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Kinder gehen mit Keschern auf Fang.

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Agard-Naturschutzhaus: Den Westfalenpark mal wissenschaftlich erleben

Kinder suchten im Tonnenteich und im Pfingstbach nach Wassertieren

Von Barbara Nobis

Die Spielstraße, die zum Robinsonspielplatz führt, kennen viele Eltern. Um die Angebote des Agard-Naturschutzhauses, dass abseits des Weges in der Nähe des Robinsonspielplatzes steht, wissen nur wenige. Deshalb luden das Familien-Projekt mit seinem Familienbüro Innenstadt-Ost im Rahmen der Aktion "Dortmund mit Kindern erleben" zur Expedition "Wasserfloh und Co" ein.

Trotz des Regenwetters kommen 15 Erwachsene und über zwei Dutzend Kinder in den Westfalenpark. Bekleidet mit Regenjacke, wetterfester Hose und Gummistiefeln traben der zehnjährige Nils, der achtjährige Felix-Jan und seine zehnjährige Schwester Sonja- Kathrin zum Agard-Naturschutzhaus.

Die Kinder schauen durch Mikroskope.

"Mikroskopieren" stand auf dem Programm.

Als die Kinder das Agard-Naturschutzhaus betreten, wird schnell klar, dass es heute wissenschaftlich (zugehen) wird. Auf den Tischen in der Mitte des holzvertäfelten Raumes stehen zehn Stereomikroskope, die Nils und Felix-Jan magisch anziehen. Die beiden Kinder schalten die Mikroskope an und schauen, ob es denn schon etwas zu sehen gibt. Die anderen Mädchen und Jungen verteilen sich im Raum, betrachten die Plakate und Lehrtafeln, die über geschützte Tiere sowie das Verbundprojekt „nachhaltige Stadtparks berichten. In einer Raumecke steht eine Glasvitrine mit ausgestopften, einheimischen Tieren, darunter ein Fuchs, ein Gartenschläfer und ein Eichelhäher.

„Was machen wir denn heute?“, fragt Dipl.-Biologe Gerhard Ruppert die Kinder. „Mikroskopieren“, tönt die Kinderschar. Da hat sie recht. Zuvor gibt es jedoch ein bisschen Theorie. Wie verhalten wir uns, damit die untersuchten Tiere nicht leiden? Welche Wassertiere benötigen ganz sauberes Wasser und welche können auch in stehenden, sauerstoffärmeren Gewässern existieren? Gerhard Ruppert rollt eine Gewässerkarte aus. „Das Tier sieht ja wie Spongebob aus“, ruft Nils und zeigt auf die Köcherfliegenlarve. Dann buchstabiert er ihren lateinischen Namen: „Ana-bo-li-a.“ Sonja-Kathrin hat schon mal Flussmuscheln gefangen und weiß, dass diese in sauberen Flüssen leben. Genug der Theorie. Gerhard Ruppert verteilt die Kescher. Sein Kollege, Dr. Hans-Dieter Otterbein, der zusammen mit Gerhard Ruppert den Ausflug leitet, händigt den Kindern Becherlupen und Wasserschalen aus.

Jedes Forscherkind bekommt einen Käscher

Jedes Forscherkind bekommt einen Kescher.

Der Praxisteil beginnt am Tonnenteich auf dem Robinsonspielplatz. Ein Schwenk mit dem Kescher durchs Wasser, den Fund in eine Plastikschüssel schütten und siehe da - zig winzig grüne Tierchen zappeln im trüben Wasser. „Was habe ich denn da gefangen?“, fragt der achtjährig Luca. „Das sind Wasserflöhe“, antwortet Gerhard Ruppert: „Eigentlich sind sie durchsichtig. Weil sie Algen gefressen haben, wirken sie grünlich.“ Luca fischt noch Rückenschwimmer und Molche aus dem stehenden Gewässer. Nils bekommt nicht genug vom Fischen und bringt seinem Vater zum sechsten Mal eine Ladung Zuckmückenlarven.

Auch am Pfingstbach sind die Mädchen und Jungen konzentriert bei der Sache. Hans-Dieter Otterbein hilft den Kindern beim Wenden der Steine: „Hier habt Ihr die größten Chancen, Bachflohkrebse und Wasserskorpione zu finden“, sagt der Experte. Und tatsächlich. Ein paar Minuten später tunkt Sonja-Kathrin ihren ersten Bachflohkrebs in ihr Schälchen. Als die Kinder genug Tiere gesammelt haben, eilen sie kescherschwenkend zu den Mikroskopen im Agard- Naturschutzhaus. Dort nehmen sie die Verdauungsorgane der Wasserflöhe unter die Lupe. Sonja-Kathrin hat ihren Durst zum Erstaunen ihrer Mutter Heidrun Assmuth vergessen: „Die Kleine ist ja völlig in ihr Tun versunken, eben wollte sie noch unbedingt etwas trinken.“

Gut eine viertel Stunde sind vergangen, da gilt es, vom wissenschaftlichen Tun auszuruhen. Mitarbeiter des Familienbüros Innenstadt Ost haben für die Kinder Äpfel- und Bananenscheiben geschnitten. Dazu gibt es Mineralwasser. Die Kinder sind zufrieden, die Eltern froh, einen weiteren Ferientag sinnvoll gestaltet zu haben. Dazu Heidrun Aßmuth: „Wenn ich mir meine Kinder so ansehe, weiß ich, dass Ihnen der Nachmittag im Agard-Naturschutzhaus Spaß macht. Das ist viel wert, denn als Mutter von fünf Kindern kann ich nicht jeden Tag Programm machen.“

Bilderstrecke: Agard-Naturschutzhaus

Kinder gehen mit Keschern auf Fang. 9 Bilder
Mit Keschern auf Fang gehen.

Neben dem Programm „Wasserfloh und Co“ bietet das Agard-Naturschutzhaus von April bis Oktober weitere Kinderführungen zu den verschiedensten Themenbereichen an. Hierzu zählen unter anderem Naturerfahrungsspiele, Bodenuntersuchungen, das Leben in der Wiese, Nisthilfenbau sowie eine Baumrallye. Die Termine der Aktionen können Eltern unter der Rufnummer 0231-12 85 30 erfragen.

Kontakt

AGARD-Naturschutzhaus

44139 Dortmund
Öffnungszeiten:

Montag-Freitag, 10:00-18:00 Uhr,
(im Winter von 10:00-17:00 Uhr)
Samstag-Sonntag, 12:00-18:00 Uhr
(im Winter von 12:00-17:00 Uhr)

Das AGARD-Naturschutzhaus befindet sich in der Nähe des
Robinson-Spielplatzes im Westfalenpark.

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