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Verwaltung

Ludger Wilde: Dezernent für Umwelt, Planen und Wohnen

02.06.2015, Petra Schrader

Seit dem 16. Februar hat Ludger Wilde einen anderen Blick auf Dortmund – denn seitdem hat er sein Büro als Leiter des Planungsamtes in der 2. Etage am Burgwall eingetauscht gegen eines in der 9. Etage im Stadthaus. Von hier aus arbeitet er nun als Dezernent für Umwelt, Planen und Wohnen für Dortmund. Neu ist ihm, was er beim Blick aus dem Fenster sieht nicht, denn bereits seit beinahe 30 Jahren arbeitet Ludger Wilde als Stadtplaner in und für diese Verwaltung:

Ludgar Wilde

Mit einem Werkvertrag begann nach dem Studium die Laufbahn von Ludger Wilde bei der Dortmunder Verwaltung
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Mit einem Werkvertrag begann nach dem Studium der Raumplanung und nach einem Referendariat in Münster 1986 die Laufbahn von Ludger Wilde als jungem Stadtplaner bei der Dortmunder Verwaltung. Seine Aufgabe war es, innerhalb eines kleinen Teams, die Bereichsplanung für das Umland der Universität zu gestalten. Die Arbeit in der Gruppe machte ihm Spaß: "Ich war sehr selbständig unterwegs und schon damals war uns in der Stadtplanung Partizipation wichtig. Bei der Gestaltung des Uniumlandes gab es nicht nur einen Lenkungskreis, sondern auch die beteiligten Fachbereiche waren immer einbezogen", erinnert sich Wilde an sein erstes Dortmund Projekt. Während seiner Zeit als Mitarbeiter im Planungsamt, später als Teil der Fachbereichsleitung und zuletzt als Leiter des nunmehr zusammengelegten Planungs- und Bauordnungsamtes arbeitete Wilde mit und für verschiedene Dezernenten: "Es war immer eine gute Arbeitsatmosphäre, sowohl zunächst unter Professor Philipp-Otto Gellinek, als auch später unter Bernd Reiff, Ullrich Sierau und Martin Lürwer", sagt der gerade gewählte Dezernent Ludger Wilde.

"Mein Ziel war damals nicht Dezernent zu werden, sondern einfach nur fest angestellt zu werden"

Ludgar Wilde

Faible für komplexe Aufgaben

Daran, dass aus dem Werkvertrag eine Karriere werden würde, bei der Ludger Wilde alle wichtigen Leitungspositionen in der Verwaltung, vom Projektleiter über die stellvertretende Leitung des Fachbereiches, bis zum Fachbereichsleiter und nun die des Dezernenten bekleiden würde, hat er bei seinem Einstieg in die Dortmunder Verwaltung keinen Gedanken verwendet: "Mein Ziel war damals nicht Dezernent zu werden, sondern einfach nur fest angestellt zu werden", sagt der 58-jährige. Denn nach dem Werkvertrag kam zunächst ein Zeitvertrag und schließlich die unbefristete Stelle.

Ludgar Wilde

Als Leiter des Planungsamtes stand er auch für Planungssicherheit, Qualität, kurze Bearbeitungszeiten, Nachhaltigkeit und Dialog mit Akteuren in vielen Projekten
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Schon immer hatte Ludger Wilde Spaß daran, komplexe Aufgaben gemeinsam mit anderen zu entwickeln. Die Planung für das Uniumland waren sein Einstieg, viele Projekte, so auch die Weiterentwicklung des Citykonzeptes prägte Wilde, der von sich selbst sagt: "Ich arbeite nicht gerne für die Schublade". Als Leiter des Planungsamtes stand er auch für Planungssicherheit, Qualität, kurze Bearbeitungszeiten, Nachhaltigkeit und Dialog mit Akteuren in vielen Projekten.

"Ich arbeite nicht gerne für die Schublade"

Ludgar Wilde

"Der Wunsch, Planungsdezernent zu werden, reifte vor einigen Jahren in mir, ich wollte diese Funktion gerne übernehmen", sagt er in seiner ruhigen Art, die den Münsterländer in ihm nicht verleugnen kann. Doch daraus wurde zunächst nichts. "Ich habe schließlich 2014 den Wunsch beiseite gelegt, denn dann hatte ich die Altersgrenze erreicht", so Ludger Wilde. In dem Jahr war er 56 Jahre alt geworden und nach dem Landesbeamtengesetz kam damit eine Ersttätigkeit als Dezernent nicht mehr in Frage. Doch Klagen, zum Beispiel der Stadt Hagen, haben diese Regel aufgeweicht und nun gilt: Auch wer älter als 56 Jahre ist, kann sich zum ersten Mal als Dezernent wählen lassen.

Ludgar Wilde

Der Rat stimmte mit großer Mehrheit im Dezember 2014 für den Mann, der seit 2006 die Geschicke des Planungs- und Bauordnungsamtes lenkt
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Profilierter Stadtplaner

Glück für Ludger Wilde und Dortmund, denn so stand seiner Wahl nichts mehr im Weg. Der Rat stimmte mit großer Mehrheit im Dezember 2014 für den Mann, der seit 2006 die Geschicke des Planungs- und Bauordnungsamtes lenkt und Oberbürgermeister Ullrich Sierau stellte fest: "Ich freue mich sehr, dass einer der profiliertesten Stadtplaner Deutschlands nun Planungsdezernent in Dortmund wird". Außerdem strich Sierau die bisherige hervorragende Zusammenarbeit mit Wilde heraus. Die beiden Raumplaner kennen sich, seit Ullrich Sierau 1999 Planungsdezernent wurde: "Damals war ich stellvertretender Fachbereichsleiter. Sierau hat immer Wert darauf gelegt, mit der ganzen Leitungsebene zu kommunizieren, er hat hohe planerische Ansprüche und legt Wert darauf, Meinungen Vieler zu hören", sagt Ludger Wilde.

"Der Wunsch, Planungsdezernent zu werden, reifte vor einigen Jahren in mir, ich wollte diese Funktion gerne übernehmen"

Ludgar Wilde

Seit Mitte Februar sind Wilde und Sierau Kollegen im Verwaltungsvorstand: "Es ist sicher ein Unterschied, ob man mit oder im Verwaltungsvorstand arbeitet. Ich freue mich auf diese Arbeit", sagt Wilde. Viele aus der Verwaltung haben ihm nach seiner Wahl Glück gewünscht für die neue Tätigkeit: "Und ich spüre, dass das ernst gemeint ist", so Wilde. Engagiert beschreibt er, worauf er sich besonders freut: "Die Auswirkungen der demographischen Entwicklung, die Wirtschafts- und Wohnflächenentwicklung, die Entwicklung des Bahnhofsumfeldes, die Stadterneuerung, der Politik, den Umwelt- und insbesondere den Klimaschutz und die Mobilitätsentwicklung werde ich gemeinsam mit dem Oberbürgermeister, dem Dezernentenkollegium und den Kolleginnen und Kollegen aus den Fachbereichen mitgestalten.

Ludgar Wilde

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Der Phoenixsee ist noch nicht fertig, die Entwicklung des Geländes an der ehemaligen Westfalenhütte eine große Herausforderung, hier sollen neue Arbeitsplätze und Wohnbauflächen entstehen. Ich werde das Projekt "Nordwärts" mit unterstützen und auch aus dem Dezernat 6 heraus mit Leben füllen, denn hier sind das Planungs- und Bauordnungsamt, das Umweltamt, sowie das Vermessungs- und Katasteramt genauso gefordert, wie das Amt für Wohnen und Stadterneuerung."

"Es ist sicher ein Unterschied, ob man mit oder im Verwaltungsvorstand arbeitet"

Ludgar Wilde

Bürogemeinschaft hilft zu sparen

Und für sein früheres Amt findet er: "Die gute Arbeitsatmosphäre und hohe Kollegialität habe ich im besonderen Maße geschätzt und bedanke mich an dieser Stelle nochmals ausdrücklich bei den Kolleginnen und Kollegen des StA 61 dafür. Vielleicht tut es dem Fachbereich nach so vielen Jahren aber auch gut, mal ein anderes Gesicht an der Spitze zu haben.

Aus der Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Fachbereichen kennt Ludger Wilde die Ämter seines Dezernates. "Es hat Vor- und Nachteile, Dezernent aus den eigenen Reihen zu sein: Die Aufgaben der verschiedenen Bereiche sind mir in ihren Grundzügen nicht fremd. Vielleicht hat das zur Folge, dass man stark in Restriktionen denkt, bereits die Schere im Kopf hat und nicht frei im Denken ist. Aber das wird sich zeigen und für die großen Projekte, die vor uns liegen, ist es sicher ein Vorteil gut vernetzt zu sein und Zusammenhänge genauso wie handelnde Personen zu kennen," beschreibt er seine Ausgangsposition.

Die gute Arbeitsatmosphäre und hohe Kollegialität habe ich im besonderen Maße geschätzt"

Ludgar Wilde

Experimentierfreudig zeigt sich Planungsdezernent Ludger Wilde wenn es um sein Dezernatsbüro geht und hier ist dann auch sein Dezernentenkollege Martin Lürwer mit im Boot: "Wir bilden eine Art Bürogemeinschaft, haben zwar jeweils eigene Büroleitungen und Fachreferentinnen, teilen uns aber z.B. die Geschäftsführung der Ausschüsse, das Dezernatscontrolling und einen Fahrer. Dadurch gelingt es uns, das Budget in Zaum zu halten, denn wir sparen so immerhin ca. 200.000 Euro pro Jahr."

Eng soll sie sein, die Zusammenarbeit mit dem Dezernat für Bauen und Infrastruktur: "Wir werden sicher auch ab und zu gemeinsame Amtsleiterkonferenzen haben, um uns über Dezernatsgrenzen hinweg auszutauschen".