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Fritz-Hüser-Institut

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Vortrag 11.07.19

Leonie Ossowski und „Die große Flatter“

Nachricht vom 29.04.2019

Vortrag und Präsentation von Dr. Regina Heilmann (Stadtmuseum Ludwigshafen a. Rh.) und Prof. Dr. Karin Vach (PH Heidelberg)

Collage Buchcover Lenie Ossowski

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Alle Rechte vorbehalten Heilmann privat

Donnerstag, 11. Juli 2019, 19:30 Uhr

Stadt- und Landesbibliothek Dortmund,
Studio B
Max-von-der-Grün-Platz 1-3

Eintritt frei

Jeder kennt ihn: "Die große Flatter", den erstmals 1978 erschienenen, von Leonie Ossowski (1925–2019) verfassten Roman, bis heute eins der erfolgreichsten Jugendbücher im deutschsprachigen Raum. "Die große Flatter" steht stellvertretend für das Portrait einer Jugendgesellschaft in der Bundesrepublik Deutschland, die aufgrund ihrer sozialen Herkunft von vornherein zum Scheitern verurteilt scheint. Die Handlung des Romans, der um zwei Jugendliche aus einer Obdachlosensiedlung am Rande einer Großstadt in den 1970er Jahren kreist, basiert auf Erfahrungen, die die 1925 in Niederschlesien (heute Polen) geborene adelige Schriftstellerin Jolanthe von Brandenstein unter dem Namen Leonie Ossowski während ihrer Mannheimer Jahre gemacht hat. Mannheim und Dortmund – das sind zwei Arbeiter- und Industriestädte, deren Vergleichbarkeit gerade mit Blick auf die Lebensverhältnisse ihrer Bewohner*innen, auf ihre soziale und interkulturelle Beschaffenheit auf der Hand liegt.

In ihrem Vortrag werden Dr. Regina Heilmann und Prof. Dr. Karin Vach "Die große Flatter" näher beleuchten sowie die dort vorherrschenden Themen. Hierzu spricht zunächst Prof. Dr. Karin Vach über den Roman im Kontext seine Zeit und seiner Bedeutung für die Entwicklung der Jugendliteratur. Im Anschluss widmet sich Dr. Regina Heilmann der Biographie und dem Oeuvre von Leonie Ossowski mit Schwerpunkt auf ihren Mannheimer Jahren. Sie werden in diesem Rahmen auch der Frage nachgehen, inwieweit sich die Situation für prekär aufwachsende Jugendliche aus einem quasi generationenübergreifenden Erwerbslosenmilieu heute, gut 40 Jahre nach Erscheinen des Buchs, verbessert hat und welche Chancen heute bestehen.

Dr. Regina Heilmann ist Kulturwissenschaftlerin und seit 2011 Leiterin des Stadtmuseums Ludwigshafen am Rhein.
Prof. Dr. Karin Vach ist Professorin für Literaturdidaktik an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und Leiterin des dortigen Zentrums für Kinder- und Jugendliteratur. Sie ist derzeit Mitglied der Kritikerjury zur Vergabe des Deutschen Jugendliteraturpreises.

Eine Veranstaltung des Fritz-Hüser-Instituts in Kooperation mit der Stadt- und Landesbibliothek

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