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Kinderhand klebt Markierungspunkte auf eine Landkarte

Büro für Kinderinteressen

Qualitätsziele für Spiel-, Erlebnis und Aufenthaltsräume

Die Attraktivität von Stadtbezirken wird wesentlich durch die Vielfalt an geplanten und ungeplanten Spiel-, Erlebnis- und Aufenthaltsräumen mit unterschiedlichen Funktionen und Gestaltungsthemen bestimmt, die für Kinder sicher und gut erreichbar sind.

Kinder spielen auf dem Spielplatz

Kinder & Jugendliche sind Experten für die Gestaltung ihrer Lebensräume.

Dabei geht es nicht um eine einheitliche Grundversorgung von Spiel-, Erlebnis- und Aufenthaltsräumen für alle zwölf Stadtbezirke, sondern ihre Bereitstellung in Abhängigkeit von jeweils lokalen baulich-räumlichen Strukturen mit ihren besonderen Qualitäten, Entwicklungspotenzialen und Handlungserfordernissen. Ein ausreichendes Angebot von attraktiven Spiel-, Erlebnis- und Aufenthaltsräumen die unverbunden und verinselt im Stadtteil verortet sind, sind für sich allein genommen noch keine hinreichende Bedingung für qualitätvolle Stadtbezirke. Ein wesentliches Grundprinzip für eine qualitätvolle kinder- und familienfreundliche Stadtentwicklung und Stadtplanung ist die Vernetzung. Vernetzung meint die räumliche Verknüpfung der vorhandenen Spiel-, Erlebnis- und Aufenthaltsorte zu einem Verbundsystem über Wege & Grünzüge.

Die grundsätzlich durchzuführende Beteiligung von Jungen und Mädchen erweist sich als wichtiges Prinzip, Kinder und Jugendliche als Experten ihrer eigenen Sache ernst zu nehmen, sie als kompetente Ansprechpartner für die Gestaltung ihrer Lebensräume anzuerkennen. Kinder- und jugendgerechte Methoden bei der Beteiligung ermöglichen frühzeitiges Einüben demokratischer Verhaltensweisen. Fachgerechte, ehrliche und differenzierte Beteiligungen ermöglichen den Jungen und Mädchen, dass sie sich mit ihrer Umgebung identifizieren können und eher bereit sind, Verantwortung dafür zu übernehmen.

Spiel- und Bolzplätze

Spielplätze

Konventionelle altersgruppenbezogene Spielplätze in unterschiedlichen Größen, Wasserspielplätze, Waldspielplätze, Themenspielplätze.

  • ausreichende Flächen in unterschiedlichen Größenordnungen für unterschiedliche Altersgruppen und Zweckbestimmungen auf der Grundlage der DIN-Norm 18034 in den Stadtteilen bereitstellen (DIN 18034 – Spielplätze und Freiflächen zum Spielen. Grundlagen und Hinweise für
    die Objektplanung. Beuth-Vertrieb GmbH Berlin, Ausgabe 12.1999)
  • Erreichbarkeit von Spielplätzen sicherstellen
  • Sicherung der Übergänge zum Verkehrsraum
  • Aufteilung der Flächen in unterschiedliche Funktionsräume
  • Geländemodellierung als Raumabgrenzung und Gestaltelement
  • Rückzugsräume über die Sicherung oder Anlage von Gehölzflächen vorsehen
  • unterschiedliche Spielgelegenheiten mit Wasser anbieten wie z.B. Matschbereiche oder Wasserpumpen
  • veränderungsoffene Gestaltung von Spielplätzen; Aufenthaltsbereiche auch für Erwachsene schaffen

Kinder spielen auf dem Spielplatz

Bolzplätze

  • Einrichtung von Bolzplätzen an möglichst konfliktfreien Standorten
  • Integration von Treffpunkten für Jugendliche
  • Integration von Bolzplätzen in Landschaftsstrukturen innerhalb aufgelockerter Siedlungsbereiche
Jugendliche spielen Fußtball
Bild: Stadt Dortmund

Sonderkategorien

Flächen für Jugendliche

  • Treffpunkte und Bewegungsmöglichkeiten in jedem Stadtbezirk anbieten:
    • Skateranlagen
    • Streetballflächen
    • BMX-Parcours
    • Kletterwände
    • Kletterseillandschaften
  • Integration von Trendsportflächen in Landschaftsstrukturen und innerhalb aufgelockerter Siedlungsbereiche
  • Mehrfachnutzung von Grünanlagen
  • Nutzung des öffentlichen Raums durch Jugendliche zulassen
  • Sicherung von informellen Treffpunkten an möglichst konfliktfreien Standorten
  • Entwicklung neuer Angebote für und mit Jugendlichen
Jugendliche fahren Skateboard

Naturnahe Spielräume

  • naturnahe Spielräume für jeden Stadtbezirk anbieten
  • Gestaltung und Qualitätssicherung über eine qualifizierte Entwicklungspflege und Schnittmaßnahmen
  • Verwendung von natürlichem Material wie z.B. Baumstämme, Natursteine, Pflanzen und Erdhügel
  • gestaltbares loses Material bereitstellen
  • Beteiligung von Kindern an der Pflege
Spielende Kinder auf eienr Wiese

Außengelände von Kindertageseinrichtungen

  • Sicherung der Zugänge und Schnittstellen zu Straßenräumen
  • Außenflächen naturnah gestalten
  • Gestalten mit losen Materialien ermöglichen
  • vielfältige Bepflanzung vorsehen, z.B. Obstgehölze und Nährpflanzen für Insekten
  • mit Bepflanzung Rückzugsräume bilden
  • über Gestaltung motorische Erfahrungen ermöglichen
  • Wasser bespielbar gestalten
  • Flächen für Gruppenspiel freihalten
Kinder spielen auf dem Spielplatz

Schulgelände

  • Öffnung von Schulhöfen in den Stadtteil
  • Gestaltung von naturnahen Teilflächen
  • Erhalt von Asphaltflächen für unreglementierte Bewegungsspiele
  • vielfältige Sitzmöglichkeiten schaffen
  • Integration von Kunstobjekten in die landschaftliche Gestaltung
  • Rückzugsbereiche über Pflanzflächen anbieten
  • Hügelstrukturen als Bewegungsräume schaffen
  • Sportanlagen und informelle Bewegungsflächen in die Gesamtgestaltung integrieren
Kinder spielen auf dem Spielplatz

Sportanlagen

  • Öffnung von Sportanlagen in den Stadtteil auch außerhalb des Vereinssports
  • Treffpunkte für Jugendliche integrieren
  • informelle, in Landschaft eingebettete Bewegungsräume für Kinder und Jugendliche in die Sportanlagen integrieren
  • in Teilbereichen Angebote für Trendsportarten wie Inlineskaten oder BMX-Fahren integrieren
  • leistungsunabhängige Sport- und Bewegungsflächen anbieten
Kinder klettern an einer Kletterwand

Straßen

  • Gestaltung von Straßen als Spiel-, Erlebnis und Aufenthaltsbereiche
  • Bereiche mit Parkraumbeschränkung ausweisen zur Erhöhung der Übersichtlichkeit
  • straßenbegleitende Gehwege großzügig gestalten
  • kleinräumige Plätze in den Gehwegbereich integrieren
  • Funktionselemente im Straßenraum wie z.B. Poller und Pflanzbeeteinfassungen bespielbar gestalten
  • Aufenthaltsqualitäten für Jugendliche in die Gestaltung von Haltestellen integrieren
  • straßenbegleitende Gehwege variantenreich gestalten z.B. durch wegebegleitende Balancierelemente
  • Entwässerung in Teilbereichen offen führen und bespielbar gestalten
  • wegebegleitende Pflanzbereiche und Bäume anlegen
  • Pflanzbeete variantenreich gestalten mit wiederkehrender Bepflanzung für einzelne Quartiere mit einem hohen Wiedererkennungswert
Kinder spielen Straßenfussball

Fußgängerzonen und Plätze

  • Plätze unterschiedlicher Zentralität in den Stadtteilen und Quartieren anbieten und miteinander vernetzen
  • Stärkung von Plätzen und Fußgängerzonen als urbane Räume über Stadtgestaltung
  • Spiel und Aufenthalt von Kindern und Jugendlichen auf Plätzen und in Fußgängerzonen zulassen
  • Brunnen, Skulpturen und stadtgestalterische Elemente bespielbar gestalten
  • Integration von Wasserflächen und Skulpturen in attraktive und generationsübergreifende Aufenthaltsbereiche
  • informelle Treffpunkte für Jugendliche in die Platzgestaltung integrieren
  • Spielbereiche und bespielbare stadtgestalterische Elemente den Standorten der Außengastronomie zuordnen
Kinder spielen an einem Brunnen

Gärten und Höfe im mehrgeschossigen Mietwohnungsbau

  • Integration von Spiel-, Erlebnis- und Aufenthaltsbereichen in die Gestaltung von Außenflächen mehrgeschossiger Mietwohnungsbauten
  • Umsetzung vielfältiger Teilräume mit unterschiedlicher Zweckbestimmung wie z.B. Mietergärten, Freiflächen von Erdgeschosswohnungen, Spiellandschaften für Kleinkinder mit Aufenthaltsbereichen für Eltern und Hauseingangsbereichen mit Aufenthaltsqualitäten
  • naturnahe Teilflächen gestalten
  • Anlage eines alltagstauglichen Wegenetzes
  • Beteiligung der Mieter an der Entwicklung von Außenanlagen
Kinder spielen auf dem Spielplatz

Private Gärten

  • Wasser als Spielelement anbieten
  • Teilräume naturnah gestalten
  • Rückzugsmöglichkeiten über Gehölzflächen schaffen
  • den Übergang von Drinnen und Draußen gestalten
  • Obstbäume, Brut- und Nährpflanzen für verschiedene Tierarten vorsehen
  • Sensibilisierung der privaten Hausbesitzer über eine Broschüre mit beispielhaften Gartengestaltungen
Kinder spielen auf dem Spielplatz

Grünflächen

  • Mehrfachnutzung von Grünflächen als Spiel-, Erlebnis- und Aufenthaltsbereiche ermöglichen
  • Entwicklung und Stärkung von Grünflächen für Aufenthalt und Naherholung aller Generationen
  • Entwicklung der Grünanlagen als Bewegungsräume z.B. durch Freihalten von Flächen für unreglementierte Ballspiele
  • eine Vielfalt an Teilräumen mit unterschiedlichem Charakter anbieten wie z.B. Wildnisflächen
Kinder laufen über eine Wiese

Siedlungsumgebende Landschaftsräume

  • Anbindung und Vernetzung der siedlungsumgebenden Landschaft mit den Siedlungsbereichen
  • Sicherung und Entwicklung der siedlungsumgebenden Landschaft als Spiel-, Erlebnis- und Aufenthaltsräume
  • Integration von naturnahen Sonderflächen wie z.B. einen Waldklettergarten
  • Bereitstellung eines Wegenetzes in die Landschaft mit ausgeschilderten Rundwegen
Kinder spielen auf dem Spielplatz

Wald

  • Vernetzung von Waldflächen mit angrenzenden Siedlungsbereichen
  • Betonung der Zugänge durch "Landmarken"
  • Anbindung an die Siedlungsbereiche durch ein besonders gestaltetes Leitsystem
  • Tolerierung von Spielen und Aufenthalt von Kindern und Jugendlichen
Kinder spielen auf Baumstämmen im Wald

Brachen

  • Brachen mit hohen Spiel-, Erlebnis- und Aufenthaltsqualitäten als Naturspielräume langfristig planungsrechtlich sichern
  • Integration von Brachen in ein vernetztes System von Grünflächen
  • regelmäßige Beseitigung von wilden Müllablagerungen
  • für Kinder nicht erkennbare Risiken beseitigen
  • Akzeptanz von Brachen über Öffentlichkeitsarbeit erhöhen
Ein Kind spielt auf großen Rohren im Gelände

Wasser

  • Uferbereiche von Flüssen, Bächen und offenen Gewässer in Teilen bespielbar gestalten
  • Grundwasserentnahmestellen auf Spielplätzen vorsehen
  • Wasserversickerungsanlagen wie z.B. Rigolen bespielbar gestalten
  • Matschmulden auf Spielplätzen vorsehen
  • Brunnen bespielbar gestalten und die Nutzung von Kindern zulassen
Menschen an einem See

Sonderelemente

  • vorhandene für Kinder wichtige Sonderelemente wie z.B. für Kinder interessante Solitärbäume sichern
  • vorhandene Sonderelemente wie z.B. Treppenanlagen für die Nutzung von Kindern zulassen
  • stadtgestalterische Einzelelemente und Kunst im öffentlichen Raum bespielbar gestalten
Jugendliche fahren Skateboard

Büro für Kinderinteressen