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Aus unserer Stadt

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Stefanie Kleemann

Fotografie

Leben für Leben eine Reise

30.01.2015, Gaye Suse Kromer

Grauer Himmel, feuchte Luft. Kühl streicht der Wind durch die Straßen. Herbstfeeling in Dortmund. Ein italienisches Café am Nordmarkt. Männer spielen am Automaten, gucken Fernsehen. Zusammen und doch allein. Subwelten. Mittendrin Fotograf Peyman Azhari: "In diesem Café gibt es den besten Kaffee der Stadt." Er zog aus, die Subwelten der Nordstadt jenseits von Tristesse und negativen Schlagzeilen zu durchdringen.

Fotograf Peyman Azhari erklärt die Idee

Fotograf Peyman Azhari erklärt die Idee, die hinter seinem Buch "Heimat 132" steckt
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Stefanie Kleemann

Von den negativen Schlagzeilen über das Viertel gibt es wahrlich genug, wie Peyman Azhari nach seinem Umzug von Köln nach Dortmund vor zwei Jahren herausfand. Denn: Wer über die Nordstadt schreibt oder spricht, hat die immer und immer wieder bemühten Klischees zur Hand. Als da wären: Gewalt, Armut, Prostitution, Arbeitslosigkeit, Verbrechen jeder Couleur … "Diese einseitige Berichterstattung hat mich gestört. Was mich interessiert, sind die Menschen, die Familien, die hier leben. Neben den existierenden Problemen gibt es ja auch eine andere Seite."

Buntes Viertel

Peyman Azhari hat nun das Buch "Heimat 132" veröffentlicht, indem er diese andere Seite der Nordstadt zeigt. In eigenen Fotos und Texten stellt er jene vor, die ihn bewegten und noch immer bewegen: Menschen, die in Frieden leben wollen – wenn es gut geht, angereichert mit einem Quäntchen Glück. Ein Jahr intensive Arbeit investierte der kreative Kopf in "Heimat 132". 132 – eine symbolträchtige Zahl, denn genauso viele Nationalitäten leben in der Nordstadt. Etwa 50 von ihnen stellt Peyman Azhari vor: "Es geht nicht um Vollständigkeit. Das Buch ist ja kein Register. Es geht darum, einen Querschnitt von den vielen verschiedenen Menschen und ihren Hintergründen zu zeigen." Sie stehen sozusagen exemplarisch für die Vielfalt des Viertels.

"Wer über die Nordstadt schreibt oder spricht, hat die immer und immer wieder bemühten Klischees zur Hand"

Peyman Azhari

Gerüstet mit Kamera und Stift suchte Peyman Azhari die Nordstädter in ihren Wohnungen, an ihren Arbeitsstellen, während ihrer Freizeit, kurz: in ihrem Lebens- und Wirkungsumfeld auf. Heraus kamen Aufnahmen von Gesichtern und Händen, Gesamtaufnahmen von Familien oder einer Person allein – Peyman Azhari kommt ihnen mit dem Objektiv sanft nahe. Auch Details von Alltäglichkeiten sind, immer in Bezug auf die porträtierten Menschen, zu sehen.

"Ich erlebe die Stadt immer bunt. Und zur Kultur gehört nun mal Farbe!"

Peyman Azhari

Die leuchtenden Farben der Fotos fallen auf. Erstaunlich – viele seiner anderen Fotoserien sind schwarzweiß. Und grau ist die allgemein kolportierte Farbe der Nordstadt. Oder nicht? "Ich erlebe die Stadt immer bunt. Und zur Kultur gehört nun mal Farbe!" Ein schönes Ausrufezeichen, das der Fotograf hier setzt.

Aissata zeigt ihren Laden in der Nordstadt

Aissata zeigt ihren Laden in der Nordstadt
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Peyman Azhari

Von Liebe bis Krieg

Ein weiterer Teil des Buches sind Lebensläufe in Form von Kurzgeschichten. Mit ihnen erzählt Peyman Azhari über die Italienerin Irene, den Rumänen Vasili, die Norwegerin Marie, den Somalier Ali, die Senegalesin Aissata, den Albaner Ilir und all die anderen. Ihre Gründe, in der Dortmunder Nordstadt zu leben, sind sehr unterschiedlich. Sie reichen von Studium und Liebe über Arbeit bis hin zur Flucht vor Kriegen.

Peyman Azhari gewichtet Bilder und Texte gleichstark: "Die Lebensgeschichten sind zu komplex, als das sie allein in Fotos abgebildet werden könnten." Genauso wie beim Fotografieren war Behutsamkeit beim Fragen oberstes Gebot: "Du musst das Kopfkino laufen lassen, wenn jemand von seiner Flucht spricht, um die richtigen Fragen zu stellen und die Geschichte später richtig erzählen zu können." Unbedingt wollte Peyman Azhari ein, wie er es nennt, "Amtsgefühl" bei seinem Gegenüber vermeiden. Niemand sollte sich bedrängt, ausgefragt, entblößt fühlen.

Es ging immer wieder um gegenseitiges Vertrauen. "Ich kam als Fremder in eine fremde Wohnung und fragte nach den Lebenshintergründen." Eine sehr intime Situation. Vor allem wenn es um erlebte Tragödien geht. Wer spricht schon gerne über eigene Verluste und Schmerzen, allzumal mit einem Wildfremden? Und umgekehrt: Auf wen oder was würde der Fotograf in der unbekannten Wohnung stoßen? Aber es gelang – vielleicht und gerade durch die zurückhaltende, leise Art von Peyman Azhari.

"Die Lebensgeschichten sind zu komplex, als das sie allein in Fotos abgebildet werden könnten."

Peyman Azhari

Hommage an die Menschheit

Streetfotos – anonyme Straßenszenen aus der Nordstadt – sind das dritte Element des Buches. Sie leiten von einer Geschichte zur nächsten. "Das Buch ist wie eine Reise – du triffst einen Menschen auf der Straße, gehst weiter und triffst den nächsten …", beschreibt Peyman Azahri das Konzept. "Reise" ist das Stichwort. Darunter fallen auch die Erinnerungen der Menschen, an denen er teilhaben durfte: "Das Tolle an dem Projekt waren all die Reisen. Die Menschen nehmen dich ja in ihren Erzählungen mit. Einige habe ihr ganzes Herz ausgeschüttet."

"Heimat 132" ist eine literarische Hommage, die über den Reichtum der Bewohner in der Nordstadt hinausreicht. Es geht um die Mannigfaltigkeit der Menschheit, ihre Gegensätze und Gemeinsamkeiten, die freiwilligen Lebensentwürfe und manchmal unfreiwilligen Lebenswege. Das Buch ist der Nenner, der die ganz große Welt zwischen Buchdeckeln lebendig werden lässt und unterm Strich für ein genaues Hinschauen, Hinhören wirbt.

Wie schnell ist man selbst mit Vorurteilen bei der Hand, mit eigenen Ängsten konfrontiert, sobald man Menschen sieht, die einem nicht vertraut erscheinen? Die Beschäftigung mit jenen, die uns tagtäglich umgeben, ohne dass wir sie wirklich wahrnehmen, hat eine Chance verdient. "Heimat 132" stößt dafür die Türen ganz weit auf.

„Heimat 132“ ist eine literarische Hommage, die über den Reichtum der Bewohner in der Nordstadt hinausreicht"

Peyman Azhari

Sichere Gemeinschaft

Bliebe noch den anderen Teil des Buchtitels zu erklären: "Heimat". Der dürfte für viele, die nicht in diesem Viertel leben, eine Überraschung sein. Die Nordstadt ist Heimat, Zuhause, Wohnsitz, Bleibe, Trutzburg für die, die es zulassen können. Es gibt da etwa die Kongolesin, die sich am Borsigplatz sicher fühlt. Auch nachts. Weil dort immer Menschen sind. Peyman Azhari, der mit seiner Frau im Westen Dortmunds lebt, dazu: "Was ich jetzt verstehe ist: Es gibt eine Gemeinschaft. Ich kenne nicht alle Menschen, die bei mir im Haus wohnen, aber in der Nordstadt schütteln mir so viele Menschen die Hand, grüßen mich, wenn ich die Straßen entlang laufe." Nachdenkliche Pause: "Ich habe das Gefühl, sie beurteilen dich nicht, nachdem was du hast."

Im Norden ist er oft unterwegs, nicht nur wegen seines Projektes. Seinen Stamm-Gemüsehändler hat Peyman Azhari an der Brunnenstraße – man kennt sich, man respektiert sich, spricht herzlich miteinander. Überhaupt diese dichte Ansiedlung von Supermärkten mit dem reichhaltigen Frischeangebot findet Peyman Azhari bestechend. "Die drei Programmkinos, Straßenfeste, das leckere, vegetarische Essen sind Teil meiner Lebensqualität." Und nicht zuletzt: "In der Nordstadt gibt es sehr, sehr viele nette Menschen. Ich verstehe es, wenn man hier gerne lebt."

Auch Stillleben sind im Buch zu sehen

Auch Stillleben sind im Buch zu sehen
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Peyman Azhari

Respekt gegen Misstrauen

Die Produktion eines Buches ist in kreativer Hinsicht eine Herausforderung, aber auch in finanzieller. Im Hintergrund sorgten Kooperationspartner für Support und Wege der Finanzierung. Über das Quartiersmanagement Nordstadt lernte Peyman Azharis den Nordstadt-Obmann und ehemaligen Pfarrer Ubbo de Boer kennen. "Ohne ihn", blickt der Fotograf auf den Anfang zurück "wäre das Buch nie entstanden. Ubbo schob das Projekt durch seine Kontakte finanziell an." Der Obmann öffnete ihm Türen z. B. zur Auslandsgesellschaft Deutschland mit Sitz in Dortmund, die den Fotografen mit einem Stipendium, bei Projektorganisation und Pressearbeit unterstützte. Weitere Sponsoren stießen hinzu. Auch die vielen Vorbesteller des Buches trugen einen wichtigen Teil zur Finanzierung bei.

Die Kontakte zu den Menschen im Buch, die stellte Peyman Azhari allerdings selber her: "Am schwierigsten waren die ersten 10 Porträts. Ich musste auf die Straße, Kontakt herstellen zu Menschen, die bereit waren, über ihre Geschichte zu reden und sich fotografieren zu lassen." Zu Beginn gab es noch keine Beispiele. Den Blog, der später entstand, der das Projekt erklärt und den Peyman Azhari peu a peu mit einer Auswahl der Porträtierten füllte, gab es naturgemäß ebenfalls noch nicht, um darauf verweisen zu können. Nicht zu vergessen die eigenen Widerstände: "Ich musste meine Vorurteile überlisten, um Unbekannte anzusprechen, die misstrauisch gucken, vielleicht sogar deine Sprache nicht sprechen."

Aber es gelang. Und mit Fortschreiten des Projektes wurde die Kontaktaufnahme leichter. Durch den wachsenden Blog, durch die wachsenden Kontakte und engeren Verknüpfungen mit den Nordstädtern. "Das Projekt ist auf jeden Fall nichts für Schüchterne", lächelt Peyman Azhari. "Heimat 132" ist nicht spurlos an ihm vorübergezogen: "Früher sah ich Afrikaner auf der Straße, heute sehe ich Individuen aus Angola, Senegal, Kamerun …" Was nimmt er als das schönste Erlebnis mit aus dem Projekt? Die Antwort kommt schnell: "Ich habe Freunde gewonnen. Wenn man hier Menschen kennenlernt, gewinnt man Freunde, die für einen einstehen."

"Ich musste meine Vorurteile überlisten, um Unbekannte anzusprechen, die misstrauisch gucken, vielleicht sogar deine Sprache nicht sprechen."

Peyman Azhari

Persönliche Fluchten

Ja ja, gut und schön. Nun könnte man meinen, da ist jemand, der persönlich gute Erfahrungen in einem übel beleumundeten Viertel gemacht hat. Glück gehabt, Geschick bewiesen. Ein Optimist vielleicht. Peyman Azhari ist kein Naiviling, der an die Mär vom Weltfrieden glaubt. Dafür ist er zu sehr Realist. Dafür hat auch er schon viel zu viel erlebt. 1988 flüchtete seine Familie mit ihm und seinen beiden Geschwistern vor dem Ersten Golfkrieg zwischen Iran und Irak von Teheran über die Türkei und später nach Deutschland. Drei Jahre alt war er da. Ihr Leben konnten sie retten. Immerhin. Aber das vom Vater geleitete Unternehmen für Lichtreklame war weg, genauso wie ihr Haus und all ihr Besitz.

In Deutschland hieß es: Alles auf Anfang mit einem kleinen Zimmer für die 5-köpfige Familie. Vor dem Projekt waren die Flucht, der kulturelle Bruch, die Konsequenzen daraus kein gegenwärtiges Thema für Peyman Azhari. Das ist heute anders. Seinen Eltern bringt er viel Hochachtung entgegen: "Sie haben so viel auf sich genommen, damit wir in Sicherheit aufwachsen. Wie viel Glück wir Kinder hatten herzukommen." Aber auch die Schwierigkeiten schleichen sich in die Erinnerungen: "Ich habe erst mit 19 Jahren den deutschen Pass bekommen. Ohne den hast du eine Menge mehr Probleme. Auf einer Klassenfahrt ins europäische Ausland – Visum ja oder nein? Kompliziertes Beantragen einer Arbeitserlaubnis ..."

„Ich wünsche mir, dass ich mein bestes Foto noch nicht geschossen habe.“

Peyman Azhari

Zuhause und Heimat

Natürlich prägt Peyman Azhari seine Familiengeschichte, prägen ihn seine Erfahrungen: "Wenn ich Menschen treffe, die nie richtig in Deutschland ankommen, muss ich an meinen Vater denken, dem es genauso ging." Denn nicht für alle gibt es ein Happy End – mit dem Kopf und dem Alltag in Deutschland, mit der Sehnsucht im Herzen im Ursprungsland. Und da ist es wieder, das kurze und doch gewichtige Wort – Heimat.

Jemand, der wie Peyman Azhari in Gießen aufgewachsen ist, in Köln und den USA studiert hat und nun in Dortmund lebt – wie definiert er dieses Wort eigentlich? Macht er einen Unterschied zwischen Heimat und Zuhause? "Ja, definitiv. Zuhause ist ein Raum. Meine Wohnung ist mein Zuhause. Meine Heimat ist meine Frau. Dort, wo sie ist, habe ich meine Heimat." Für sie zog er vom Rheinischen ins Westfälische. Wie gefällt es ihm in dieser Stadt? "Ich habe inzwischen ein gutes Netzwerk und bin gerne hier. Das liegt daran, dass in Dortmund die Menschen bodenständig sind und die Stadt viele Facetten hat." So schließt sich mit "Heimat 132" ein Kreis.

Vasili mit seiner Frau

Vasili mit seiner Frau
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Peyman Azhari

Dem Ruf folgen

Nach der Schule studierte Peyman Azhari allerdings nicht – wie man vermuten könnte – Fotografie. Auf Bitten seiner Mutter und im Hinblick auf die Frage, ob er mit seiner Leidenschaft irgendwann mal so viel Geld verdienen würde, um eine Familie ernähren zu können, wählte er ganz solide Wirtschaftswissenschaften. Aber die kreative Arbeit ließ sich nicht "wegstudieren". Wenn man Peyman Azhari nach seiner Leidenschaft für die Fotografie fragt, ist die Antwort liebevoll, für den bekennenden Atheisten fast sakral: "Das ist etwas, dass du dir nicht selber aussuchst. Es ist wie ein Ruf. Es ist etwas, das du fühlen musst." Übrigens "macht" er nicht nur "in Kunst". Eine finanzielle Basis für den Lebensunterhalt schafft sich der Fotograf durch Auftragsarbeiten für namhafte Unternehmen. Erfolgreich! Seine Kunden empfehlen ihn immer wieder weiter.

Australien war der Startpunkt. Für ein halbes Jahr, mit einer bescheidenen Digicam und ihren 5 Megapixeln im Gepäck begann seine ganz persönliche Reise. Ein Fotograf in Down Under ermutigte ihn, etwas aus seinem Talent zu machen. Zurückgekehrt nach Deutschland war sein damaliger Chef – damals kellnerte Peyman Azhari in einem Kölner Restaurant – so begeistert, dass er ihm gleich einige Bilder abkaufte und sie auf 3 mal 3 Meter vergrößert ins Lokal hängte. 560 Euro hat der angehende Fotograf dafür bekommen. "Mehr wollte ich nicht. Das war genau der Betrag, den ich brauchte, um mir eine bessere Kamera zu kaufen."

Fotograf und Verleger

Der Mann kann rechnen. Später, während seines Studiums, ging er 2 Monate in die USA, machte eine Rundreise, drücke immer wieder auf den Auslöser. Nach seiner Rückkehr verkaufte er diese New-York-Fotos und kaufte sich die nächste, wieder etwas größere Kamera. So hält Peyman Azhari es bis heute: "Ich habe mir gesagt, wenn ich fotografiere, muss sich die Fotografie selbst beweisen. Alles, was ich an Equipment kaufe, ist refinanziert, d. h. ich habe erst eine neue Kamera oder ein Objektiv gekauft, wenn ich etwas verkauft habe. Im Studium habe ich analytisches Denken gelernt. Das Wirtschaftswissen hat mir geholfen, die Kunst weiter voranzutreiben." Bei einem solch strategischen Vorgehen wundert es kaum, wenn er sagt: "Fotografie ist nur ein Teil dessen, was ich mache." 2011 gründete er, damals noch in Köln, seinen Verlag Ghost Press.

"Ich möchte gerne noch mehr Bücher publizieren und unabhängiger agieren."

Peyman Azhari

"Gegründet habe ich ihn, weil ich mein New-York-Buch ‚1440 minutes’ veröffentlichen wollte und es schwierig ist, einen Verlag zu finden. Ich bin ja nicht der einzige, der Probleme hat, einen Verlag für die Bilder zu gewinnen." Neben seinem eigenen Buch hat er inzwischen sogar zwei Künstlerkollegen verlegen können. Auch hier greift das Prinzip der Refinanzierung: "Die Idee ist, die Bücher über Vorbestellungen zu finanzieren. Ich möchte gerne noch mehr Bücher publizieren und unabhängiger agieren." Man darf auf weitere Veröffentlichungen, auch von Kollegen seiner Zunft, gespannt sein. Er hat seinen Verlag mit nach Dortmund genommen.

Im Wohnzimmer von Ali-Muhammed

Im Wohnzimmer von Ali-Muhammed
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Peyman Azhari

Ein Gesamtkunstwerk

Peyman Azhari begreift seine Arbeit als Gesamtkunstwerk: "Auf den Auslöser zu drücken bedeutet nicht das Ende eines Projekts. Ich mag es, Papiere auszusuchen, mit den Gestaltern zu arbeiten. Auch die Finanzierung ist eine Kunst – es gehört viel Überzeugungskraft dazu, Menschen dazu zu bewegen, Geld in Projekte zu investieren." Für ihn hört die Arbeit im Übrigen nicht bei dem veröffentlichen Buch auf. Er will, dass die Menschen die Werke sehen. Heute sei ein Künstler auch immer ein Unternehmer, ist Peyman Azhari überzeugt Vielleicht ein Grund, warum er sich etwas sträubt, sich als Künstler zu bezeichnen.

"Ich habe einen künstlerischen Anspruch, lasse aber andere entscheiden, ob ich ein Künstler bin oder nicht. Mein Gesicht ist uninteressant, ich möchte den Platz haben, um meine Arbeit zu zeigen. Wenn ich nur bei einem Menschen etwas mit einem Bild erreichen kann, bin ich zufrieden." Gibt es denn bei all den Ambitionen und der stringenten Umsetzung seiner Aktivitäten noch einen großen Wunsch? "Ich wünsche mir, dass ich mein bestes Foto noch nicht geschossen habe."