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Menschen in der Bürgerhalle des Rathauses

Familienportal

Bild: Dortmund-Agentur / Anja Kador

Eltern - Partner für Familien

Im Rahmen des Projektes "Werdende Eltern – informiert von Anfang an" kamen rund 120 Interessierte zur Informationsveranstaltung "Schwangerschaft und Elternzeit" (10.6.) ins Dortmunder Rathaus.

Im Bereich der Frühen Hilfen lautet das Zauberwort "Interdisziplinariät". So stellten sich zunächst Fachkräfte und Einrichtungen u. a. Hebammen, Standesamt, Schwangerschaftsberatungsstellen sowie Familienbüros in Kurzvorträgen den Gästen vor. Im Anschluss hatten die (werdenden) Eltern die Möglichkeit, an den in der Bürgerhalle aufgebauten Ständen, abgestimmt auf ihre speziellen Bedürfnisse, Informationen zu bekommen.

Informationsstand

Die Beratungsangebote reichten von Themen wie Hebammenleistungen, Schwangerenberatung, Vorsorgeuntersuchungen, Tagesbetreuung für Kinder und Frühförderung und vieles mehr
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Antworten für (werdende) Eltern

Die Geburt eines Kindes verändert das Zusammenspiel eines Paares grundlegend. Dazu kommt die Neudefinition als "Eltern". Über die Herausforderung der Erziehung hinaus haben Eltern oftmals viele Fragen zur Gesundheit des Kindes, zur frühkindlichen Bildung oder auch ganz schlicht Fragen zu Formularen, die auszufüllen sind. Diese Fragen konnten sie auf der Veranstaltung an den entsprechenden Ständen stellen.

Zu Beginn betonte Bürgermeisterin Birgit Jörder in ihrer Begrüßungsrede, dass die Geburt das schönste Ereignis der Eltern und auch des Kindes sein sollte: "Damit die Geburt auch wirklich zum schönsten Ereignis wird, muss dem Wunsch der Eltern entsprochen werden, ihre Fragen zu lösen." Für erste Informationen sei man heute aus den verschiedenen Bereichen angetreten. „Die unterschiedlichen Akteure“, so Jörder, "wollen in Kontakt mit den Eltern kommen und verstehen sich als Partner, die mit ihnen im Sinne des Kindes kooperieren."

Bilderstrecke: Informationsveranstaltung „Schwangerschaft und Elternzeit“

Drei Frauen im Gespräch 12 Bilder
Die Informationsveranstaltung bot Möglichkeit sich direkt vor Ort intensiv auszutauschen
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Start mit (Familien)Hebammen

Eine der ersten und wichtigsten Begleiterinnen für Schwangere sind Hebammen. Sie sind die Expertinnen rund um die Geburt. Die freiberufliche Hebamme Henrike Middendorf verwies in ihrem Kurzvortrag darauf, dass jede Frau einen gesetzlichen Anspruch auf Schwangerschaftsbegleitung und Wochenbettbetreuung hat. Etwa 60 Kolleginnen in Dortmund mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Zusatzangeboten wie z. B. Akupunktur, kommen dieser Aufgabe nach. Die Hebamme am Hotline-Telefon bemüht sich darum, jeder Frau tatsächlich eine Hebamme zu vermitteln.

Sabine Janowski, Familienhebamme im Gesundheitsamt, erklärte den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit: die Begleitung von Familien in besonderen Lebenslagen, die bis zur Vollendung des 1. Lebensjahres des Kindes in Anspruch genommen werden kann. Schweigepflicht und Datenschutz sind hierbei obligatorisch.

Allzeit gut beraten

Katharina Stuhm und Sarah Zaunick vom Dortmunder Standesamt führten in ihrem Vortrag aus, dass nach deutschem Recht klar ist, wer die Mutter sei: diejenige, die das Kind geboren hat. Schwieriger sei die Lage bei der Festlegung des Vaters, da es hier unterschiedliche Möglichkeiten gäbe, z.°B. dass der Ehemann der Mutter in die Urkunde eingetragen werden könne, auch wenn er nicht der biologische Vater des Kindes sei. Hier beraten und helfen die Kolleginnen und Kollegen des Standesamtes weiter. Genauso wie im Zweifel, ob der Vorname eines Kindes tatsächlich in die Geburtsurkunde eingetragen werden kann.

Stoffpuppen an Infostand

Bunt und fröhlich ging es zu auf der Informationsveranstaltung - trotz wichtiger Themen
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Im Anschluss stellten sich die vier Schwangerschaftsberatungsstellen in Dortmund vor, die eine umfassende Leistung anbieten. Zu den Trägern gehören die AWO, Donum Vitae, das Soziales Zentrum Dortmund und der Sozialdienst katholischer Frauen. Die Einrichtungen beraten umfassend zu Kinderwünschen oder Schwangerschaftsabbrüchen, helfen bei sozial-wirtschaftlichen Fragen (z. B. Mutterschutz, Eltern- und Kindergeld) und führen Paarberatungen durch. Sie unterliegen der Schweigepflicht und beraten auch anonym.

Von Finanzen zur Sprachentwicklung

Stellvertretend für die 12 Familienbüros in Dortmund, präsentierte Petra Hampel die Angebote der städtischen Einrichtungen. Sie sind Service- und Anlaufstelle für Eltern und Familien, statten den frischgebackenen Eltern in Absprache mit ihnen Willkommensbesuche ab und informieren umfassend zu Ernährung, Freizeit, Gesundheit, frühkindliche Bildung. Außerdem helfen sie bei ganz persönlichen Anliegen der Eltern.

Martina Scheffler vom Versorgungsamt schaut hingegen bei den Finanzen genau hin. Bei ihr sind Ratsuchende zu Themen wie Eltern- und Betreuungsgeld bestens aufgehoben. Birgit Rips vom Jugendamt sicherte in ihrem Vortrag die Beratung und Unterstützung rund um das Familienleben und die Kinderfürsorge zu. Die Unterhaltsvorschusskasse, repräsentiert durch Tanita Mechken, steht bereit für alle alleinerziehenden Elternteile, die keinen oder einen nicht ausreichenden Unterhalt bekommen. Die finanzielle Unterstützung kann gewährt werden bis zum Kindesalter von 12 Jahren oder längstens 72 Monate.

Menschen in der Bürgerhalle

Die Bürgerhalle war mit knapp 100 Interessierten gut gefüllt
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Hermann Lüer vom Jugendamt erklärte die Funktion eines Beistandes: Die Aufgaben bestehen aus der Feststellung der Vaterschaft und der Klärung von Unterhaltsansprüchen. Darüber hinaus führen die Beistände das Register über abgegebene Sorgeerklärungen und führen bei Bedarf die Erstberatung auch Zuhause bei den Eltern durch.

Sabine Recker vom Zentrum für Psychomotorik und Interdisziplinäre Frühförderung stellte stellvertretend für sechs Anbieter die zehn Frühförderstellen in Dortmund vor. Die Einrichtungen helfen Eltern, deren Kinder im Bereich Motorik, Sprache und der sozial-emotionalen Entwicklung beeinträchtigt sind. Dafür arbeiten Psychologen, Ärzte, Moto- und Logopäden sowie Ergo- und Physiotherapeuten interdisziplinär Hand in Hand zusammen. Die Hilfe der Frühförderstellen kann von der Geburt bis zum Eintritt in die Schule reichen, bei besonderem Bedarf und in Absprache mit dem Jugendamt sogar darüber hinaus. Das Besondere hier: Die Einrichtungen stehen nicht nur Eltern und ihren Kindern, sondern allen Betreuungspersonen, wie etwa Kindergärten, Tages- oder Großeltern, zur Verfügung.

Informativer Ausklang

Nach den Kurzvorträgen konnten sich (werdende) Eltern in einer warmherzigen Atmosphäre bei Erfrischungsgetränken und Obst an den Infoständen von insgesamt 70 Fachkräften tiefer gehend beraten lassen und informieren. Die breite Palette an Informationsangeboten nahmen Mütter, Väter, mit oder ohne Kinder, sowie Schwangere gerne an.

Das Projekt „Werdende Eltern – informiert von Anfang an“ ist eine Kooperation des Gesundheitsamtes, Jugendamtes und des Familien-Projektes. Die Veranstaltung „Schwangerschaft und Elternzeit“ hatten entsprechend von Mitarbeiterinnen aus diesen Fachbereichen organisiert: Uta Nagel (Gesundheitsamt), Pilar Wulff (Jugendamt), Sabine Janowski (Gesundheitsamt), Özlem Dag (Familien-Projekt).

Gaye Suse Kromer

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