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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Stefanie Kleemann

Ort zum Lesen, Leben und Lernen

Stadtteilbibliothek Aplerbeck

13.09.2016, Petra Schrader

Mitten in Aplerbeck, nur wenige Schritte entfernt von der Bezirksverwaltungsstelle, dem Familienbüro und Haltestellen von Bus und U-Bahn, liegt die Stadtteilbibliothek Aplerbeck. Sie ist eine von neun Stadtteilbiliotheken, die neben der Zentralbibliothek Dortmunderinnen und Dortmunder leihweise mit Medien versorgt. Und eines ist sicher: Ein Besuch hier lohnt sich in jedem Fall.

Ursula Seelig, Tugce Genc und Martina Janssen

Das Team der Bibliothek in Aplerbeck: Leiterin Ursula Seelig (l.) Tugce Genc und Martina Janssen sind Wsupernett und freundlichW
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Petra Schrader

Bestimmt ist das Gebäude der Aplerbecker Bibliothek eines der schönsten an der Köln-Berliner-Strasse. Ehrwürdig sieht es aus, das denkmalgeschützte, herrschaftlich anmutende Haus mit seiner sauberen Sandsteinfassade. Wer die Bibliothek besucht, geht durch ein Portal über dem in goldenen Lettern "Bibliothek" steht. Oberhalb des Portals zwei Sandsteinfiguren. Während die eine einen Sack mit Geld ausschüttet, scheint die andere irgendetwas mit einem Buch zu tun. Ein kluger Hinweis bereits beim Bau des Gebäudes 1914 darauf, dass die Bibliotheken ständig um Geld kämpfen, Bücher aber eine gute Investition sind?
Ganz falsch gedacht. "Das Gebäude ist 1914/15 als Sparkassengebäude gebaut worden. Erst nachdem die Sparkasse wiederum neu gebaut hat, sind wir mit der Bibliothek vor 31 Jahren hierher gezogen", erklärt Ursula Seelig, Leiterin der Bibliothek.
Sie und ihr Team begrüßen die Besucherinnen und Besucher der Bibliothek und stehen bereit, falls Hilfe benötigt wird.
Ursula Seelig arbeitet seit beinahe 30 Jahren in der Aplerbecker Bibliothek: "Mit einigen meiner Kundinnen bin ich alt geworden", sagt sie und macht deutlich, dass hier in der Stadtteilbibliothek ein gutes Miteinander zwischen Bibliothek und Kunden gang und gäbe ist.
In die Bibliothek kommen Kinder aus dem Stadtteil und Erwachsene jeglichen Alters: "Die Kunden sind unterschiedlich, hierher kommt der Facharbeiter genauso gut, wie der Hochschulabsolvent. Unser Anspruch ist, dass sie alle die Bibliothek zufrieden verlassen", erläutert sie.

Brett- und Hörspiele

Neben Büchern finden sich für Kinder Hörspiele und Musik
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Viele Stammkunden

Pro Monat zählt die Bibliothek in Aplerbeck 3600 Besuche. "Viele unserer Kunden sind Stammkunden, aber natürlich sind wir auch sehr aktiv unterwegs, um durch unterschiedliche Aktionen neue Menschen für die Bibliothek zu gewinnen", sagt Ursula Seelig.
Für die kleinen Kunden gibt es in Kooperation mit dem benachbarten Familienbüro das Bilderbuchcafe für Kinder ab zwei Jahre. Den etwas größeren Kindern zwischen 5 und 10 bietet ein Vorlesecafe die Möglichkeit, neue Kinderbücher kennen zu lernen. "Es ist uns ein besonderes Anliegen, Kinder an Bücher heranzuführen. Bildung ist der Schlüssel für alle Lebensbereiche. Wer an Bücher und Bildung herangeführt wird, bereichert sich für ein ganzes Leben", so Ursula Seelig. Die große Kinderecke ist ansprechend und kuschelig gestaltet. Hier wird auch fündig, wer auf der Suche nach zweisprachigen Kinderbüchern z.B. auf Deutsch und Türkisch oder Arabisch ist.

Seelig und Kinderbüro

Beim Bilderbuchcafe ist das Familienbüro Kooperationspartner
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Besondere Höhepunkte für erwachsene Leser sind verschiedene Lesungen. So liest Ende Oktober Achim Albrecht aus seinem Krimi "Das Gorbatschow Vermächtnis" und Anfang Oktober dominiert mit der Aplerbecker Autorin Silke Weyergraf der Lokalkolorit. In ihrem Roman "Kennen wir uns?" zeichnet sie die dunkle Vergangenheit einer Familie und das Schicksal der Kriegsenkel nach.
"Mit unseren Veranstaltungen verstehen wir uns neben der VHS und der Musikschule auch ein bisschen als kulturelles Zentrum im Stadtbezirk" sagt Ursula Seelig. Und weil die Bibliothek alle Bevölkerungsschichten und Altersgruppen ansprechen will, lädt sie auch vier Mal Senioren zu besonderen Veranstaltungen ein. Während die Autorenlesungen am frühen Abend beginnen, liegen diese Veranstaltungen, eher in den Nachmittagstunden. "Denn", so erklärt Ursula Seelig, "diese Kunden wollen gerne vor Anbruch der Dunkelheit wieder daheim sein".

Arbeits- und Leseplätze

Fast 28000 Medien stehen in der Bibliothek zur Verfügung. Und ohne dass es ungemütlich aussehen würde, wird jedes Quäntchen Raum genutzt.
Bei den Reiseführern liegt Graubünden neben Namibia- Vielfalt ist eben Trumpf in Aplerbeck.
Wer will, kann sich einen Platz in der Bibliothek suchen und gleich hier schmökern. An verschiedenen Stellen stehen Stühle und Stuhlgruppen mit Arbeitstischen bereit. Vier PC-Arbeitsplätze locken all jene, die Wissen aus Büchern um Wissen aus der Welt des Internets ergänzen wollen. "Es kommen auch, genau wie in der Zentralbibliothek, Schüler hierher, um zu arbeiten", so Ursula Seelig. Ihnen stehen an kleinen Tischen Arbeitsplätze zur Verfügung. In einer größeren Gondel finden sich eine Vielzahl von Lernhilfen, vom Wörterbuch über naturwissenschaftliche Literatur und Übungsmaterial zu unterschiedlichen Schulfächern. Die PC-Arbeitsplätze und ein Drucker runden das Angebot ab.

Zeitschriften

Zeitschriften finden nicht nur bei schlechtem Wetter viele Leserinnen und Leser
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Petra Schrader

Manchmal, so erzählt Ursula Seelig kommen Kunden für einen kurzen Moment in die Bibliothek: "In unmittelbarer Nachbarschaft sind Bushaltestellen und wenn jemand länger auf den Bus warten muss, kommt er schon einmal zu uns". Hier ist es gemütlich und an der langen Wand mit den verschiedenen Zeitschriften findet sich für alle etwas. Denn das Spektrum der Zeitschriften deckt von der Freundin über den Stern und Geo alles ab.
Wer es eilig hat und sich über Neuzugänge informieren will, kann das auf einen Blick, direkt nach dem Betreten der Bibliothek machen. In unmittelbarer Nähe des Eingangs präsentiert das Team der Bibliothek die Neuzugänge. Hier liegt Martin Walsers "Sterbender Mann" neben Jenny Erpenbecks "Gehen, ging gegangen" und Wladimir Kaminers "Das Leben ist (k)eine Kunst".

Seelig mit Buch

Ursula Seelig präsentiert ihren Kunden aktuelle Literatur
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Für jeden etwas

"Wir haben in den Bibliotheken ein ausgezeichnetes Lektorat. Die Zentralbibliothek stellt uns Listen der Neuerscheinungen zur Verfügung und entsprechend unseres Budget entscheiden wir, welche neuen Titel wir für unsere Kunden bestellen", erklärt Ursula Seelig.
Sie achtet gut darauf, dass der Mix stimmt. Denn die Kunden der Bibliothek wollen neben literarisch anspruchsvollen Büchern auch Unterhaltungsliteratur einschließlich Fantasy, Thriller, Krimis, Sachbücher, Bildbände, DVD und CD`s. Im Erwachsenenbreich finden sich bei den CD´s in erster Linie Hörbücher. Wer wissen möchte, ob sie gut eingelesen sind, kann sich vertrauensvoll an Martina Jansen wenden. Sie ist im Team diejenige, die viele Hörbücher gehört hat und Kunden gerne kompetent berät.
Mit den Jahren ist zwischen dem Team und den Stammkunden eine enge Bindung gewachsen: "Manchmal kommt es vor, dass eine Kundin anruft und sagt, ihr Mann komme gleich vorbei um Bücher für sie zu holen. Oft stelle ich dann etwas für die Dame zusammen und es passt", schildert Ursula Seelig die besondere Kundenbindung.
Im Internet twitterte kürzlich ein junger Kunde zur Aplerbecker Bibliothek: "Ein ruhiger Ort, wo man lernen kann. Wlan ist kostenlos. Die Damen sind super nett und freundlich".
Schöner lässt sich die Atmosphäre kaum beschreiben.