Dortmund überrascht. Dich.
Kinderhände zeigen auf eine Landkarte

Büro für Kinderinteressen

Weltspieltag am 28. Mai 2010 in Dortmund-Wickede

Auf Initiative des Deutschen Kinderhilfswerks e.V. sowie weiterer Träger fanden am Weltspieltag 2010 bundesweit öffentlichkeitswirksame Spielaktionen statt.

Kinder verschwinden zunehmend aus dem öffentlichen Raum, dort, wo sie lautstark ihrem Spieldrang nachgehen, geraten sie in Konflikt mit ruhebedürftigen Erwachsenen, Verbotsschilder nehmen ihnen die letzten Freiflächen. Deshalb ist eine öffentliche Aufmerksamkeit für das Recht auf Spiel dringend notwendig.

Das Büro für Kinderinteressen Dortmund hat in diesem Zusammenhang eine Aktion im Wohnpark Wickede an der Kreuzung Karl-Millöcker-Straße Robert-Stolz-Straße durchgeführt, einer komplett verkehrsberuhigten Zone. In solchen Zonen, im Volksmund oft "Spielstraße" genannt, sind alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt.

Autos und Zweiräder oft zu schnell unterwegs

Spielende Kinder und Fußgänger dürfen dort die Straße in ihrer ganzen Breite benutzen. Daher sind Auto- und Zweiradfahrer zu besonders hoher Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme aufgefordert. Sie müssen in diesem Bereich Schrittgeschwindigkeit fahren - das heißt 7 km/h und gegebenenfalls warten. Doch die Realität sieht viel zu oft so aus, dass Autos und Zweiräder zu schnell durch die verkehrsberuhigte Zone fahren und die Kinder sich mittlerweile nicht mehr trauen, dort zu spielen.

Bilderstrecke: Weltspieltag 2010

Eine Kinderhand hält ein Schild mit der Aufschrift "Weltspieltag" 11 Bilder
Ein Tag, über den es viel zu berichten gibt...

Ideen und Wünsche auf der "Wunschwand" festgehalten

Am Weltspieltag haben Kinder und Erwachsene sich diesen Raum wieder zurückerobert. Animiert von den Mitarbeitern des Büros für Kinderinteressen haben rund 40 Kinder ihre Straße mit Kreide bemalt, Hinkelkästchen und "Fischer wie tief ist das Wasser?" gespielt. Mit Buntstiften, Pinseln und Farbe konnten die Kinder ihre Vorstellung von einer kindgerechten Straße aufmalen und an der "Wunschwand" anbringen.

Zusammen mit ihren Eltern haben die Kinder Gummitwist, Tauziehen und Seilspringen für sich wiederentdeckt. Außerdem gab die Projektgruppe Spielleitplanung an einem Infopavillon Auskunft über ihre Arbeit und den aktuellen Prozessstand. Um die vorbeifahrenden Autofahrer aufmerksam zu machen und für das Recht der Kinder auf der Straße zu spielen zu sensibilisieren, war eine Gruppe von Kindern als "Weltspieltag-Reporter" unterwegs. Ausgestattet mit Mikrofon und Aufnahmegerät wurden die Pkw-Fahrer von den Nachwuchsreportern nach der Bedeutung des verkehrsberuhigten Bereichs und der zulässigen Höchstgeschwindigkeit befragt und wenn nötig daran erinnert.

Groß und Klein beim gemeinsamen Spiel

Die Autofahrer zeigten eine hohe Toleranz gegenüber den spielenden Kindern. Im Verlauf des Nachmittags kamen immer mehr Eltern bzw. Erwachsene zu der Spielaktion und beteiligten sich aktiv. Auch die Kinder untereinander haben sich gut akzeptiert, so spielten Sechsjährige auch mit Zwölfährigen zusammen. Der Nachmittag wurde zu einem regelrechten Straßenspielfest bei dem vor allem die Kleinen, aber auch die Großen Spaß und Freude hatten. Aufgrund der regen Beteilung und der ausgelassenen Stimmung lässt sich die Aktion insgesamt als Erfolg werten.

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