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Flugzeuge am Himmel

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Bild: photocase.com / Roodini

Dortmunder Flughafen

Was erwarten Kinder, wenn sie vom Familien-Projekt Dortmund mit seinem Familienbüro Brackel und den Ruhr Nachrichten dazu eingeladen werden, einen Blick hinter die Kulissen des Dortmunder Flughafens zu werfen? Die Erwartungen der achtjährigen Lea gehen zumindest in die richtige Richtung: "Da ist einer, der auf dem Flughafen arbeitet. Der wird mit uns im Bus herumfahren und uns alles erzählen".

Ein Feuerwehmann mit Kindern.

Hier erfahren die Kinder alles, was sie schon immer über den Flughafen wissen wollten.

Von Barbara Nobis

Dieser Eine, der die zehn Familien in der Fluggasthalle schließlich begrüßt, heißt Andreas Zube. Vor dem Erzählen kommt das Zählen. Fünfzig Besucher benötigen Besucherausweise. Nur so können sie alle wichtigen Stationen, die jeder Fluggast vor dem Abflug passiert, kennen lernen. Die erste Station, die Terminalhalle, ist leicht einzusehen. Während der Besucherführer Andreas Zube die Ausweise verteilt, blicken sich Lea, ihr fünfjähriger Bruder Tim und der neunjährige Jan, in der Halle um. Ebenerdig, am Rande der riesigen weißen Fläche aus spiegelndem Marmor, stehen die Schalter der verschiedenen Fluggesellschaften, bei denen der Fluggast vor Flugbeginn sein Ticket bekommt und sein Gepäck abgeben muss. Glasflächen, silberne Geländer, hellgrüne, zweisprachige Informationsschilder bestimmen das Bild und vermitteln einen Hauch von Luxus und weiter, wichtiger (Geschäfts)Welt.

Lea und Jan schauen zu den blauen Tafeln hoch, die in Höhe der Galerie angebracht sind. "Arrival" und "Departure" buchstabieren die Kinder gerade, da bittet Andreas Zube nochmals um Aufmerksamkeit: Der Gang durch die Sicherheitskontrolle steht an. Die Männer, Frauen und Kinder legen ihre gesamte Habe auf das Kontrollband. Sogar ein unhandlicher Kinderwagen muss auf das Förderband gehievt werden. Sicherheitskontrolleure durchleuchten Rucksäcke und Einkaufstaschen. Solange der Detektor piept, wird nach Gefahrgut, etwa einem Messer oder einer Schere gefahndet: "Wir finden alles", scherzt Sicherheitskontrolleurin Ulrike Engelbrecht, während sie eine Mutter abtastet, deren 10-Cent-Stück in der Hosentasche Alarm ausgelöst hat.

Klapperschlange und Alligatorfuß

Derweil stehen Lea, Jan und Tim vor einer Vitrine mit Schmugglerware, die der Zoll beschlagnahmt hat. "Die sind alle echt", sagt Lea und tippt mit ihrem Finger gegen das Scheibenglas, hinter dem eine präparierte Klapperschlange ausgestellt ist. Die Kinder bekommen noch mehr "Echtes" zu sehen, beispielsweise einen Alligatorfuß, seltene Muscheln, eine Karettschildkröte und importierte Medikamente. Doch die Faszination des Verbotenen ist nicht von Dauer. Als eine Maschine von "Germanwings" gen Start- und Landebahn rollt, stürzen Lea, Tim und Jan zu den großen Glasfenstern, um nur ja nicht den Abflug des Flugzeugs zu verpassen.

Mittlerweile hat die letzte Familie die Sicherheitskontrolle passiert und die Gruppe läuft einen Flur entlang, passiert ein Flughafen-Café, einen Dutyfree-Shop sowie den "Flugsteig 3". Anschließend strömt sie eine Treppe hinunter, die am Vorfeld endet. Dort steht der Bus bereit, der die Besucher auf dem Flughafengelände herumfahren wird.

Kinder auf einer Flughafen-Treppe

Fast wie auf dem Weg in den Urlaub!

Fahrt durch ein buntes Lichtermeer

"Es ist fast so, als wenn wir in den Urlaub flögen", sagt Anja Rothkugel und möchte zusammen mit ihren Kindern Lea und Tim in den Bus einsteigen. Doch diese denken nicht daran, hinten Platz zu nehmen, nachdem ihnen Busfahrer Christian Bertolino einen Logenplatz vorne in der Fahrerkabine angeboten hat. So erleben Lea und Tim den Höhepunkt der Flughafenbesichtigung, die Fahrt über die Start- und Landebahn mit ihren grünen, weißen und roten Lampen, nur getrennt durch eine Glasscheibe. "Wir sind einer der wenigen Flughäfen in NRW, bei denen man mit dem Bus Flugzeug spielen kann", kommentiert Andreas Zube das Geschehen.

Nach der Fahrt durch das bunte Lichtermeer wendet der Bus und Andreas Zube erklärt, was die Eltern und Kinder gerade sehen: "In der Halle dort steht der Doppeldecker, mit dem einst der Schauspieler Heinz Rühmann unterwegs war". Er zeigt auf die Lärmschutzhalle, in der Triebwerke gestestet werden, auf die Winterräumgeräte, das Kerosin-Tanklager, in dem über 500.000 Liter Treibstoff lagern. Dann bittet er seine Gäste in die Halle der Flughafen- Feuerwehr. Auch hier weiß Andreas Zube viele Details zu berichten: Zum Beispiel, dass die Feuerwehrleute einmal pro Jahr in Großbritannien am brennenden Flugzeug die Bergung von Opfern proben, dass ein Löschfahrzeug über 36 Tonnen wiegt, 12.000 Liter Wasser und 1.500 Liter Löschkonzentrat transportieren kann, oder dass die Feuerwehrhelme spiegelverglast sind. Diese Fakten interessieren den neunjährigen Jan, aber nicht so sehr Lea und Paloma, denen diese Informationen bereits zuviel sind. Die Fahrt im nicht klimatisierten Bus hat sie ermüdet und daher eilen die Kinder am Schluss der Rundfahrt durch die Gepäcksortierhalle, über die Ankunftsebene zum Konferenzraum der Galerie auf Ebene 2. Dort soll es einen kleinen Imbiss geben.

Die Kaffeetafel, die die Kinder und ihre Eltern vorfinden, lässt nichts zu wünschen übrig. Kuchen, Kaffee, Wasser und Saft stehen auf den Tischen. Der Flughafen Dortmund präsentiert sich als guter Gastgeber, der ein Herz für Kinder hat. Jedes von ihnen bekommt eine Stofftasche mit allerlei Nützlichem für die Reise. Diese Gastlichkeit kommt an: "Das war ein toller Ausflug", lobt Michael Hübner alle Organisatoren, während seine Tochter Sarah gedankenversunken mit der Stoffpuppe Keronimo spielt, die sich ebenfalls in der Stofftasche des Airport Dortmund befand.

Bilderstrecke: Ausflugsziel Dortmunder Flughafen

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