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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Interview mit dem Direktor des Deutschen Fußballmuseums

05.10.2015

Am 25. Oktober eröffnet das Deutsche Fußballmuseum in Dortmund. Die Dortmund-Redaktion sprach mit Manuel Neukirchner, dem zukünftigen Direktor des Museums.

Manuel Neukirchner

Manuel Neukirchner blickt mit großer Vorfreude auf die Eröffnung des Deutschen Fußballmuseums am 23. Oktober

Herr Neukirchner, Sie werden bald Direktor des Deutschen Fußballmuseums in Dortmund. Es ist das einzige offizielle Museum, das die Geschichte und Gegenwart des Deutschen Fußballs widerspiegelt. Erfüllt Sie diese Aufgabe mit Stolz und ist es somit mehr als nur ein Job?

Beide Male ja: Ich bin stolz, mit unserem ganzen Museums-Team dieses Haus entwickelt und realisiert zu haben. Und mehr als ein Job ist diese Aufgabe allemal. Es gibt nur ein Deutsches Fußballmuseum und es wird auch so schnell kein zweites geben. Dieses Haus zu führen und mit Leben füllen zu dürfen, ist etwas Besonderes.

Diese Aufgabe ist mehr als ein Job!

Manuel Neukirchner

2008 fiel die Entscheidung, das Deutsche Fußballmuseum nicht in Gelsenkirchen, Köln oder Oberhausen sondern in Dortmund zu errichten. Warum war das eine gute Wahl?

Das hat mehrere Gründe. Für den Standort sprach an erster Stelle die ausgezeichnete Lage. Wir befinden uns mit dem Museum direkt am Dortmunder Hauptbahnhof, einem zentralen Knotenpunkt für den gesamten deutschen Bahnverkehr. Zudem gehört der Westenhellweg zu den besucherstärksten Einkaufsmeilen Deutschlands. Wer vom Hauptbahnhof dort hingelangen möchte, läuft direkt bei uns vorbei. Das sind am Tag bis zu 65.000 Menschen. Doch auch die kulturelle Anbindung ist optimal. Das Deutsche Fußballmuseum ist direkt in die Dortmunder Kunst- und Kulturmeile eingebettet: mit Dortmunder U, der Stadt- und Landesbibliothek des Architekten Mario Botta, dem Museum für Kunst- und Kulturgeschichte oder dem Konzerthaus. Nicht zu vergessen: Die Bundesliga wurde 1962 im Goldsaal der Westfalenhallen gegründet, und die erste Geschäftsstelle des DFB befand sich in Dortmund. Über die Fußballbegeisterung der Dortmunder brauchen wir nicht viele Worte verlieren - die ist legendär.

Die Besucher erwartet ab dem 25. Oktober ein multimediales Erlebnis auf 7.700 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Die Leitidee des Hauses "Wir sind Fußball" deutet es schon an: Hier sollen die Emotionen frei gesetzt werden, die der Fußball nun mal mit sich bringt. Sie garantieren Faszination, Spannung & Unterhaltung. Ein gewagtes Versprechen?

Vielmehr eine Verpflichtung. Wenn man dem deutschen Fußball ein Zuhause baut, muss man sich dieser Herausforderung stellen. Der Fußball steckt voller Emotionen, bringt Menschen zusammen und begeistert alle. Deshalb war es uns sehr wichtig, die Ausstellungsstücke erlebbar zu machen. Und das schaffen wir durch Inszenierungen. Lichtstimmungen, Sound im Raum oder mediale Projektionen liefern den Kontext, in dem das Exponat die größtmögliche Wirkung erzielen kann. Natürlich besitzt der Endspielball von 1954 oder der Schuh von Götze, mit dem er uns 2014 zum Weltmeister gemacht hat, eine besondere Ausstrahlung, aber in unseren Räumen bekommen die Heiligtümer des deutsche Fußballs einen würdigen Rahmen.

Mir sind alle Exponate ans Herz gewachsen

Manuel Neukirchner

Was raten Sie den Besuchern? Sollten sie ihre Eintrittskarte vor Ort kaufen oder besser online buchen?

Der Kauf in unserem Onlineshop hat mehrere Vorteile. Zum einen müssen sich die Besucher nicht an der Tageskasse anstellen. Sie vermeiden also eine mitunter lange Schlange und gelangen per "fastlane" - also auf der Überholspur - direkt in die Dauerausstellung. Zudem können Sie im Internet den Zutrittszeitraum selbst bestimmen und haben anschließend die Gewissheit, in diesem einstündigen Zeitfenster das Museum betreten zu können. Nicht zu vergessen: Sie sparen bis zu 25 Prozent im Vergleich zum Tageskassenpreis und müssen sich keine Gedanken über die An- und Abreise machen. Das Ticket ermächtigt nämlich zur kostenlosen Fahrt im VRR am Tag des Museumsbesuches.

19 Sporthistoriker und Wissenschaftler haben sich für die Ausstellung mit 134 verschiedenen Themen beschäftigt, 1.700 Exponate wurden zusammengetragen. Was ist Ihr persönliches Lieblingsstück im Museum und warum ist das so?

Die Frage bekomme ich oft gestellt. Und sie ist schwierig zu beantworten. Es ist fast so, als ob man einen Familienvater fragt, welches Kind ihm das liebste ist. Nicht zuletzt weil bei der Suche und der Recherche so viel Herzblut dabei war, sind mir alle Exponate ans Herz gewachsen.

Thomas Kampmann

Zum Thema

Das Deutsche Fußballmuseum präsentiert auf einer Gesamtfläche von 7.000 Quadratmetern die erste und in Deutschland einmalige Dauerausstellung zur Geschichte des deutschen Fußballs mit interaktiven und multimedialen Inszenierungen sowie mit mehr als 1.600 Exponaten.

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