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Fritz-Hüser-Institut

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Workshop 14./15.10.21

Ästhetische und diskursive Strategien zur Darstellung von Arbeit(swelten) in der deutschsprachigen Literatur seit 2000

Nachricht vom 06.09.2021

Doktorand*innenworkshop (mit anschließender Publikation)

14.–15. September 2021 | Universität Duisburg-Essen | Essen

Die Literatur der Arbeitswelt umfasst alle literarischen Werke, deren Thema und Gegenstand Arbeit und Arbeitswelten sind. Trotzdem wird diese oft auf die Literatur des Ruhrgebiets der 1960–80er-Jahre und damit implizit auf die proletarische und Arbeiterliteratur reduziert. Mit dem Übergang der Old zur New Economy in den 1990er-Jahren entfernt sich jedoch die Arbeit in der Literatur zunehmend vom Klassengedanken und hat kein primär politisches Programm mehr. Sie umfasst nun auch Bereiche wie Management, Wissenschaft und künstlerische Arbeit, die nicht notwendigerweise prekär sind, sowie Sphären der Nicht-Arbeit, die Arbeit am Selbst, an persönlichen Beziehungen oder Care-Arbeit. Spätestens seit den 1990ern ist ebenso eine Entgrenzung von Arbeit zu beobachten, überschreitet doch diese die ihr traditionell zugewiesenen Grenzen und dringt zeitlich, räumlich, motivational etc. in die Sphäre der Nicht-Arbeit ein. Neben marktökonomischen überschreitet Arbeit jedoch auch sprachliche und epistemische Grenzen: Die Legitimierung von Sphären abseits der Erwerbsarbeit mit Hilfe von Metaphern wie »die Familienmanagerin« macht das deutlich.

Im Fokus der Vorträge stehen ästhetische wie diskursive Strategien zur Darstellung von Arbeit und Arbeitswelten in der deutschsprachigen Literatur seit der New Economy, vor allem seit 2000. Inhaltlich bewegen sich diese in jeglichen Bereichen der Arbeit, die explizit oder implizit in literarischen Werken auftauchen und kapitalistischer wie nichtkapitalistischer Natur sind. Diskutiert wird, inwiefern Arbeit in der Literatur Mittel zum Zweck oder Zweck an sich ist und ob sowie in welchem Maße ideeller und materieller Wert der (Erwerbs-)Arbeit thematisiert wird. Ist Arbeit identitätsstiftendes Mittel? Dient sie zur Selbstverwirklichung und kann sie Ausdruck persönlicher Eigenschaften und Fähigkeiten sein? Welche Rolle spielt eine implizite oder explizite Kritik am Kapitalismus und einer neoliberalen Ökonomie? Wie werden die Akteur:innen, u.a. der New Economy, dargestellt und charakterisiert? Diese und weitere Fragen werden im Rahmen der Vorträge erörtert und anschließend im Plenum diskutiert. Der Workshop soll dazu dienen Doktorand:innen die Möglichkeit zu geben sich über ihre (Promotions-)projekte auszutauschen, Kontakte zu knüpfen und die Basis für eine anschließende Publikation zu schaffen.

Eine Kooperation des Instituts für Germanistik, Abteilung Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen mit dem Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt.

Veranstalterinnen:
PD Dr. Corinna Schlicht (Universität Duisburg-Essen)
Marie Kramp, M.A. (Universität Duisburg-Essen)
Janneke Eggert, B.A. (Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt)

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