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Handschrift auf weißem Grund

Fritz-Hüser-Institut

Bild: FHI

Fritz Hüser

Fritz Hüser

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Fritz Hüser (1908-1979)

Fritz Hüser wuchs in einem von bergmännischen Traditionen und sozialdemokratischen Werten bestimmten Umfeld in Dortmund-Dorstfeld auf. Als Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ) galt sein Interesse der Arbeiterkultur, insbesondere der Literatur.

Neben seinem erlernten Beruf als Stahlarbeiter in der Maschinenfabrik Wagner & Co. widmete er sich dem Aufbau von Arbeiter- und Werkbibliotheken und legte den Grundstein für seine Sammlung zur Arbeiterliteratur.

Nach einem Arbeitsunfall 1931 übernahm er die Leitung einer Werkbibliothek in Dortmund und später in Oberschlesien und absolvierte eine Ausbildung zum Bibliothekar. Seine Sammlung zur Arbeiterliteratur ging während der nationalsozialistischen Herrschaft weitgehend verloren.

Die Stadt Dortmund übertrug ihm 1945 den Aufbau der Dortmunder Volksbüchereien. Er veränderte maßgeblich das Berufsverständnis und Berufsbild des öffentlichen Bibliothekswesens der 1950er und 60er Jahre. Außerdem gelang ihm der Wiederaufbau seiner Sammlung, die er als „Archiv für Arbeiterdichtung und soziale Literatur“ der Öffentlichkeit zugänglich machte.

Die vergessenen Autoren der Arbeiterdichtung versuchte er durch Bibliografien, Ausstellungen und Publikationen ins Gedächtnis der Lesenden zurückzurufen.

Mit dem Schriftsteller Max von der Grün, dem Gewerkschaftssekretär Walter Köpping u.a. gründete er 1961 die „Dortmunder Gruppe 61“ als „Arbeitskreis für künstlerische Auseinandersetzung mit der industriellen Arbeitswelt“. Hier wirkte er als Mentor für die Schriftsteller und Schriftstellerinnen. Seine Sammlung entwickelte er kontinuierlich weiter und übergab sie bei seinem Eintritt in den Ruhestand der Stadt Dortmund als „Institut für deutsche und ausländische Arbeiterliteratur“, das er bis kurz vor seinem Tod 1979 leitete.