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Buchcover Willi Bredel

Fritz-Hüser-Institut

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): FHI

Willi-Bredel-Bibliothek

Willi Bredel

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): FHI

Geschichte der Bibliothek

Die Bibliothek Willi Bredels erfuhr eine wechselvolle Geschichte, die von zahlreichen Umzügen gekennzeichnet ist. Ihre Anfänge reichen bis in die Exiljahre Bredels in Moskau (1934-1945) zurück. Nachdem die Berliner Wohnung Bredels 1987 aufgegeben worden war, lagerte die Bibliothek im Schweriner Schloss.

Seit 1992 gehört die Biblothek Bredels der Willi-Bredel-Gesellschaft – Geschichtswerkstatt e.V. in Hamburg, die sie aber nicht dauerhaft in ihren Räumen lagern konnte. Die Bredel-Gesellschaft übergab daher 2009 die Bibliothek als Dauerleihgabe an das Fritz-Hüser-Institut.


Biografie:

* 02.05.1901, † 27. 10. 1964 Berlin/DDR; Grabstätte: ebd., Zentralfriedhof Friedrichsfelde

Jahr/Zeitraum Station
2. Mai 1901 Karl Friedrich Willi Bredel wird als Sohn des Zigarrenmachers Carl Bredel und seiner Frau Frieda geb. Harder in Hamburg geboren.
1916 Bredel beginnt eine Lehre als Eisen- und Metalldreher in Hamburg und tritt der Gewerkschaft und der sozialistischen Arbeiterjugend bei.
1918 Bald nach ihrer Gründung wird Bredel Mitglied der Kommunistischen Partei. Er gibt die Zeitschrift "Freie proletarische Jugend" heraus.
1923 Wegen der Beteiligung am Hamburger Aufstand erfolgt die Verurteilung zu zwei Jahren Gefängnis, während der er die Studien zu "Marat, der Volksfreund" verfasst
1924 - 1927 Bredel arbeitet als Redakteur bei Arbeiterzeitungen in Bremen, Magdeburg und Essen. Als Seemann und Wanderer bereist er Südeuropa und Nordafrika.
1927 - 1928 Als Dreher bei der Firma Nagel & Kaemp wird er zum Betriebsrat gewählt und auf Grund einer Denunziation entlassen.
1928 Die Hamburger Volkszeitung (HVZ) stellt ihn als Redakteur ein.
1929/30 Das Reichsgericht verurteilt Bredel wegen Hoch- und Landesverrats nach Veröffentlichungen in der HVZ zum Blut-Mai des SPD-Polizeipräsidenten Zörgiebel in Berlin und über die geheime Kriegsproduktion im Draegerwerk Lübeck zu zwei Jahren Haft. In dieser Zeit entstehen die Romane "Maschinenfabrik N. & K." (1930) und "Rosenhofstraße" (1931) sowie der in Deutschland erst 1961 veröffentlichte Roman "Der Eigentumsparagraph".
1932 Bredel reist in die Sowjetunion.
1933 Bredel wird in Schutzhaft genommen und verbringt 13 Monate im KZ Fuhlsbüttel.
1934 Nach der Entlassung aus dem Konzentrationslager flieht Bredel in die Tschechoslowakei. Es erscheinen "Die Prüfung" (1935 im Malik-Exilverlag) und die Erzählung "Der Spitzel". Er emigriert in die Sowjetunion.
1936 Bertolt Brecht, Lion Feuchtwanger und Willi Bredel geben die literarische Monatszeitschrift „Das Wort“ in Moskau heraus.
1937/38 Bredel nimmt am II. Internationalen Kongress der Schriftsteller im spanischen Valencia und in Madrid teil. Als Kommissar des Thälmann-Bataillons der Internationalen Brigaden kämpft er im spanischen Bürgerkrieg.
1941 Der 1. Band der Roman-Trilogie „Verwandte und Bekannte“: „Die Väter“ erscheint in Moskau. Im 2. Weltkrieg betreibt Bredel nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion Frontagitation in Schützengräben, mittels Flugblättern sowie im Radio Moskau. Er ist Mitbegründer des Nationalkomitees „Freies Deutschland“.
1945 Bredel kehrt nach Deutschland zurück und beteiligt sich an der politischen und kulturellen Aufbauarbeit in Mecklenburg. Die Universität Rostock verleiht ihm die Ehrendoktorwürde.
1947 Bredel wird Chefredakteur der Zeitschrift "Heute und Morgen".
1948 Bredel gründet den Petermänken-Verlag in Schwerin und
1949 übersiedelt nach Berlin.
1952 - 1957 Bredel wird Chefredakteur der "Neuen Deutschen Literatur" (bis 1957). Seit
1954 ist Bredel Mitglied des Zentralkomitees der SED.
1962 Die Akademie der Künste Berlin wählt ihn zu ihrem Präsidenten.
27.10.1964 Bredel verstirbt an den Folgen eines Herzinfarkts.

Weitere Informationen:
Sinn und Form, Sonderheft Willi Bredel 1965
Lilli Bock: Willi Bredel - Leben und Werk. Berlin /DDR 1969.

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