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Stadt- und Landesbibliothek

Bild: Markus Steur

Handschriftenabteilung

Malerbriefe aus zwei Jahrhunderten

Nachricht vom 06.02.2018

Neue Handschriften-Ausstellung in der Stadt- und Landesbibliothek

Jens André Pfeiffer, Leiter der Handschriftenabteilung in der Stadt- und Landesbibliothek.

Jens André Pfeiffer, Leiter der Handschriftenabteilung in der Stadt- und Landesbibliothek

Drückt sich der Stil eines Künstlers auch in seiner Handschrift aus? Unterschreibt ein impressionistischer Maler anders als einer aus der Epoche des Expressionismus? Diesen Fragen kann man ab Donnerstag, 8. Februar in der Stadt- und Landesbibliothek nachgehen: Eine Ausstellung der Handschriftenabteilung zeigt Malerbriefe aus zwei Jahrhunderten. Die Ausstellung ist bis zum 7. Mai in der zweiten Etage der Zentralbibliothek am Max-von-der-Grün-Platz 1-3. zu sehen.

Der Milieumaler Heinrich Zille, Impressionist Max Liebermann, Portraitmaler Bernhard Pankok oder Expressionist Oskar Kokoschka sind einige der Künstler, deren teils schöne, teils skurrile Handschriften Persönliches offenbaren. Ausgestellt sind originale Handschriften und Portraits der Künstler. Bildbände aus den Beständen der Bibliothek komplettieren die Schau und geben einen Eindruck vom Werk der Künstlerinnen und Künstler

In der Handschriftenabteilung der Stadt- und Landesbibliothek lagern viele verborgene Schätze. Die älteste Handschrift der Sammlung stammt aus dem 9./10. Jahrhundert: ein Pergamentblatt mit einer Initiale mit Vogelmotiv von Gregorius Magnus. Unter den ca. 3000 Frühdrucken aus der Frühzeit des Buchdrucks gibt es auch eine kolorierte Erstausgabe von Daniel Defoes „Robinson Crusoe“ aus dem Jahre 1720. In der Abteilung lagern außerdem über 300 historische Landkarten und 1000 Städteansichten aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Karten aus dem heutigen NRW, doch es gibt auch Städteansichten z.B. von Venedig oder New Amsterdam (New York).

In den 1920er Jahren wurde in der Stadt- und Landesbibliothek die wohl größte Sammlung von Autographen (eigenhändigen Niederschriften) deutscher Literaten angelegt, darunter Gerhart Hauptmann, Thomas Mann oder Rainer Maria Rilke. Außerdem gibt es Autographen berühmter Komponisten und die „Sozialistensammlung“ mit eigenhändigen Schriften u.a. von Marx, Engels oder Bebel.

Die Sammlung kann nach telefonischer Terminabsprache eingesehen werden (Tel. 0231-50-23206). Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten der Bibliothek geöffnet, der Eintritt ist frei.