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Sommertour

"Dortmund ist emanzipiert" – OB Westphal spricht mit starken Frauen, die viel für Dortmund tun

Nachricht vom 27.08.2021

Zum Sommertour-Tag "Dortmund ist emanzipiert" hat OB Thomas Westphal in der AWO Seniorenwohnstätte Eving mit fünf Pflegerinnen über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gesprochen. Bei Kamingesprächen mit fünf Vertreterinnen verschiedener Berufe knüpfte Thomas Westphal abends an das Thema an.

Emanzipation - das Thema des siebten Sommertour-Tages. Quelle: YouTube

Die Pflegekräfte der AWO Seniorenwohnstätte Eving schätzen ihre Arbeit in hohem Maße, viele der Beschäftigten sind seit mehr als 15 Jahren in der Einrichtung tätig und haben sich früh, etwa im Rahmen eines Praktikums, für den Beruf der Altenpflegerin entschieden.

"Ich liebe meine Arbeit", sagt etwa Betreuungsassistentin Gülser Sarisoy-Ünlü, die seit 2001 in der Einrichtung tätig ist. Trotzdem gerieten sie und die Kolleginnen während der Pandemie oft an Grenzen. Zu den erhöhten beruflichen Herausforderungen kamen weitere im privaten Bereich, so die Betreuung der Kinder zuhause, bedingt durch Homeschooling oder die Schließung der Kitas. Besonders schwierig war die Situation für die alleinerziehenden Kolleginnen. Die AWO Seniorenwohnstätte unterstützt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch individuelle Lösungen, etwa durch konstante Dienste (nur Früh- oder Spätschicht) oder die Befreiung von Diensten am Wochenende.

Vorwiegend weiblich: Pflegeberufe

Weiteres Thema war der Pflegeberuf als vorwiegend weiblicher Beruf und dessen oft geringe Akzeptanz in der Öffentlichkeit. In diesem Zusammenhang plädierte der Oberbürgermeister für eine bessere Bezahlung und verwies auf den "Gender-Gap", den Umstand, dass Männer bei gleicher Arbeit oft besser bezahlt werden als Frauen: "Sie machen einen harten Job und verdienen zu wenig. Würden vorwiegend Männer in der Pflege arbeiten, würde sich das Bild wahrscheinlich ändern." Westphal informierte sich außerdem über den Umgang der Kolleginnen mit der wachsenden Bedeutung der Kurzzeitpflege.

Ungewöhnlich: Frauen in MINT-Fächern

Frauen im Beruf war das übergreifende Thema bei einem Kamingespräch in der Hövels Hausbrauerei. "Frau in ungewöhnlichem Beruf" wäre der passende Titel für Dr. Leanna Müller, denn die promovierte Physikerin hat neben Physik Mathematik studiert und sich so für sogenannte MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) entschieden, in denen Frauen vergleichsweise selten vertreten sind. Müller berichtete von ihrer frühen Begeisterung für die Physik durch eine engagierte Lehrerin am Bert-Brecht-Gymnasium in Kirchlinde und ihre akademische Laufbahn an der TU Dortmund, die sie mit einer Professur krönen wollte. Aus unterschiedlichen Gründen entschied sich für eine Karriere in der Privatwirtschaft. Seit Juli dieses Jahres arbeitet Dr. Leanna Müller als Projektmanagerin bei Elmos in Dortmund.

Bilderstrecke: Sommertour 2021 - "Dortmund ist emanzipiert"

Dr. Leanna Müller (Physikerin) berichtete Oberbürgermeister Thomas Westphal über ihre akademische Laufbahn und den Einstieg in die Privatwirtschaft 5 Bilder
Dr. Leanna Müller (Physikerin) berichtete Oberbürgermeister Thomas Westphal über ihre akademische Laufbahn und den Einstieg in die Privatwirtschaft
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Roland Gorecki

Auch Rukiye Samanci mit Wurzeln in der Türkei machte ihren Studienabschluss in MINT-Fächern. Sie ist Lehrerin für Mathematik und Naturwissenschaften und lebt seit drei Jahren in Deutschland. Zurzeit ist sie Teilnehmerin des Projekts "Lehrkräfte Plus" der Ruhruniversität Bochum, das ausländische Lehrkräfte für die Arbeit an deutschen weiterbildenden Schulen qualifiziert. Samanci berichtete über diese berufsqualifizierende Maßnahme und darüber, wie sie die Corona-Zeit zusammen mit ihrem Mann und der siebenjährigen Tochter gemeistert hat. Thomas Westphal und die fünf Geprächspartnerinnen, zu denen neben den Genannten zwei Erzieherinnen und eine Medizinische Fachangestellte gehörten, sprachen außerdem über Themen, die auch Männer im Beruf angehen: über Kita-Plätze, Spielplätze oder Entfaltungsmöglichkeiten für Jugendliche im Stadtraum.

Weitere Schritte der Emanzipation

Für Oberbürgermeister Thomas Westphal sind die Erfahrungen der Pflegekräfte in Eving und der Teilnehmerinnen des Kamingesprächs wichtige Schritte der Emanzipation, die weitergeführt werden müssen, denn: "Starke Frauen tun viel für unsere Stadt. Sie helfen, dass diese Stadt sich weiterentwickelt. Sie brauchen viel mehr Aufmerksamkeit, sie müssen viel mehr gesehen werden und sie müssen besser bezahlt werden", so der Oberbürgermeister abschließend.

Text: Torsten Tullius

Hintergrund

Oberbürgermeister Thomas Westphal nutzt im Sommer 2021 die Zeit ohne Gremiensitzungen, um mit möglichst vielen Bürger*innen in den zwölf Dortmunder Stadtbezirken ins Gespräch zu kommen. Er spricht mit Kindern und Jugendlichen, mit Unternehmer*innen, Vertreter*innen des Einzelhandels in den Vororten oder auch mit Lehrer*innen und Auszubildenden. Westphal besucht in Dortmund - der Großstadt der Nachbarn - Sport- und Kleingarten-Vereine und lässt sich innovative unternehmerische Ideen vorstellen.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.

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