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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Alle Rechte vorbehalten jutta rotter / PIXELIO

Aktionsplan zur Teilhabe und Bildung für Kinder, Jugendliche und Familien in Dortmund

Imagefilm zum Dortmunder Aktionsplan Teilhabe und Bildung Quelle: YouTube

Die Stadt Dortmund stellt Kinder, Jugendliche und Familien in den Mittelpunkt. Sie will sie bei den bildungspolitischen und sozialen Folgen der Corona-Pandemie stärken und unterstützen.

Mit einem Aktionsplan zur Stärkung von Teilhabe und Bildung begegnet die Stadt Dortmund den bildungspolitischen und sozialen Folgen von Covid-19. Sie will Kindern, Jugendlichen und Familien ermöglichen, stark aus der Krise zu kommen und über sich hinaus zu wachsen. In einer Datenbank erhalten alle interessierten Akteur*innen und Bürger*innen einen Überblick über zahlreiche Projekte und Maßnahmen, zugeschnitten auf die unterschiedlichsten Bedürfnisse junger Menschen und Familien.

Digitale Informationsveranstaltung

Die Aufzeichnung der digitalen Informationsveranstaltung zu den Fördermöglichkeiten im Rahmen des Aktionsplans zur Teilhabe und Bildung für Kinder, Jugendliche und Familien in Dortmund vom 06.10.2021, sowie die dazugehörige Power Point Präsentation sind hier zum Download abrufbar.

Für Ihre Anträge nutzen Sie bitte die Vordrucke.

Kontaktadresse: aktionsplanteilhabebildung@stadtdo.de

Handlungsfelder

Die Maßnahmen werden in zehn verschiedenen Handlungsfeldern sortiert, die hier näher vorgestellt werden.

Frühe Hilfen / Familien stärken

Die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie greifen tief in die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen ein. Ihre gesunde körperliche, psychische und soziale Entwicklung hängt wesentlich von sozialen Kontakten sowie vom Austausch und Spiel mit Gleichaltrigen ab. Sie haben das Recht darauf, frei von Sorgen und Ängsten zu leben.

Der pandemiebedingte Entzug intensiver Bindungen und eine damit einhergehende Isolierung haben dazu geführt, dass Kinder verlernt haben, soziale Beziehungen aufzubauen, da sie diese in ihren ersten Lebensjahren kaum kennenlernen durften. Darüber hinaus sind für Familien vielerorts – durch die räumliche Distanzierung – Unterstützungs- und Hilfsangebote weitgehend weggefallen. Aufsuchende Hilfen konnten nicht mehr gewährleistet werden. Maßnahmen der Frühen Hilfen sollen Familien gerade in belastenden Lebenslagen betreuen. Insbesondere für Familien, die sich zuvor schon in Belastungssituationen befunden haben, steigt der Druck. Ihr Bedarf an Beratung und Hilfe nimmt zu. Den Kontakt aufrechtzuerhalten, ist daher eine wesentliche Unterstützung für die Familien.

Das Jugendamt Dortmund möchte in enger Kooperation mit dem Gesundheitswesen und den freien Trägern durch zeitnahe und bedarfsorientierte Maßnahmen die Folgen der Pandemie abmildern. Im Vordergrund stehen die Ermöglichung von Teilhabe, Begegnungen, Beratung und Unterstützung. Familien sollen spüren, dass ihre Lebenswelt sich wieder normalisiert und sie auf eine Angebotsstruktur zugreifen können, die Vertrauen in das Hilfesystem schafft.

Frühkindliche Bildung gestalten

Seit Beginn der Corona-Pandemie konnten viele Mädchen und Jungen nur unregelmäßig oder gar nicht an Angeboten der frühen Bildung, Betreuung und Erziehung teilnehmen. Die Belastungen für Familien und Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren sind groß und bringen nachweislich negative Konsequenzen mit sich.

Schließungen von Kindertageseinrichtungen und die damit verbundenen fehlenden Möglichkeiten, unterstützende Angebote wahrzunehmen, verstärken die Bildungsungleichheit.

Um Familien Unterstützung anzubieten und Kindern wieder ein breites Angebot an frühkindlicher Bildung zu ermöglichen, arbeitet das Dortmunder Jugendamt in enger Abstimmung mit den Trägern der Kindertagesbetreuung und den Kindertageseinrichtungen an zielgruppenspezifischen Beratungs- und Bildungsangeboten.

Diese Ansätze werden unter anderem durch das Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) unterstützt.

Ganzheitliche Bildung in und um Schule stärken

Aufgrund der Pandemie sind soziale und Bildungsungleichheit weiter gestiegen. Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und deren Familien, besonders aus prekären Lebenslagen, benötigen vielfältigen und erhöhten Unterstützungsbedarf. Neben Lernrückständen sind vor allem fehlende positive soziale Erlebnisse, ganzheitliche Bildungserfahrungen sowie gesteigerte psychosoziale Beratungs- und Interventionsbedarfe zu benennen.

In Dortmund haben sich daher unter anderem der Fachbereich Schule sowie das Jugendamt gemeinsam mit Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit, freien Trägern, Vereinen, Jugendverbänden und vielen weiteren Akteur*innen das Ziel gesetzt, ganzheitliche Bildungserfahrungen in und um Schule zu gestalten. Mittels Stärkung von bewährten, bestehenden Strukturen beabsichtigen sie Unterstützungsangebote für Kinder, Jugendliche und deren Familien weiter auszubauen und verschiedene Angebote stärker zu vernetzen. Dabei sollen systematisch selbst formulierte konkrete Bedarfe der Dortmunder Bildungseinrichtungen sowie der Kinder und Jugendlichen einbezogen werden.

Förderrichtlinien für Bildungsangebote wie zum Beispiel „Extra-Zeit zum Lernen“ und „Extra-Zeit für Bewegung“ des Ministeriums für Schule und Bildung NRW (MSB), das BMFSFJ-Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona“ sowie Stiftungen und private Fördermittelgeber unterstützen diese Ansätze.

Übergänge Schule-Arbeitswelt sicher gestalten

Während der Pandemie stand die Wissensvermittlung sowohl beim Distanz- und Wechselunterricht als auch bei der Rückkehr zum Präsenzunterricht im Vordergrund. Angebote der Bildungsberatung sowie Berufs- und Studienorientierungsmaßnahmen fanden deshalb nicht in dem notwendigen und sonst gewohnten Umfang statt. Dies hat zu einer Zunahme an Unsicherheiten im Übergang von der Schule in die Arbeitswelt geführt. Junge Menschen mussten ihre Berufs- und Studienwahl überwiegend auf Grundlage weniger Informationen bzw. Berufswahlkompetenzen treffen.

In den Jahren 2020 und 2021 entschieden sie sich dabei seltener für eine Ausbildung. Dies führt nun zu einem erheblichen Mangel an Nachwuchskräften in der Wirtschaft. Daher wurden kurzfristig Angebote zur Unterstützung konzipiert und bereitgestellt, deren Art und Umfang weiter ausgebaut werden sollen, um die bereits bestehenden Angebote im Sinne einer qualifizierten beruflichen Orientierung bedarfsgerecht zu ergänzen.

An dem Handlungsfeld beteiligt sich eine staatlich-kommunale Verantwortungsgemeinschaft bestehend aus Kammern, Unternehmensverbänden, Gewerkschaften, Agentur für Arbeit, Jobcenter bzw. Jugendberufshaus, Hochschulen sowie die Verwaltung (u.a. Schule, Jugendamt, VHS, Wirtschaftsförderung). Sie ist Mitglied des Beirats „Übergang Schule-Arbeitswelt“ und initiiert, begleitet und setzt Maßnahmen um. Ebenso werden dort im Rahmen der kommunalen ZEITGEWINN-Strategie sowie der Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) entwickelte Projekte aufeinander abgestimmt.

In der Verwaltung arbeiten das Regionale Bildungsbüro im Fachbereich Schule (RBB) und die Wirtschaftsförderung (WFDO) Hand in Hand. Während das RBB aus Perspektive der jungen Menschen den Übergang von der Schule in die Arbeitswelt begleitet und koordiniert, arbeitet die WFDO aus Sicht der Unternehmen daran, jungen Menschen einen Übergang in Ausbildung zu ebnen.

Neben dem Einsatz von kommunalen Mitteln werden unter anderem Fördermittel des Landes NRW (z.B. für KAoA) sowie der Bundesagentur für Arbeit nach §45 SGB III eingesetzt.

Kreativität und Kulturelle Bildung stärken

Die Einschränkungen der Corona-Pandemie 2020/2021 haben den kulturellen Bereich auf vielen Ebenen besonders schwer getroffen. Kultureinrichtungen und etablierte Dritte Orte waren geschlossen. Da wichtige Bezugsorte wie Schule bzw. Kindergarten fehlten, blieben Kinder und Jugendliche meist zu Hause. Künstler*innen und Kulturpädagog*innen konnten ihre Zielgruppen nicht erreichen und als Freiberufler*innen oft monatelang keine Einnahmen erwirtschaften.

Digitale Angebote waren kein zureichender Ersatz, denn die Förderung von Kreativität bei Kindern und Jugendlichen erfolgt sehr analog. Sie basiert auf Erleben, Berühren, Selbermachen und echten Kontakt. Daher werden alle schulischen und außerschulischen Aktivitäten sowie Programme für Kinder und Jugendliche im Kulturbereich, in den Museen, den Bibliotheken, der Musikschule, der UZWEI sowie im Keuning-Haus ortsgebunden mit vermehrter Energie wieder aufgenommen, solange es im Rahmen der Lockungen zulässig ist. Hierzu greifen wir auf das Netzwerk der bewährten Partner*innen aus Kultureinrichtungen, Kulturbetriebe, freien Kulturinstitutionen und soziokulturellen Zentren, Big Tipi, Landesvereinigung Kulturelle Jugendarbeit NRW (LKJ) sowie vor allem auf die große Gruppe freischaffender Künstler*innen und Kulturpädagog*innen zurück. Letztere haben bereits des Öfteren ihre langjährigen Kompetenzen bei Programmen wie „Kulturrucksack NRW" oder „Kultur und Schule" unter Beweis gestellt. So sollen alle Angebote der kulturellen Bildung zeitnah mindestens auf Vor-Pandemie-Niveau gehoben sowie neue Angebote gerade in den Ferien geschaffen werden. Die Förderung der Programme durch das Land NRW ermöglicht dies.

Sport, Bewegung und Freizeit fördern

Schwerpunkt: finanzielle Unterstützung, ökologische und soziale Projekte

Der Sport ist ein wesentlicher Bestandteil einer modernen Gesellschafts- und Sozialpolitik mit einer herausragenden pädagogischen und sozialen Funktion. Ziel der Sportförderung ist es, den Breiten-, Leistungs- und Spitzensport der Sportfachverbände und Sportvereine im StadtSportBund Dortmund e.V. und der Schulen sowie die sportliche Betätigung auch der nicht vereinsgebundenen Bürger*innen zu unterstützen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Förderung der Jugendarbeit.

Ein Notfallfonds steht den Sportvereinen zur Verfügung und soll die Folgen der Pandemie abmildern. Aus Mitteln der Sportpauschale des Landes NRW werden Neu-, Erweiterungs- und Umbaumaßnahmen mitfinanziert.

Beteiligte sind der StadtSportBund sowie die Sportvereine in Dortmund und zum Teil auch andere Konzerne der Stadtgesellschaft.

Kinder und Jugendliche haben aufgrund der Einschränkungen in der Coronapandemie Defizite in Mobilität, Kommunikation, Interaktion mit Gleichaltrigen und „analogen“ Lernprozessen erfahren. Neben ökologischen Projekten wird das Thema Bewegung aktuell durch das „Park Sommer Programm“ besonders begleitet. Die Parkanlagen bieten Spielraum und Anregungen zur kreativen Freizeitgestaltung. Daneben stehen sowohl im Zoo als auch in den Parkanlagen vielfältige Angebote zur Verfügung, die Bewegungsaktivitäten, Wissensvermittlung und Interaktion mit Gleichaltrigen ermöglichen. Durch langfristige Kooperationen sollen diese Angebote intensiviert werden.

Partner*innen sind neben verschiedenen Freundeskreisen und Fördervereinen das Kindermuseum mondo mio!, der Spielbogenverein e.V., das AGARD Naturschutzhaus, das Bildungsforum für Natur und Umwelt, Grüner Kreis e. V., NABU, BUND sowie Pflanzengesellschaften.

Finanziert werden die Projekte und Angebote aus dem Wirtschaftsplan der Sport- und Freizeitbetriebe Dortmund sowie über bestehende Finanzierungsmöglichkeiten freier Träger.

Gesundheit und Psychosoziale Versorgung fördern und sicherstellen

Die Corona-Pandemie hat viele Familien an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gebracht. Eltern sahen sich Mehrfachbelastungen und Herausforderungen wie Existenzsicherung, Kinderversorgung und -betreuung sowie Homeschooling bei gleichzeitigen Kontaktbeschränkungen und Zusammenbruch sozialer Unterstützungsnetzwerke ausgesetzt. Kinder mussten sich auf ein recht isoliertes Lernen zu Hause ohne soziale Kontakte in der Peergroup einstellen.

Es wurde ihnen abverlangt, sich selbst zu organisieren, digitale Medien technisch mit sehr kurzem Vorlauf versiert zu nutzen und sich Lerninhalte auch ohne jegliches Feedback anzueignen. In dieser Situation sind Spannungen und Konflikte vorprogrammiert. Die Familien haben aufgrund von Erschöpfung, Überforderung und Zeitmangel oft keine Kapazitäten, Ausgleiche zu finden. Angebote zur Unterstützung, zum Ausgleich und zur Stabilisierung der familiären Systeme sind nun unabdingbar.

Die Kontaktbeschränkungen während der Corona-Pandemie haben Problemlagen noch verschärft, die bereits in der Bestandsaufnahme des Dortmunder Kindergesundheitszieles beschrieben wurden. Insbesondere in den Bereichen gesunde Ernährung, Bewegung und Entspannung, Lebenskompetenz und Widerstandsfähigkeit/psychische Gesundheit ist der Handlungsbedarf gestiegen.

Das Gesundheitsamt führt verschiedene Angebote und Projekte durch, die die gesundheitliche und psychosoziale Lage von Familien stärken können. Neben dem Gesundheitsamt sind weitere Kooperationspartner*innen (z. B. Jugendamt, Schulverwaltungsamt) sowie freie Träger und verschiedene Netzwerke beteiligt.

Die Finanzierung erfolgt zum Teil aus dem Budget des Gesundheitsamtes, Drittmitteln und zukünftig aus dem Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst.

Unterstützung wirtschaftlicher Absicherung / sozial prekäre Lage

Die Corona-Pandemie hat Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt, die wirtschaftliche Lage und die Auftragslage von Unternehmen. Ob Jobverlust, Kurzarbeit oder die Gefährdung der wirtschaftlichen Existenz bei Selbstständigen und Freiberuflichen – die ökonomischen Folgen können dramatisch sein. Ein sinkendes Familieneinkommen mindert zugleich die sozialen Teilhabechancen von Kindern und Jugendlichen. Menschen, die schon vor der Pandemie von Armut bedroht waren, sind dabei in besonderem Maße betroffen.

Die finanziellen Auswirkungen können mannigfaltig sein: der virtuelle Schulunterricht fordert eine technische Ausstattung, der erzwungene Verbleib in der eigenen Wohnung verursacht höhere Strom- sowie Heizkosten und der Wegfall der durch Bildungs- und Teilhabepaket finanzierten Mittagsverpflegung muss ebenfalls kompensiert werden. Zugleich sind vorhandene Unterstützungsangebote häufig nicht bekannt oder die Zugänge können aus anderen Gründen nicht abgerufen werden.

Diverse Fachbereiche der Dortmunder Verwaltung sichern, organisieren und koordinieren die Unterstützung für sozial schwächere Gruppen innerhalb der Stadtgesellschaft. Auch wenn der gesetzliche Rahmen eng ist, werden die Zugangswege zum Hilfssystem im Kontext der Pandemie einer pandemiesensiblen Überprüfung unterzogen, um bedürftigen Menschen weiterhin passgenaue Hilfen anbieten zu können.

Um identifizierte Bedarfe zu adressieren. nutzt die Verwaltung neben den gesetzlich möglichen Finanzierungsgrundlagen auch Mittel und Möglichkeiten der Drittmittelförderung aus. Die innovativen Projekte werden häufig in enger Kooperation mit zivilgesellschaftlichen Akteur*innen, wie beispielsweise den Verbänden der freien Wohlfahrtspflege, umgesetzt, um gesamtstädtische Gestaltungspotentiale auszuschöpfen.

Sozialer Zusammenhalt: Integration, Vielfalt und Gleichstellung

Vor dem Hintergrund bereits vorhandener Herausforderungen hat sich die Lebenssituation von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien mit Zuwanderungsgeschichte während der Corona-Pandemie teils noch einmal verschlechtert. Gründe dafür können von ungleichen Bildungschancen und wegfallenden sozialen Kontakten über ungenügende sprachliche Förderung in Kitas und Schulen sowie fehlender digitaler Kompetenz, Ausstattung und Zugängen bis hin zum Wegbrechen des Erwerbseinkommens der Eltern reichen

Für Schüler*innen im Bereich des Übergangs von der Schule in die Ausbildung sind u.a. Beratungs-, Qualifizierung- und Berufsorientierungsmöglichkeiten teilweise weggefallen. Wichtige Themen sind nach wie vor außerdem die Vermittlung von Aufklärungsinformationen rund um das Pandemie- und Impfgeschehen für zugewanderte Familien.

Zahlreiche Fachbereiche (u.a. 5/Dez, 4/Dez, FB 50, FB Schule, RBB, DLZB, FB 51, MIA-DO-KI) und zivilgesellschaftliche Organisationen, Wohlfahrtsverbände, Einrichtungen/Institutionen, Kammern, Schulen und Kitas arbeiten in enger Verantwortungsgemeinschaft daran, nicht nur die Teilhabe- und Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen in Dortmund zu stärken. Es geht auch darum, mit unterschiedlichen Strategien und Maßnahmen die Partizipation aller Dortmunder*innen mit Zuwanderungsgeschichte (hier insbesondere neu Zugewanderte und Flüchtlinge) in allen gesellschaftlichen Bereichen sicherzustellen. Dazu hat die Stadt unterschiedliche Strategien entwickelt, die sie gemeinsam mit ihren Partner*innen umsetzt. Im Bereich Neuzuwanderung gehören u.a. die Dortmunder Gesamtstrategie Neuzuwanderung (MKFFI/Stadt Dortmund), der Masterplan Migration/Integration (Stadt Dortmund) und das Kommunale Integrationsmanagement (MKFFI) dazu. Der Aktionsplan Soziale Stadt zielt auf die Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung in den Quartieren und konkret auf die Stärkung von Familien.

Ein besonderes Augenmerk muss auch auf die Situationen der Frauen gerichtet werden, die von der Corona-Krise besonders betroffen sind: Fehlende oder nicht immer bedarfsgerechte Kinderbetreuung durch Kita- und Schulschließungen und die damit verbundene private Sorgearbeit verlangt Frauen viel ab. Oftmals sind gerade sie es, die beruflich kürzer treten und die Mehrfachbelastungen auf sich nehmen. Die Dortmunder Frauenverbände haben sich hierzu zusammengefunden und gemeinsam Maßnahmen entwickelt, die aktuell umgesetzt werden.

Ein besonderer Beratungs- und Aufklärungsbedarf, insbesondere in Zeiten der Corona-Pandemie, besteht zudem für LSBTIQ*-Jugendliche (LSBTIQ = lesbisch, schwul, bisexuell, trans*, intergeschlechtlich, queer). Die Identitätsentwicklung für Jugendliche in der Pubertät ist ohnehin eine fordernde Zeit, vor allem aber für LSBTIQ*, die nicht den vorherrschenden heteronormativen Vorstellungen entsprechen und denen es im näheren Umfeld oft an Vorbildern und teils auch an entgegengebrachtem Verständnis fehlt.

Aufgeführt sind ausschließlich Ansätze, die einen direkten Beitrag leisten, die Situation der Kinder, Jugendlichen und ihrer Familien zu verbessern. Weitere Maßnahmen der Fachbereiche, etwa zur Verbesserung der Situation von Senior*innen, sind derzeit nicht Bestandteil des „Aktionsplans zur Teilhabe und Bildung für Kinder und Jugendliche in Dortmund“.

Beratung, Unterstützung, Begleitung und Freizeit für Kinder und Jugendliche

Die Kontaktbeschränkungen in der Corona-Pandemie belasten Kinder, Jugendliche und Familien physisch und psychisch. Die mangelnde soziale Interaktion mit Gleichaltrigen, fehlende Sport- und Freizeitangebote, übermäßiger Medienkonsum, Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung stellen ein nachhaltiges Risiko für die gesunde körperliche und emotionale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen dar. Homeoffice, Homeschooling und fehlende Kinderbetreuung sowie zunehmende innerfamiliäre Belastungen und Konflikte haben zum Teil schmerzhafte Spuren hinterlassen.

Besonders anfällig für Probleme sind Menschen, die in sozial benachteiligten Quartieren und häufig unter beengten Wohnverhältnissen leben, die Armut erfahren oder einen Migrationshintergrund haben, mit dem nicht selten ein Sprachdefizit einhergeht. Gerade für Kinder und Jugendliche sind institutionelle Angebote besonders wichtig, da die räumlichen, technischen und persönlichen Ressourcen die Ausfälle der letzten anderthalb Jahre nicht kompensieren können.

Das Jugendamt mit seinen Fachabteilungen, hier besonders die Beratungsdienste und Freizeiteinrichtungen, die freien Träger der Jugendhilfe, das Vereinswesen – insbesondere die Sportvereine – haben sich zum Ziel gesetzt, die oben beschriebenen Defizite und Probleme abzubauen, die Interaktion zwischen Kindern und Jugendlichen zu fördern und soziale Begegnungen zu ermöglichen, die Spaß machen. Gefördert werden die Ansätze u.a. durch das BMFSFJ Aktionsprogramm „Aufholen nach Corona“.