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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Der Blog ist mein Baby

24.02.2015

"Fee ist mein Name": Der Blog-Name ist gleichzeitig Programm. Fee-Jasmin Rompza schreibt und fotografiert im Netz seit 2010 erfolgreich über alles, was sie interessiert – witzig und kreativ, persönlich und berührend.

Fee-Jasmin Rompza

Bloggerin und leidenschaftliche Fotografin: Fee-Jasmin Rompza

Ihre Themen sind unglaublich vielseitig und sie gibt ihr Wissen gerne weiter: Anleitungen zu DIYs (Do-it-yourself oder auch das gute alte Heimwerken), Reise-Tipps, Leckereien aus der Küche, Lomography, das Ruhrgebiet, Musikperlen, nostalgische Fotos und Geschichten. Außerdem lässt sie andere Blogger zum Thema "Glück" zu Wort kommen. Man möchte nach einem Ausflug auf ihrer Seite ausrufen: Und fotografieren kann Fee auch noch!

Alle Bilder hat der Fotografie-Fan höchst selbst und höchst professionell aufgenommen. Wie und mit welcher Kamera, auch das kann jede und jeder bei ihr nachlesen. Die quirlige Bloggerin, Redakteurin und DIY-Autorin hat außerdem frisch das Buch "Pflanzen-Deko – kreativ & selbstgemacht" veröffentlicht. Über die Blog-Anfänge, ihre Motivation, ihr Buch und einen Ausblick sprach die Dortmund-Redaktion mit der Bloggerin.

Frage: Dein Blog ist nicht nur visuell toll aufgemacht, persönlich geschrieben und sehr hilfreich, sondern auch überaus umfangreich. Wie hat’s angefangen und wen willst du erreichen?

Fee: Angefangen habe ich mit einem Blog zu meinem DIY-Schmuck, den ich damals verkauft habe, das war von 2008 bis 2010. Ich habe dann mit der Zeit andere Blogs entdeckt und meinen eigenen sukzessive weiterentwickelt. Da passte der alte Name irgendwann nicht mehr und ich brauchte Platz für neue Themen und Texte, eben über alles, was mich interessiert. Mein aktueller Blog www.feeistmeinname.de ist in vielen Dingen sehr persönlich, manche würden vielleicht eher Tagebuch schreiben, aber mich reizt das Interaktive an Blogs.

"Es ist ein schönes Gefühl, wenn ich andere mit meinen Geschichten glücklich machen kann"

Fee-Jasmin Rompza

Ich mag es, mich mit Menschen auszutauschen und ihnen was geben zu können. Meine Leser besuchen den Blog zwar hauptsächlich wegen der Themen, die ich anbiete, kommen aber auch wegen mir als Person auf die Seite. Ich war z. B. sehr erleichtert, als ich mich nach langen Überlegungen dazu durchgerungen hatte, über meine Multiple Sklerose zu schreiben. Von den vielen positiven Reaktionen und Ermutigungen war ich ganz erschlagen. Damit hatte ich absolut nicht gerechnet. Ich finde es wichtig, dass man offen über seine Erkrankungen sprechen kann. Für die Betroffenen, aber auch für diejenigen, die nicht wissen, was das ist oder wie man damit umgehen soll.

Das Schreiben fällt mir leicht, das empfinde ich nicht als Arbeit, sondern als Entspannung. Am liebsten schreibe ich morgens. Obwohl ich schnell schreibe, stecke ich natürlich viel Zeit in den Blog. Es kommt ja auch noch das Fotografieren und "Aufhübschen" dazu. Bevor ich mit einem Text anfange, mache ich mir keine großen Gedanken und ich habe auch keine spezielle Zielgruppe im Sinn. Wenn ich vor meinem Blog sitze, fließt der Text einfach in die Tasten. Es ist ein schönes Gefühl, wenn ich andere mit meinen Geschichten glücklich machen kann, egal wer sie sind.

Frage: Der klassische Weg geht vom gedruckten Buch ins Netz, dein Weg ist genau der umgekehrte: Erst der Blog, danach das Buch "Pflanzen-Deko – kreativ & selbstgemacht". Die sage und schreibe 50 Projekte im Buch hast du nicht nur selbst ausgesucht, sondern auch umgesetzt und fotografiert. Wie kam es dazu, wie unterscheidet sich die Arbeit am Buch zum Blog und was ist dein Lieblingsprojekt?

Fee: Der Verlag ist auf mich zugekommen. Die Verlagsmitarbeiter sind über meine DIYs auf mich gekommen – ihnen hat wohl mein Stil gefallen. Das Thema "Kreative Projekte rund um Pflanzen und Blumen" stand schon fest. Nach einer Woche Bedenkzeit habe ich zugesagt. Mir gefällt an dem Buch, dass ich damit ganz konkret was in Händen halten kann.

Bild

Originelle Deko-Ideen mit und für Pflanzen

Insgesamt habe ich fünf Monate Arbeit investiert: einen Monat mit dem Konzept der Kapiteleinteilungen und welche Projekte es sein sollen. Einen Monat brauchte ich für die Beschaffung der vielen unterschiedlichen Materialien und dann brauchte ich noch mal drei Monate für die Herstellung der einzelnen Projekte, das Schreiben darüber und das Fotografieren. Bei der Herstellung geht auch schon mal was schief und dann muss man sich eine neue Lösung einfallen lassen. Ich habe zwar mit meiner Kamera fotografiert, musste mir dafür allerdings neue Techniken aneignen, wie etwa die Bildbearbeitung in RAW – Fotos benötigen im Druck ja eine höhere Auflösung als im Web.

Zu meinen Lieblingskreationen gehören u. a. die Töpfe mit den Gesichtern, gar nicht so sehr weil ich sie mir am ehesten in die Wohnung stellen würde, sondern eher weil sie mir genauso gelungen sind, wie ich sie mir vorgestellt habe. Insgesamt habe ich mich bei den Projekten bemüht, unterschiedliche Geschmäcker anzusprechen und nicht nur meinem eigenen zu folgen. Ich bin froh, dass ich das Buch gemacht habe, aber der Blog ist und bleibt natürlich mein Baby.

"Jedes Mal, wenn ich nach Dortmund zurückgekommen bin, stellte sich ein unvermutetes Heimatgefühl ein"

Fee-Jasmin Rompza

Frage: Geboren und aufgewachsen bist du in Dortmund. Später hast du über 5 Jahre in Mainz Buchwissenschaften und Kulturanthropologie studiert. Parallel zum Studium warst du beim SWR in der Online-Redaktion. Du bist dann zurückgekehrt und hast ein Fernstudium in Berlin als Fachjournalistin drangehängt. Zieht es dich zum Leben eigentlich nicht in eine andere Stadt? Was hält dich in Dortmund?

Fee: Als ich zum Studium nach Mainz gegangen bin – meine Abschlussarbeit habe ich übrigens in Dortmund geschrieben – verließ ich meine Heimatstadt mit dem Gefühl "Na ja, Dortmund halt". Durch die Fernbeziehung zu meinem Freund bin ich aber regelmäßig alle zwei Wochen zwischen Mainz und Dortmund hin und her gependelt. Und jedes Mal, wenn ich nach Dortmund zurückgekommen bin, stellte sich ein unvermutetes Heimatgefühl ein. Berlin z.B. ist als Städtereise schon toll, allerdings eine eher anonyme Metropole. Dortmund ist zwar auch eine Großstadt, aber eben überschaubar.

Außerdem machen die Menschen den Unterschied zu anderen Städten aus. Hier ist man geerdet. Man muss nicht cool sein oder was darstellen. Jeder kann so sein wie er ist und wird genauso akzeptiert.

Frage: Mit welchen neuen Ideen wirst du deine Leserschaft in Zukunft überraschen?

Fee: Ich schreibe über alles, was mich im Moment interessiert und begeistert. Das Reisen habe ich vor noch nicht allzu langer Zeit für mich entdeckt. Es gewinnt zunehmend an Stellenwert – bei mir und entsprechend im Blog. So verändert sich der Blog permanent weiter. Fiktionale Geschichten wird es wohl auf meinem Blog eher nicht geben, da ich über das schreibe, was eng mit mir zu tun hat. Es kommt einfach wie es kommt.

Interview: Gaye Suse Kromer

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