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Rosensträucher mit dem Florianturm im Hintergrund

Westfalenpark Dortmund

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Stefanie Kleemann

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Herrschaft über Berge von Laub

Der Herbst macht im eigenen Garten schon viel Arbeit, wenn Bäume und Sträucher ihr Blätterkleid verlieren. Im Westfalenpark ist die Dimension noch ein bisschen größer. Auch jetzt im Dezember ist Markus Scherer, Vorarbeiter des Westfalenpark-Teams West I, noch mit seinem Team "in Sachen Laub" unterwegs. Welche (Laub-) Berge im Flachland entstehen können, hat sich Therese Backhaus-Cysyk angeschaut.

"Von Mitte Oktober bis zu dem Zeitpunkt, wenn keine Blätter mehr an den Bäumen und Sträuchern hängen, dauern bei uns die Laubpflegearbeiten an", erzählt Markus Scherer, während er zwei Laubblasgeräte mit Treibstoff befüllt. Dann schultert er eines der Blasgeräte auf seinen Rücken – ähnlich einem Rucksack, das zweite Gerät setzt seine Kollegin auf. Meist arbeiten sie im Team zu fünft. Neben Vorarbeiter Scherer, gehören zwei Vollzeitkräfte sowie zwei Teilzeit-Mitarbeiterinnen zum Team West I. An diesem Vormittag im Dezember übernehmen die Mitarbeiter mit den beiden Blasgeräten die größeren Rasenflächen, während zwei Mitarbeiterinnen mit Laubrechen kleineren Grasflächen zwischen den breiten Wegen zu Leibe rücken und dort das Laub zusammenrechen.

Bei der Arbeit mit dem Laubbläser ist neben Sicherheitsschuhen und Handschuhen der Gehörschutz ein Muss. Ist der Benzinmotor erst einmal gestartet, arbeiten die beiden Kollegen in gleichmäßigem Tempo nebeneinander her und blasen mittels einer großen Düse das Laub vom Rasen entlang an Sträuchern und Baumstämmen zusammen. Die Düse ist leicht gekrümmt, so dass der Luftstrom im exakten Winkel das Laub aufwirbelt. Langsam entwickelt sich ein Streifen aus braunem Laub, später ein riesiger Laubberg. Das Laub wird dann auf einem Anhänger oder auf der Ladefläche eines Transportes zum Kompost gefahren.

Bilderstrecke: Herrschaft über Berge von Laub

Zwei Mitarbeiterinnen beim Beladen des Anhängers 10 Bilder
Zwei Mitarbeiterinnen des Teams West I beladen den Anhänger mit Laub.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Therese Backhaus-Cysyk

Während auf den Rasenflächen ein regelmäßiger Durchgang nötig ist – "wir kommen rund drei bis sechsmal zu jeder Rasenfläche bis das gesamte Laub weg ist", zeigt Scherer auf - bleibt in den Staudenbeeten ein Teil des Laubs liegen. Das Laub schafft Unterschlupf für Tiere und schützt Stauden vor starkem Frost. Einzig die Staudenbeetränder werden freigeblasen, damit die Wege freibleiben, um den Besuchern des Parks einen sicheren Durchgang zu ermöglichen. Die Rasenflächen profitieren von der Pflege des Teams West. "Würde das Laub auf dem Rasen liegen bleiben, werden die Halme schnell gelb und der Rasen vermoost zusehends", erklärt Scherer und freut sich, dass es an diesem Dezembertag nicht zu nass ist. "Wenn es zu stark geregnet hat, kleben die Laubblätter auf dem Gras zusammen und wir tun uns wesentlich schwerer, das Laub zusammenzutragen."

Neben den Laubpflegearbeiten gehören Staudenrückschnitt und Gehölzschnitt im westlichen Teil des Westfalenparks zu den Aufgabenbereichen von Markus Scherer und seinem Team. "Wenn wir die Arbeiten rund um das Laub abgeschlossen haben, nehmen wir uns die Staudenbeete vor", zeigt Scherer auf und weist auf ein Beet, in dem Blüten und Blätter der Stauden bereits braun verfärbt und unansehnlich geworden sind. Manchmal sehen abgestorbene Triebe oder vertrocknete Blütenstände von Prachtstauden ganz malerisch für den Besucher aus, wenn sie an kalten Tagen von Raureif oder sogar von Schnee überzogen sind. Und in kälteren Gegenden kann das Laub die Stauden vor zu kalten Temperaturen schützen. Aber im Park ist der Pflegedurchgang notwendig, um den Stauden ausreichend Licht für ihren Neuaustrieb zu bieten und sie vor Krankheiten und Schädlingen zu schützen.

"Das Frühjahr ist für uns die schönste Jahreszeit", freut sich Scherer mit der Aussicht auf wärmere Tage bei der Arbeit im Freien, aber auch auf die Kulisse, wenn alles wieder grünt und blüht. Doch auch dann reißt die Arbeit des Pflegeteams nicht ab. Randstreifen an den Wegen müssen ebenso gepflegt werden, wie die Wege selbst. Ab dem Frühjahr werden turnusgemäß auch wieder Pflegedurchgänge fällig, bei denen vor allem Unkraut im Visier des Teams ist. Gepflegte, unkrautfreie Beete erfreuen nicht nur unsere Besucher, weiß Scherer, der stets mit offenen Augen durch sein "Revier" läuft oder fährt und ein Auge darauf hat, wo er als nächstes mit seinem Team gebraucht wird.

Zu den Highlights der Besucher gehört beispielsweise der Bürgergarten, der als Senkgarten angelegt ist. "Dieser Parkbereich wird gerade neu gestaltet", erklärt Scherer und weist auf die Absperrung. Über den Zaun hinweg erkennt der Besucher deutlich die neue Gestaltung. Wege und Beete wurden ausgebessert, "im Frühjahr wird neu gepflanzt". Den Auftrag hat eine Landschaftsbaufirma übernommen, die nach der Neupflanzung für ein Jahr die Pflege übernimmt. "Erst dann kommen wir als Team West I wieder dort zum Einsatz", erzählt Scherer.

Bevor die Besucher im Frühjahr wieder auf der Außenterrasse der "CoffeeAngels Lounge" sitzen und von dort auf den Teich schauen, wird er geleert und gesäubert. Das gehört auch zu den Aufgaben des West I-Teams, ebenso wie die Säuberung des Flamingoteiches. "Da der Teich hier keinen Grundablauf besitzt, wird Wasser, Laub und Schlamm mit Hilfe einer Pumpe in einen Saugwagen abgepumpt", erzählt Scherer zu dem Prozedere. "Dann wird der Teichgrund mittels Hochdruckreiniger gesäubert und abschließend wieder frisches Wasser eingefüllt. Leider haben wir noch keinen Schatz auf dem Grund gefunden", ergänzt Scherer schmunzelnd.

Stauden: Pflanzung sollte gut geplant sein

Wer im Frühjahr in seinem Garten ein neues Beet mit Stauden anlegen möchte, kann jetzt im Winter, wenn die Arbeiten im Garten ruhen, schon einmal planen. Zuerst sollten besonders auffällige Stauden gewählt werden, die als sogenannte Prachtstauden ein Hingucker sind. Darum herum lassen sich untergeordnet weitere Sorten oder auch kleinere Gehölze gruppieren, wobei nicht nur auf eine Vielfalt bei Blüten und Farben Wert gelegt werden sollte. Auch Blattstrukturen wirken interessant. Ton-in-Ton-Kombinationen bieten viele Möglichkeiten. Wer es pflegeleicht haben möchte, entscheidet sich für langlebige Stauden, wie etwa Taglilien (Hemerocallis), Christrosen (Helleborus), Funkien (Hosta) und ähnliche. Der Rand des Beetes sollte mit Stauden bepflanzt werden, die mit ihren Blättern den Boden bedecken, wie Storchenschnabel (Geranium) oder Frauenmantel (Achillea). Auch, wenn es im ersten Jahr für den Betrachter nicht vollständig wirkt, sollte nicht zu dicht gepflanzt werden. Sonst müssen spätestens im dritten Standjahr wieder Stauden entfernt werden, damit alle Pflanzen genügend Licht und Nährstoffe bekommen. Als Lückenfüller eigenen sich ein- und zweijährige Blütenpflanzen, wie Mohn (Papaver), Vergissmeinnicht (Myosotis) oder Fingerhut (Digitalis).