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Stadt- und Landesbibliothek

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Markus Steur

Kultur

Dortmunds Stadtbeschreiberin Judith Kuckart präsentiert ihren Hörfilm "Hörde Mon Amour"

Nachricht vom 17.12.2020

Seit August lebt die Berliner Schriftstellerin Judith Kuckart als "Stadtbeschreiberin" in Dortmund. Zu den Vorhaben der Literatur-Stipendiatin gehört auch ein Erzähltheater-Projekt, das sich mit dem Stadtteil Hörde auseinandersetzt. Coronabedingt wurde aus dem ursprünglich geplanten Erzähltheater ein Hörfilm: "Hörde Mon Amour" ist ab dem 24. Dezember online zu sehen.

Judith Kuckart

Die aktuelle Stadtbeschreiberin Judth Kuckart verbrachte einen Teil ihrer Kindheit in Dortmund-Hörde.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Burkhard Peter

Das geplante Theaterspielen ließ sich coronabedingt nicht verwirklichen – doch Judith Kuckart plante kurzerhand um. Gemeinsam mit Hörder*innen als Heimat-Experten und Theaterschauspieler*innen als professionelle Sprecher*innen produzierte sie den gut einstündigen Film "Hörde Mon Amour". Ein vierminütiger Trailer ist bereits abrufbar unter litauf.ruhr. Das Projekt wird gefördert über den Heimat-Fonds aus Mitteln des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW sowie über das Kulturbüro Dortmund. Unterstützer sind das "literaturhaus.dortmund", die VHS Dortmund und die Stadt- und Landesbibliothek Dortmund.

"Hörde war eine Schule fürs Leben"

Das Interesse an Hörde rührt aus Judith Kuckarts Kindheit: Bis zum Alter von 14 Jahren verbrachte die gebürtige Schwelmerin aus (traurigen) familiären Gründen einen Teil ihrer Kindheit Am Winterberg. "Hörde ist eine Station meines Lebens, an der ich viel über das Leben gelernt habe. Hörde war eine Schule fürs Leben", sagt sie selbst.

Mischung aus autofiktional und autobiografisch

In ihrer Zeit als Stadtbeschreiberin wohnte sie zwar am Borsigplatz in der Nordstadt, war aber für ihren Film vor allem in Hörde unterwegs.

Wäsche an einer Leine im Garten

Garten in Hörde - eine Szene aus dem Hörfilm "Hörde Mon Amour"
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Eike Galle

Dieser besteht aus autofiktionalen Dortmund-Texten von Judith Kuckart, autobiografischen Hörde-Erzählungen der Heimatexpert*innen (u.a. Ubbo de Boer, Ulrike Rüthing-Vollmer, Julia Salmi-Maas und Grégoire Salmi) mit der Kamera begleitet. Als Sprecher*innen sind Marlene Keil und Ekkehard Freye vom Theater Dortmund beteiligt.

"Eigenes Kino im Kopf"

"Die Kamera wandert wie eine einsame Spaziergängerin über die Hügel von Hörde, auf denen immer noch allerhand los ist, wenn man nur genau hinschaut und hinhört", beschreibt Judith Kuckart ihren Hörfilm. "Was eigentlich passiert, passiert im Kopf der Zuschauenden, die den Hörfilm mit ihrem eigenen Erleben und den eigenen Erfahrungen abgleichen. So entsteht ein drittes Bild, nein, entsteht eigenes Kino im Kopf, das seinerseits wieder in Dialog treten kann mit unserem Hörfilm 'Hörde Mon Amour'."

Zu Judith Kuckart

Judith Kuckart studierte Literatur- und Theaterwissenschaften an der Universität Köln und der Freien Universität Berlin. An der Folkwang-Hochschule Essen absolvierte sie außerdem eine Tanzausbildung. Seit 1999 ist sie auch als freie Regisseurin tätig. In ihren künstlerischen Projekten verbindet Judith Kuckart verschiedene künstlerische Sparten, oft auch unter Einbindung der Bevölkerung. Seit 1990 veröffentlicht sie Romane, zuletzt erschien im Juli 2019 "Kein Sturm, nur Wetter" bei DuMont. Die Autorin hat bereits zahlreiche Literatur-Preise und -Stipendien erhalten. Sie beschäftigt sich intensiv mit Narrativen der Heimat und Herkunft und reflektiert politische Strömungen.

Das Stadtbeschreiber-Stipendium

Das Stadtbeschreiber-Stipendium wird jährlich vergeben. Inhaltlicher Schwerpunkt ist die Transformation Dortmunds von der Stadt der Montanindustrie zum Standort von Wissenschaft, Technik und Dienstleistungen. In der Zeit ihres Stipendiums arbeitet die Stadtbeschreiberin eng mit dem Kulturbüro, dem Literaturhaus Dortmund und weiteren Institutionen der regionalen Literaturszene zusammen, bringt sich in die Stadtgesellschaft ein und gibt den Diskursen aktuelle Impulse. Die nächste Stadtbeschreiberin für Dortmund wird ab Mai 2021 Anna Herzig aus Salzburg .

Zum Thema

Weitere Informationen zu und Texte von Judith Kuckart sind auf dem Blog litauf.ruhr zu lesen. Dort ist ab dem 24. Dezember auch der Hörfilm "Hörde Mon Amour" zu sehen.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.