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Kinder bilden einen "Menschenknoten"

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Abenteuerspielplatz Wald

Und sie bewegen sich doch! Kinder entdeckten den Wald als Abenteuerspielplatz

Von Barbara Nobis

Wie können Eltern und Pädagogen für eine größere Gruppe von Kindern einen preiswerten Ausflug organisieren, bei dem sich die Jungen und Mädchen viel bewegen, gemeinsam kreativ werden und zudem noch ihr Wissen erweitern? Ganz einfach! Sie bereiten eine Schnitzeljagd vor und entdecken zusammen mit den Kindern den Wald als Abenteuerspielplatz. Genau dies taten kürzlich mehrere Familien auf Einladung des Familien-Projekts Dortmund und des StadtSportBunds Dortmund.

Kompetente Unterstützung holten sich die Mitarbeiter/-innen des Familienbüros Hörde von der der Motopädin, Entspannungspädagogin und Tai Chi-Trainerin Brigitte Wandelt: "Ausgangsidee der heutigen Schnitzeljagd eignet. Daraus habe ich eine Art Schnitzeljagd gemacht, die die Kinder dazu animiert, sich zu bewegen. Zudem erfahren Sie bei diesem Ausflug den Wald mit allen Sinnen."

Jana steht in einem Turm, der mit Ästen geschichtet ist.

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Barbara Nobis

Fynn ist der pädagogische Anspruch des heutigen Ausflugs völlig schnuppe: "Meine Eltern haben mir erzählt, dass wir heute Abenteuer im Wald erleben werden", erzählt der Sie-benjährige kurz nach der Ankunft auf dem Parkplatz an der Schwerter Straße. Auch Melis-sa sowie Fabian und sein jüngerer Bruder Helge hoffen auf Abenteuer. Die Drei sitzen ab-wechselnd auf einem morschen Baumstamm und warten darauf, dass etwas Abenteuerli-ches passiert.

"Jetzt geht´s los", ruft Brigitte Wandelt den Kindern zu und erklärt ihnen die Spielregeln der Schnitzeljagd: „Wir haben im Wald Zettel versteckt. Lauft damit zu Thilo, Nicole oder mir und lest uns das Codewort vor. Dann verraten wir euch die Aufgabe, die sich hinter dem Codewort verbirgt.“ Gesagt, Gerannt. Größere Kinder wie der siebenjährige Marc stürmen voran. Marc findet als Erster den Zettel mit der Nummer eins. Er klebt an einer Holzbank vor einem Busch. Der Junge dreht den Zettel um und liest Eltern und Kindern das Codewort „Sammeln“ vor. Brigitte Wandelt erklärt den Kindern die Aufgabe: "Wenn ihr etwas seht, was nicht in den Wald gehört, bringt es zu uns. Wir stecken den Müll in einen grauen Müllsack, um ihn zu Hause zu entsorgen." Die Kinder werden schnell fündig: "Ma-ma, da ist eine Flasche", ruft die dreijährige Zoe. Damit sich Zoe nicht an den Brennnes-seln weh tut, kriecht Mama Katja ins Gebüsch und reicht ihrer Tochter gleich zwei Flaschen für den grauen Müllsack, eine Wodkaflasche und eine Sektflasche.

Marc, der es nicht so mit dem Aufräumen hat, ist zu diesem Zeitpunkt schon wieder zu-rück und liefert einen Zettel mit der Nummer 5 ab. Die Kinder sollen vier Tiere nennen, die im Wald leben. "Hase, Fuchs, Igel, Wildschweine, Mäuse", schreien die Kinder um die Wet-te. Bei dieser Schnitzeljagd gibt´s den Biologieunterricht und die Umwelterziehung gratis dazu. Doch das merken die Kinder nicht.

Es ist ihnen auch egal, dass sie sich ständig bewegen müssen, um die Zettel zu finden. Das tut vor allem kleinen Sportmuffeln gut. Zettel Nummer 4 fordert die Jungen und Mäd-chen auf, sich einen Baumstamm zu suchen, um von diesem herunterzuhüpfen. Andere Zettel enthalten Anweisungen wie "Balanciert auf einem Baum", "Klettert an einem Seil einen Hang hinauf", "Hüpft von Markierung zu Markierung". Dieser Sport macht Spaß: Als die Kinder die Aufgabe bekommen, zehn Sekunden lang auf einem Bein zu stehen, entwi-ckelt sich daraus ein sportlicher Wettkampf, den der siebenjährige Fabian gewinnt. 113 Sekunden hält er es auf einem Bein aus.

Bilderstrecke: Ausflugsziel: Abenteuerspielplatz Wald

Kind sitzt auf einem Baumstamm 14 Bilder
Die 5-jährige Melissa sitzt zu Beginn des Ausflugs in den 'Abenteuerspielplatz Wald' auf einem morschen Baumstamm und wartet darauf, dass es endlich losgeht.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Barbara Nobis

Doch der Parcours, den Brigitte Wandelt vorbereitet hat, fördert auch den Teamgeist der Kinder. Die Zettel fordern die Jungen und Mädchen zum Beispiel dazu auf, sich an den Händen zu fassen und einen Menschenknoten zu bilden, gemeinsam einen Staudamm zu bauen oder aus Zeitungspapier Boote zu basteln und diese im Bach schwimmen zu lassen.

Das sind Abenteuer, die Kinder lieben. Auch ein Picknick im Wald ist ganz nach ihrem Ge-schmack. Müllsäcke dienen als Picknickdecken und als Tischtuch, auf dem Würstchen und Kekse liegen. Getränke gibt´s dazu scheinbar keine. Oder doch? "Ich habe euch einen Schatz versteckt", verkündet Brigitte Wandelt, nachdem sich die Kinder gerade gesetzt haben. Wieder rennen die Mädchen und Jungen los. Dieses Mal sind Melissa und Fynn die Ersten; sie finden in einer Tasche des Familien-Projekts Trinkpäckchen mit Orangensaft.

Kinder lieben auch Abenteuer, die nicht geplant werden können. Jana entdeckt zunächst einen Frosch und danach einen kleinen Salamander. Fabian und Helge genießen es, barfuß im Bach herumzulaufen und dann, ja dann ziehen innerhalb kürzester Zeit Gewitterwolken auf. Wenige Minuten später kracht es, dann zucken Blitze zwischen den grünen Baumkro-nen. "Wir müssen raus hier, weil es im Wald bei Gewittern gefährlich ist", ruft Marc, wäh-rend Erwachsene und Kinder alles fix zusammenpacken, um zum Parkplatz zu laufen. Als der Weg sich gabelt, laufen Amelie und ihre Mutter Petra zunächst in die falsche Richtung. Fingernagelgroße Hagelkörner prasseln auf die eilig angezogenen Regenjacken, Wasser-rinnsale schlängeln sich durch den matschigen Boden. Der siebenjährige Fynn genießt es, mit völlig durchnässten Turnschuhen im Matsch herumzuhüpfen. Er strahlt seine Mutter an. Die grinst zurück und sagt: "Hatte ich dir heute Mittag nicht gesagt, dass wir in den Wald gehen, um Abenteuer zu erleben?"

Kontakt

Aplerbecker Wald

Parkplatz "Waldschlösschen"
44287 Dortmund

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