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Ein Mädchen zielt mit einem Bogen.

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Bogenwiese des Botanischen Gartens Rombergpark

Sie möchten mit Ihren Kindern einen nicht ganz alltäglichen Ausflug unternehmen? Wie wäre es mit einer Exkursion zur Bogenwiese des Botanischen Gartens Rombergpark! Geschützt durch einen Metallzaun und Hecken, fernab von den Spazierwegen, wird der Mythos von Robin Hood lebendig.

Ein Mann hilft einem Mädchen beim Bogenschießen

Bei den ersten Versuchen bekommen die Kinder noch Unterstützung.

Von Barbara Nobis

Denn hier greifen Männer, Frauen und Kinder ab acht Jahren jeden Sonntag Nachmittag zu Pfeil und Bogen, um ein wenig über die Kunst des traditionellen Bogenschießens zu erfahren. Um Dortmunder Eltern auf dieses Freizeitangebot aufmerksam zu machen, luden nun das Familien-Projekt mit seinem Familienbüro in Hörde und die Ruhr Nachrichten ein Dutzend Eltern zum Schnupperkurs der "PfeilundBogenWelt" Michael Handicks.

Was ist das für eine Welt? Fast scheint es so, als hätten die Familien beim Betreten des 700 Quadratmeter großen Grundstücks eine Reise in die Vergangenheit angetreten. Die Werkstatt, in der sich die Bogenschützen ihre Köcher und Armschützer aus Leder, Fell und Schnüren basteln, ist eine Blockbohlenhütte. Die Bögen der Schützen lagern auf knorrigen, zusammengenagelten Ästen. Auch Bogenschütze Falk, der zusammen mit zwei weiteren Helfern Michael Handick bei der Betreuung der Kinder unterstützt, erinnert an einen mittelalterlichen Helden. Er trägt eine braune Lederhose, auf dem Rücken einen ledernden Köcher und einen handgefertigten Armschutz.

Einmal Robin Hood sein

Der zwölfjährige Dominik nimmt sich jedoch nicht die Zeit, diese Eindrücke auf sich wirken zu lassen. Sofort nach seiner Ankunft eilt er zum Bogenexperten Michael Handick und präsentiert ihm seinen Spielzeugbogen. "Taugt der etwas?", will Dominik wissen. Michael Handick muss dies verneinen: "Warte, ich zeige Euch gleich Bögen, mit denen ihr Euer Ziel hundertprozentig trefft", sagt Michael Handick und tritt kurze Zeit später mit einem mannshohen Bogen vor die Eltern und Kinder: "Das ist ein Langbogen, wie ihn Robin Hood benutzt haben könnte. Ihr werdet heute jedoch einen Recurvebogen bekommen, der durch seine Kurven dafür sorgt, dass die Sehne nicht runterflutscht. Möchte jemand mal solch einen Recurvebogen spannen?" Die zwölfjährige Riccarda tritt nach vorne und versucht, die Sehne bis zum Mund zu spannen. Ihr erster Erfolg und zugleich die erste Lektion.

Bilderstrecke: Ausflugsziel Bogenwiese Rombergpark

Bögen 8 Bilder
Bögen für Groß und Klein

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Die Sehne muss immer bis zum Mund gezogen werden - und zwar am Nockpunkt. Dieser ist auf der Sehne farbig markiert und daher leicht zu finden. Die Kinder erfahren noch mehr Grundlegendes: So soll der Pfeil auf den Nockpunkt aufgesetzt, in Bodenrichtung eingespannt und danach nicht mehr berührt werden. "Ist Euer rechtes oder Euer linkes Auge dominant?", möchte Michael Handick schließlich wissen. Die Kinder peilen mit ihrem Zeigefinger ein Ziel an und wissen danach, ob sie zur Mehrheit jener Rechtshänder gehören, bei denen das rechte Auge die Führung übernimmt.

Jeder wird das Ziel treffen!

Bei der Ausgabe von Pfeil, Bogen und Armschutz zeigt sich, dass auch traditionelle Bogenschützen Kinder des 20. Jahrhunderts sind. Der Armschutz besteht aus Nylon, in den Recurvebögen wurde Fieberglas verarbeitet, und die Pfeile, die die Jungen und Mädchen erhalten, sind aus Aluminium. Nun sollen sie auf Holzwolle-Ballen schießen, an denen Luftballons des Familien-Projekts befestigt wurden.

"Ich wette, jeder von Euch wird heute einen Luftballon treffen", sagt Michael Handick und stellt sich hinter Fleming, der Linkshänder ist und daher einen Bogen für Linkshänder anlegt: "Es geht darum, über den Pfeil zu gucken, atme aus!" Fleming befolgt die Regeln und Peng! - der erste Luftballon platzt. Die Eltern applaudieren. Die siebenjährige Sarah hat anfangs mehr Probleme. Immer wieder rutscht ihr der Pfeil von der Sehne. Doch Sarah probiert so lange die richtige Haltung, bis auch sie "den Bogen raus hat" und ein weiterer Ballon birst mit lautem Knall.

Ein Mädchen zielt mit einem Bogen.

Auch die Kleinsten können schon mit Pfeil und Bogen umgehen.

Danach darf sie Michael Handick helfen und ihr frisch erworbenes Wissen an Fritz weitergeben: "Nein, du hast schon wieder den kleinen Finger an der Sehne, man braucht nur die drei mittleren Finger", kommandiert die junge Lehrerin. Peng! Peng! Im Hintergrund platzt nun jede halbe Minute ein Luftballon. Nicht nur Sarah, sondern auch Fritz, Belana, Janina und die anderen Kinder haben inzwischen die richtige Haltung verinnerlicht. Schließlich sind alle Pfeile verschossen. "Pfeile stopp, Pfeile holen", ruft Michael Handick in die Menge.

Nach dem Aufklauben der Pfeile ist es Zeit für die nächste Runde. "Juhu, wir gehen auf die Jagd", freut sich Fleming. Da in Deutschland das Jagen lebendiger Tiere verboten ist, dient eine Ethafoam-Attrappe als Fuchsersatz. Sarah trifft den Fuß des Kunststoff-Fuchses, Fleming den Bauch und hätte das Tier, würde es leben, tödlich verletzt. "Das ist ein Blattschuss", lobt Michael Handick und kündigt schließlich die Finalrunde an: "Jedes Kind bekommt drei Pfeile. Wer trifft, ist weiter, die anderen scheiden aus". Alle Kinder geben ihr Bestes, aber schließlich gewinnt der selbstbewusste Fleming das Finale: "Tja, ich bin halt eine Sportskanone, jemand der auch gut schießen kann."

Kontakt

PfeilundBogenWelt im Botanischen Garten

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