Nachkriegsgeneration begriffen. Das schien der Ausweg aus der von den Toten umgebenen Einsamkeit des Jüdischseins.

Als der 1943 als Sohn ungarisch-jüdischer Eltern in Budapest geborene György Dalos im Frühjahr 1960 dem Kommunistischen Jugendverband beitrat, war er plötzlich von Gleichaltrigen umgeben, die sich als Avantgarde der Nachkriegsgeneration begriffen. Das schien der Ausweg aus der von den Toten umgebenen Einsamkeit des Jüdischseins. Der glühende Kommunist wurde mit einem Studienplatz in Moskau belohnt. Aber dann kam alles ganz anders.  Für den Kommunismus: Das begann schon damit, dass die Rote Armee im Januar 1945 die Mauern des Budapester Ghettos durchbrochen hatte. Dadurch bewahrte sie den 1943 geborenen György und seine Eltern vor dem Abtransport in ein deutsches Vernichtungslager. Ohne den Kommunismus: Das war das Resultat des Ernüchterungsprozesses, dem sich der kommunismustrunkene Geschichtsstudent in der sowjetischen Wirklichkeit ausgesetzt sah. Ebenso unerwartet begann über Nacht im Jahr 1968 das Leben als Dissident gegen den Kommunismus, als der nach Ungarn zurückgekehrte Schriftsteller wegen angeblicher maoistischer Umtriebe zu sieben Monaten Haft verurteilt wurde.

György Dalos, geboren 1943 in Budapest, studierte an der Moskauer Universität und war Mitglied der Ungarischen KP bis 1968, als er wegen "staatsfeindlicher Aktivitäten" Berufs- und Publikationsverbot erhielt.

Von 1987 bis 1995 lebte er abwechselnd in Wien und Budapest und arbeitete u.a. für deutsche Rundfunkanstalten und Zeitungen. 1995 erhielt er den Adalbert-von-Chamisso-Preis. Von 1995 bis 1999 leitete er das Ungarische Kulturinstitut in Berlin. Zahlreiche Veröffentlichungen und Preise. György Dalos lebt als freier Schriftsteller in Berlin.

Veranstaltungsinformation

Lesung: Für, gegen und ohne Kommunismus - Erinnerungen

Veranstaltung liegt in der Vergangenheit.
Sonntag, 24. Januar 2021
11:00 Uhr

Veranstalter

Auslandsgesellschaft.de e.V.