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Andenkondor

Zoo Dortmund

Bild: Karl-Rainer Ledvina

Andenkondor

Äußere Beschreibung
Mit einer Flügelspannweite von bis zu 3,2 Metern und einem Gewicht von bis zu 15 kg ist der Anden-Kondor der größte flugfähige Vogel Südamerikas. Das Erwachsenen-Gefieder erhalten Anden-Kondore erst im Alter von etwa sechs Jahren – die Grundfarbe ist schwarz, die Schwungfedern fast weiß, darunter liegende Federn zumindest weiß gerandet, mit einer auffälligen weißen Halskrause. Kopf und Hals sind unbefiedert, purpurrot am Halsansatz, graurot in der Mitte und gelblich am Kopf selbst. Anden-Kondore haben einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus: die Männchen tragen einen deutlichen Hautkamm auf dem Kopf und Hautanhänge am Hals, die dem Weibchen fehlen.

Das Jugendgefieder ist braun, die nackte Haut dunkel; über die Jahre dunkelt das Gefieder ein. Die Halskrause bildet sich erst bei den erwachsenen Kondoren aus.

Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Anden-Kondors erstreckt sich namentlich über die Gesamtausdehnung der Anden von Venezuela bis Feuerland. In Peru und Chile kommen die Kondore bis zur Küstenebene vor.

Andenkondor

Der Andenkondor ist der größte flugfähige Vogel Südamerikas.
Bild: Karl-Rainer Ledvina

Verhalten
Anden-Kondore gehören zur Familie der Neuweltgeier (Cathartidae). Im Gegensatz zu anderen Greifvögeln müssen Kondore ihre Opfer nicht töten, sie ernähren sich in erster Linie von Aas – hauptsächlich Kadaver von großen und mittelgroßen Säugetieren. Um Nahrungsquellen zu finden, nutzen Kondore die warmen Aufwinde, um aus luftiger Höhe das offene Grasland nach Kadavern abzusuchen. Hauptnahrungsquelle sind die Kadaver von Guanakos und (an den Küsten) von großen Meeressäugern; immer häufiger aber auch tote Nutztiere, wie Rinder und Schafe. Die Nahrungssuche beginnt am späten Morgen, wenn starke Aufwinde auftreten. Kondore legen weite Strecken bei der Futtersuche zurück. Einzelne Flüge bis zu 150 Meilen wurden dokumentiert.

Lebensraum
Der Anden-Kondor ist namentlich im Hochgebirge der Anden bis in die höchsten Höhen zu Hause. Meistens hält er sich über offenem Grasland auf, welches er nach Kadavern absucht. Menschliche Siedlungen werden gemieden. In Peru und Chile steigen die Kondore hinab bis in die Wüstenstreifen entlang der Küste, die sie nach gestrandeten Walen, Seehunden oder Seevögeln absuchen. In Argentinien sind Anden-Kondore auch in den Grasebenen Patagoniens bis zum Südufer des Rio Negro zu finden.

Wanderungen finden nicht statt. Die Reviergröße schwankt zwar beträchtlich, doch bleiben Anden-Kondore im Grunde genommen ortstreu. Jedoch wechselt der bevorzugte Lebensraum eines Kondors mit den jeweiligen Bedürfnissen. Zur Nahrungssuche präferiert er offene Landschaften in alpinen Regionen Zum Ruhen und Sonnen sucht er sich hohe Bäume, Klippen oder tote Holzstämme aus.

Zum Brüten zieht er sich in geschützte Gebirgsregionen zurück, wo die Nester auf Felsvorsprüngen angelegt werden.

Fortpflanzung und Zucht
Nachdem sich ein Paar einmal gefunden hat, bleibt es ein Leben lang zusammen. Die Ablage des einzigen Eies erfolgt in Peru zwischen Februar und Juni, in Chile im September oder Oktober. Nach einer Brutzeit von ca. 59 Tagen schlüpft das Jungtier, welches mit 6 Monaten flügge ist. An der Jungenaufzucht beteiligen sich beide Eltern. Die elterliche Fürsorge hält auch weit über das erste halbe Jahr hinweg an. Daher brüten Anden-Kondore im Schnitt nur einmal im Jahr, wobei eine erfolgreiche Brut abhängig von der zur Verfügung stehenden Nahrungsmenge ist. In schlechten Jahren wird erst gar kein Ei gelegt. Erst im Alter von ca. 6 Jahren erhalten die Jungvögel das Erwachsenengefieder.

Bestandssituation
Der Status des Anden-Kondors wird als „bedroht“ über sein gesamtes Verbreitungsgebiet angegeben. Insbesondere in seinem nördlichen Verbreitungsgebiet (Venezuela, Kolumbien) ist er mittlerweile äußerst selten.

Auswilderungsprogramme mit zoogeborenen Kondoren werden daher in diesen Gebieten durchgeführt. Am häufigsten sind Anden-Kondore noch in Peru, Chile und Argentinien anzutreffen. Im größten Teil ihres Verbreitungsgebietes werden die Anden-Kondore noch immer stark verfolgt und vergiftet, weil sie sich angeblich an Nutzvieh vergreifen. Da die Art naturgemäß sehr langlebig und folglich mit einer geringen Reproduktionsfrequenz ausgestattet ist, ist ihr Bestand infolge menschlicher Verfolgung besonders gefährdet.