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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

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Zukunftsszenario 2030

Abschlussbericht bestätigt gute Aufstellung der Stadtverwaltung für die Zukunft

Nachricht vom 21.04.2020

Die positiven Trends der Dortmunder Bevölkerungsentwicklung nachhaltig stärken - dies ist der Leitgedanke des Zukunftsszenarios "Dortmund 2030", das der Rat im Mai 2018 beschlossen hat. Der nun vorliegende Abschlussbericht zeigt sowohl den Abgleich der Dortmunder Verwaltungsaufgaben und -leistungen mit dem gezeichneten Zukunftsbild auf als auch die Darstellung des Gesamtprozesses.

In Form eines "Verwaltungschecks" wurde überprüft, ob die Zielvorstellungen, Maßnahmen und Handlungsfelder der einzelnen Fachbereiche mit den Inhalten des Zukunftsszenarios übereinstimmen. Die Fachbereiche waren bei der Methodik zur Erarbeitung des Zukunftsprogramms eingebunden.

Gute Basis für Zielvorstellungen

Die Überprüfung hat insgesamt ergeben, dass sich die Stadt Dortmund mit den vorhandenen Arbeitsmitteln und Instrumenten auf eine sehr umfangreiche und gute Basis an Maßnahmenpaketen berufen kann, um die eigens im Szenario formulierten, wünschenswerten Zielvorstellungen zu erreichen. Der Großteil der Angebote und Leistungen der Dortmunder Stadtverwaltung (23 von insgesamt 45 geprüften Instrumenten und Arbeitsmitteln) wirkt bereits auf die Erfüllung des Szenarios hin und weist nach aktuellem Stand wenig bis keinen Nachsteuerungsbedarf auf (bspw. Nachhaltigkeitsberichterstattung, Masterplan Wissenschaft, Masterplan Digitalisierung).

Dennoch wurden auch insgesamt 17 Instrumente und Arbeitsmittel identifiziert, die quantitativ noch unterrepräsentiert sind oder in einigen Aspekten Nachholbedarfe aufweisen (z. B. Masterplan Wirtschaftsflächen, Wohnungszugangsstrategie). Grundsätzlich gilt jedoch: es müssen nicht neue Instrumente und Arbeitsmittel konzipiert, sondern die bestehenden eher weiter entwickelt werden.

Zur Vorgehensweise

Das Zukunftsprogramm dient der Überprüfung der Aufgaben und Leistungen der Dortmunder Stadtverwaltung vor dem Hintergrund aktueller und künftiger Bevölkerungsentwicklungen. Anhand der Szenario-Technik wurden zunächst zwei Extremszenarien formuliert, die einen Entwicklungskorridor beschreiben. Darauf aufbauend wurde ein wünschenswertes, richtungsweisendes Zukunftsszenario entwickelt, auf dem dann der sogenannte "Verwaltungscheck" fußte.

Das Zukunftsszenario diente also der weiteren Ausarbeitung des Zukunftsprogramms Dortmund. Die Dortmunder Statistik hat in einem anknüpfenden Schritt eine Modellrechnung (keine Prognose!) für die Bevölkerungsentwicklung bis zum Jahr 2030 erstellt, die auf den jeweiligen Szenarien beruht. So soll der Entwicklungsspielraum fundierter und greifbar gemacht werden, die bislang textliche Beschreibung des Zukunftsszenarios wird anschaulicher anhand von Zahlen.

Zum Vergleich sind in der Grafik auch die IT.NRW-Zahlen aufgeführt. Dahinter steht allerdings eine Prognose der Landesstatistik, die nichts mit den Dortmunder Szenarien zu tun hat.

Die Berechnung wurde sowohl für das Zukunftsszenario Dortmund 2030 als auch für zwei Extremszenarien (Schrumpfungs- und Wachstumsszenario) erarbeitet, um den Entwicklungskorridor abzubilden. Dabei handelt es sich also um keine klassische Bevölkerungsprognose, sondern um verschiedene Größenordnungen, die sich immer nur auf das jeweilige Szenario beziehen.

Berechnungen und konkrete Zahlen

Die Ausgangsbevölkerung im Jahr 2017 (601.780 Personen) wird sich demnach in den beschriebenen Szenarien unterschiedlich entwickeln. Treten die Annahmen des Schrumpfungsszenarios ein, dann wird die Bevölkerung bis 2030 um fast 15.000 Personen schrumpfen.

Im Zukunftsszenario (618.251) und Wachstumsszenario (627.922) wird eine deutliche (+16.471) bzw. sehr hohe (+26.142) Bevölkerungszunahme erwartet. Die Bevölkerungsprognose des IT.NRW erwartet bis 2030 eine Zunahme um 21.224 Personen und liegt damit zwischen Zukunfts- und Wachstumsszenario.

Grafik Bevölkerungsbestand 2017 im Vergleich zur Entwicklung 2030

Grafik Bevölkerungsbestand 2017 im Vergleich zur Entwicklung 2030
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmunder Statistik

Die IT.NRW Prognose errechnet für 2030 eine Bevölkerung von 607.824 Personen. Da das IT.NRW für 2017 eine Ausgangsbevölkerung in Dortmund von 586.600 Personen annimmt, liegt die Zunahme bei 21.224 Personen. Diese wurden zur besseren Vergleichbarkeit auf den Bestand des Dortmunder Registers addiert.

Zukunftsszenario (Auszug aus Narrativ)

Dieses beschreibt Dortmund im Jahr 2030 als eine lebenswerte und facettenreiche Stadt für alle Einwohner*innen. Als traditionsbewusste und authentische Kommune ist sich Dortmund seiner Wurzeln bewusst, hat aber konsequent am Strukturwandel gearbeitet. Die Stadt hat sich neue Kompetenzfelder in Wirtschaft und Wissenschaft erschlossen und ist vielseitiger denn je. Dortmund ist historisch gesehen eine Zuwanderungsstadt und offen für alle Menschen. Die Identifizierung mit der eigenen Stadt bindet auch zukünftige Generationen an Dortmund, die bis ins hohe Alter hier ihren Lebensmittelpunkt haben. Dabei agiert die Stadt verantwortungsbewusst und nachhaltig und ist sowohl digital als auch sozial vernetzt. Insgesamt steht die Stadt nicht still und arbeitet weiter an den Voraussetzungen für eine positive Entwicklung.

Schrumpfungsszenario (Auszug aus Narrativ)

Dortmund hat wenig städtisches, urbanes Flair. Vorzeigeprojekte wie das Deutsche Fußballmuseum und das berühmte Dortmunder U als ehemalige Kulturmarke haben mangels ausreichender Besucher*innenzahlen ihren Glanz verloren. Als Großstadt und Oberzentrum kann Dortmund sich nicht mit städtebaulichen und architektonisch herausragenden Vorzeigeprojekten rühmen. Die Stadt scheiterte bis heute an dem Versuch, attraktiven Wohnraum in lebendigen Quartieren für alte und neue Bewohner zu schaffen. Gemischte, urbane Viertel bleiben eine Wunschvorstellung, da sich in den letzten Jahren Nutzungen immer mehr räumlich voneinander entfernt haben. Der Lebensmittelmarkt ist nicht "um die Ecke" erreichbar, zum Sport oder in den Park kann man nicht spazieren oder mit dem Rad fahren.

Wachstumsszenario (Auszug aus Narrativ)

Dortmund ist eine urbane Stadt. Kompakte Strukturen ermöglichen die Verknüpfung individueller Ansprüche an den Lebensalltag. Alle Bevölkerungsgruppen schätzen die Vielfalt und die Lebensqualität Dortmunds. Das Mobilitätsangebot der Stadt spricht für sich: Kurze, barrierefreie Wege fördern die umweltfreundliche Teilhabe am Verkehr. Aufenthalts- und Freizeitmöglichkeiten wie sie beispielsweise auf dem jüngst ausgebauten Boulevard Kampstraße oder im Unionviertel zu finden sind, sind Zeichen lebendiger urbaner Quartiere in Dortmund. Sie ergänzen die nach wie vor beliebten und etablierten Treffpunkte im Kreuz-, Saarlandstraßen- und Klinikviertel. Es tummeln sich dort Studierende und junge Kreative.

In den vergangenen Monaten hat die Verwaltung erörtert, ob die Zielvorstellungen, Maßnahmen und Handlungsfelder aller Fachbereiche im Hinblick auf das Zukunftsszenario weiterhin Bestand haben oder ob gegebenenfalls Anpassungsbedarfe bestehen. Grundlage für den Abgleich sind Instrumente und Arbeitsmittel, wie Masterpläne und Konzepte etc., denen ein politischer Beschluss zugrunde liegt und die eine gesamtstädtische Wirkung oder Ausrichtung aufweisen.

Zu Anwendung und Nutzwert

Die letzte Phase des Zukunftsprogramms beschreibt die Anwendung und Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse, um auf das für die Stadt Dortmund gezeichnete Zukunftsbild gemäß Szenario hinzuwirken. Die zusammengestellten Informationen dienen dabei als Handreichung und geeignete Grundlage, je nach Themenkomplex weitere notwendige Schritte einzuleiten bzw. Prozesse anzustoßen, um die noch vorhandenen Lücken zu schließen und sich der Erreichung der Zielvorstellungen sukzessive weiter anzunähern. Das können die Erarbeitung weiterer Analysen und Handlungsstrategien etc., die weitere, vertiefende und praxisorientierte Anwendung bereits existierender Maßnahmen und Handlungsstrategien sein sowie die Transformation der gesamtstädtisch angelegten Masterpläne, Konzepte, etc. auf einzelne Stadtbezirke/ Quartiere.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.