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BVB Stadionführung

Türenöffnen fast wie im Advent

Familien wandeln auf den Spuren der Fußball-Stars im Signal-Iduna-Park

Von Barbara Nobis

Advent ist, wenn Kinder ungeduldig darauf warten, jeden Tag ein Türchen ihres Adventskalenders öffnen zu dürfen. Ein bisschen wie Advent mitten im Sommer ist es, wenn das Familien-Projekt Dortmund zusammen mit dem Borusseum und dem Fan-Projekt Dortmund e.V. Familien zu einer Stadionführung einlädt.

Emma das BVB-Maskottchen

Die neunjährige Julia, ihre Schwester Janna (v. links n. rechts) und die anderen Kinder sind begeistert vom BVB-Maskottchen Emma, einer mannshohen Plüschbiene.
Bild: Barbara Nobis

Gespannt stehen 24 Kinder mit ihren Eltern vor dem Stahlgitterzaun, in den mehrere Türen eingelassen sind. Eine dieser Türen wird sich gleich für sie öffnen. Das ist eine wichtige Sache für Lara, Kim und ihren großen Bruder Pascal. Wie die meisten anderen Kinder sind sie ausgemachte Fußballfans. "Ich bin gespannt, wie es in der Spielerkabine aussieht", sagt der elfjährige Pascal. Seine Schwester Kim und der achtjährige Jan- Niklas hegen da noch größere Hoffnungen: Kim wünscht sich, dass ihr in der Spielerkabine Shinji Kagawa über den Weg läuft; Jan-Niklas würde gerne mal eine Runde Fußball auf dem neu verlegten Stadionrasen spielen. Wie im Advent gilt es jedoch zu warten, denn die Kinder werden in zwei Gruppen aufgeteilt.

Der Weg führt Pascal und seine Schwestern Kim und Lara zunächst durch die Eingangstür des Borusseums. Ein wenig später stehen sie vor zwei Museumspädagogen: "Wisst Ihr, was ein Doppelhalter ist?", fragt Sarah Hartwich die kleinen Borussenfans. Die meisten Kinder nicken wissend: "Das ist eine Fahne an zwei Stangen", sagt schließlich die neunjährige Julia, die hin und wieder mit ihrem Vater ins Stadion geht. "Genau", lobt Mitarbeiterin Hartwich, "wir werden jetzt Doppelhalter basteln. Die dürft ihr dann sogar bei den Spielen ins Stadion mitnehmen."

Die Kinder haben gerade die Doppelhalterfahnen bemalt, da überrascht sie Sarah Hartwich mit einer Autogrammstunde. BVB-Maskottchen "Emma", die über zwei Meter große, plüschige Kuschelbiene steht plötzlich mitten im Raum. Julia und Janna sind begeistert, strahlen um die Wette und schmiegen sich an den flauschigen, gelben Polyesterstoff.

Jungs halten die selbstgemalten Fahnen hoch

Am Ende der Führung war die Stofffarbe auf Fynns und Jans Baumwollstoff fast trocken. Nachdem die Kinder den Stoff mit Hilfe der Museumspädagogen an zwei Stäben befestigt hatten, präsentierten sie stolz ihre Doppelhalter.
Bild: Barbara Nobis

Danach steht die Stadionführung an. Um die Wartezeit bis zum Einlass zu verkürzen, hangelt sich Julia am Stahlgitterzaun entlang, an dem ein Verbotsschild klebt: "Unbefugten ist das Be-treten des Geländes verboten", liest Julia. Irgendwann erscheint Wolfgang Pfeiffer, Mitarbeiter des Fan-Projekts Dortmund e.V. hinter dem Stahlgitter und öffnet die Stahltür neben dem Rolltor. Endlich! Die Familien passieren die Ü-Wagen-Zone, in der sonst nur akkreditierte Journa-listen und wichtige Leute herumlaufen dürfen.

Der erste Stopp findet linkerhand des Stadions "Rote Erde" statt, am Eingang zur Pressetribüne. Die mauerhohen, in schwarz-weiß gehaltenen Fotowände zeugen von den Erfolgen des BVB. Die Kinder stehen vor einer zweiten Tür - der Tür zur Pressetribüne. Diese ziert ein jun-ger Mann, der in seinen Händen einen Pokal hält: "Das ist Lars Ricken 1997 kurz nach dem Gewinn der Champions-League", informiert Stadionführer Pfeiffer seine jungen Gäste. Die Tür öffnen, um zu gucken, wie es dahinter aussieht, dürfen die Kinder jedoch nicht.

Stattdessen geht es eine Treppe hinunter, in die so genannte "Mixed Zone", in der die Journa-listen die Fußballprofis kurz nach dem Spiel interviewen. "Dieser Raum war in der Sommer-pause noch eine riesige Baustelle", sagt Wolfgang Pfeiffer, "der BVB hat rund fünf Millionen ausgegeben. So wurden unter anderem dieser Bereich und die Umkleiden der Schiris vergrößert."

Kinder vor und hinter einer Gittertür

Lasst uns wieder raus! Lara, Fynn und Pascal testen hier, wie es sich anfühlt, wenn sie hinter der verschlossenen Tür des Stadiongefängnisses sitzen.
Bild: Barbara Nobis

Die Kinder und Erwachsenen schauen sich interessiert im „Wartesaal“ der Presse um. Der Noppenboden ist schwarz, die weißen Wände sind mit gelben BVB-Logos beklebt, ein langer, weißer Gang mündet in der Mixed Zone. Der Raum wirkt nüchtern. Aber für Julia, Kim und Pascal besteht ja noch Hoffnung. Die Spielerkabinen sind bestimmt viel schöner – oder?

Als Wolfgang Pfeiffer schließlich nach einem weiteren Treppenlauf die Familien in die heiligen Hallen der Spieler – pardon, in die Umkleidekabine der Profi-Fußballer einlässt, finden sich die Familien abermals an einem unspektakulären Ort wieder: Mittig im Raum reihen sich graue Tische aneinander, anstatt Spinden sehen die Kinder leere Ablagefächer über den Holz-bänken. Der Massageraum mit grasgrünem Kunststoffboden neben der Umkleide wirkt so steril wie ein Operationssaal. Nichts, aber auch gar nichts erinnert an Kagawa & Co.

Nach dieser kleinen Enttäuschung kommt der wahre Höhepunkt für die Kinder: Nachdem Lara, Kim und Pascal wie die Profis durch den Spielertunnel gelaufen sind, räkeln sie sich an der Osttribüne auf beheizbaren Ledersesseln direkt am Spielfeldrand. Wenn das nicht mal ein bisschen wie Weihnachten ist! Denn hier sitzen sonst nur wichtige und reiche Leute!

Und auch wenn Jan-Niklas den Rasen nicht betreten darf, beschwert er sich nicht. So nah war er seinem Traum noch nie! Kaum haben die Kinder vom nächsten Stadionbesuch auf VIP-Ledersitzen geträumt, setzt Stadionführer Wolfgang Pfeiffer einen fulminanten Schlusspunkt. Er öffnet ihnen die Stahltür zu zwei Gefängniszellen. Für Lara und Kim ist das wieder etwas Besonderes! Welches Kind aus ihrer Klasse kann schon behaupten, mit acht Jahren eine Ge-fängniszelle von innen gesehen zu haben!

Bilderstrecke: Ausflugsziel: BVB Stadionführung

Frau malt mit Kindern eine BVB-Fahne 9 Bilder
Da der sechsjährige Fynn noch nicht in der Schule ist, malt Fynns Mutter die Worte 'Echte Liebe' mit schwarzer Farbe auf den Baumwollstoff des Doppelhalters.
Bild: Barbara Nobis

Kontakt

Borusseum

44139 Dortmund
Öffnungszeiten:

Montag-Sonntag, 10.00-18.00 Uhr

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