Dortmund überrascht. Dich.
Riesenotter

Zoo Dortmund

Bild: Ilona Schappert

Riesenotter

Beschreibung
Mit einer Größe von 1,5 bis 2 m (Gesamtlänge inklusive Schwanz) und einem Körpergewicht zwischen 25 bis 32 kg stellt der Südamerikanische Riesenotter, neben dem Seeotter, den größten Vertreter der Otter (Lutrinae) dar. Riesenotter (spanisch: Lobo de Rio, "Wolf der Flüsse") erreichen in der Natur ein Alter von über 10 Jahren und in Menschenhand sogar bis zu über 15 Jahren. Weltweit hält den Altersrekord der Dortmunder Riesenottermann "Kelle", der im Alter von 19 Jahren und acht Monaten im Jahr 2006 gestorben ist.

Fortpflanzung
Riesenotter erreichen nach zwei bis drei Jahren ihre Geschlechtsreife. Einmal pro Jahr bringt das Weibchen, nach einer Tragzeit von 65 bis 72 Tagen, ein bis sechs Junge zur Welt. Gewöhnlich gelingt es einem Otterpaar aber nicht mehr als vier Junge erfolgreich aufzuziehen. Die Jungtiere verbringen die ersten zwei Monate in Höhlen in der Uferböschung. Das säugende Weibchen benötigt für eine ausreichende Milchproduktion die nahezu doppelte Menge an Nahrung. Daher beteiligen sich auch der Vater und die älteren Geschwister an der Betreuung.

Riesenotter

Mit Ihrem stromlinienförmigen Körper und den Schwimmhäuten zwischen den Zehen, sind Riesenotter bestens an das Leben im Wasser angepasst.
Bild: Karl-Rainer Ledvina

Lebensweise
Es handelt sich bei dieser Art um tagaktive Fischjäger, die in langsam fließenden Flussabschnitten, Altarmen, Seen und Sumpfgebieten des Amazonasregenwaldes beheimatet sind. Riesenotter leben im Familienverband von bis zu 10 Tieren. Sie sind sehr gesellig, verspielt, und besitzen ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Die Jungtiere bleiben bis zur Geschlechtsreife bei ihren Eltern, verlassen dann die Familie und begeben sich auf die Suche nach einem Partner, mit dem/der sie dann ein neues, eigenes Revier besiedeln. Riesenotter besitzen feste Reviere, die an bestimmten Stellen durch Kot und Urin markiert werden.

Aufzucht in Zoos
Die Nach- und Aufzucht der Tiere stellt die Zoos vor nicht unerhebliche Probleme. Zum einen muss eine notwendige, kostenintensive Infrastruktur geschaffen werden und zumanderen steht der Aufbau eines international abgestimmten Zuchtprogramms zur Vermeidung von Inzuchtdefekten und damit zum Aufbau eines gesunden Genpools gerade erst am Anfang. Der Dortmunder Zoo besitzt seit 1998 sein eigenes Otterhaus und ist weltweit gesehen erst der dritte Zoo außerhalb Südamerikas dem die erfolgreiche Nachzucht der "Flusswölfe" bisher gelang. Dem Zoo Dortmund obliegt die Koordination des Europäischen Erhaltungszucht-Programms (EEP) für Südamerikanische Riesenotter.

Sie respektieren in der Regel die Gebiete ihrer Nachbarn. Blutige Grenzstreitigkeiten wurden bei ihnen äußerst selten beobachtet. Die Größe der Reviere ist variabel. Entscheidend ist hier das Nahrungsangebot. Die Tiere besitzen einen enormen Futterbedarf. Rund 4 kg Fisch verspeist ein ausgewachsener Otter am Tag. Auf den Menschen übertragen würde das einer täglichen Fleischration von 10 kg entsprechen. Der Grund für diesen hohen Energiebedarf liegt in der Anpassung an die speziellen Umweltbedingungen. Wasser ist eigentlich ein ungünstiges Medium für Säugetiere: Es kostet viel Energie sich darin fortzubewegen, und Körperwärme wird 25mal schneller abgegeben als an der Luft. Zur Minderung des Wärmeverlustes besitzen die Otter ein hervorragend isolierendes Fell.

Obwohl die Otter viel Zeit mit Jagen und Spielen im Wasser verbringen, benötigen sie als Rückzugsraum doch auch dringend trockene, überflutungsfreie Landstriche mit weichen, sandig - lehmigen Böden zum Graben ihrer Wohnhöhlen, um sich auszuruhen, sich aufzuwärmen und zum Anlegen ihrer Markierungsflächen. Darüber hinaus würde ein zu harter, steiniger Untergrund die empfindlichen Pfoten der Tiere verletzen. Dies ist ein wichtiger Aspekt, dem gerade bei der Haltung der Riesenotter in Zoos Rechnung getragen werden muss.

Zerstörung des Lebensraumes
Obwohl erwachsene Riesenotter in der Natur keine Feinde haben und auch ihre Bejagung seit 1973 offiziell verboten ist, gehören sie mit zu den am meisten gefährdeten Tierarten, und ihr Überleben ist, trotz der Einrichtung von Schutzgebieten und dem Aufbau eines internationalen Zuchtprogramms in Zoos, alles andere als gesichert. Neben der Wasserverschmutzung, der Wilderei und dem unkontrollierten Tourismus stellt heutzutage die Zerstörung ihres Lebensraumes die größte und tödlichste Bedrohung für die Otter dar. Nur wenn es gelingt den tropischen Regenwald nachhaltig und dauerhaft zu schützen kann man diese wundervollen Tiere vor dem Aussterben bewahren.