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Blauer Baumsteiger

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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Marja Kettner

Dortmunder Zoo

"Wir hatten den Kindern versprochen, dass wir auf Afrika-Safari gehen - und dann machen wir das auch bei Regen", sagt Christel G.. Die Großmutter steht am Eingang des Dortmunder Zoos und hält schützend den Regenschirm über ihre Enkelkinder David und Aylin. Taugt der Zoo auch als Schlecht-Wetter-Freizeitstätte?

Von Barbara Nobis

Ja, er taugt dazu, vorausgesetzt, die Kleidung der Kinder und Eltern ist wetterfest. Ausgerüstet mit Schirm und Regenjacke bietet der über 50 Jahre alte "Tierpark" den Mädchen und Jungen genügend Auslauffläche, um überschüssige Energien abzubauen. Familien, die zudem die 230 Tierarten im Zoo unter kundiger Anleitung kennen lernen möchten, können eine Führung buchen, beispielsweise mit Jörg Droste. Der Zoolotse kennt den Tierpark wie seine Westentasche und freut sich daher auf jede Frage.

Kinder mit Regenschirmen am Flamingogehege.

Auch bei Regen können die Flamingos die Kinder begeistern.

"Sollen wir dem Regenschauer ein Schnippchen schlagen und nicht nur Afrika, sondern auch Südamerika besuchen?", fragt Jörg Droste seine Gäste. Erwachsene und Kinder wollen dem Regen entkommen und so trabt die Gruppe durch die regenklare, sommerkühle Dortmunder Luft zum dreistöckigen Amazonashaus.

Vieraugen, Blindwühlen und Piranhas

Hier, in der künstlichen Heimstätte des südamerikanischen Regenwaldes ist es warm. Der Regen tropft nun nicht mehr gegen die Brillengläser sondern auf das Glasdach. Und trotzdem müssen einige Gäste ihre Brille putzen, denn in der feuchten Wärme beschlagen die Gläser. Ist die Sicht dann frei, fällt der Blick auf die vielfältige Tierwelt hinter Glas.

Vieraugen, Blindwühlen und Piranhas schwimmen in Aquarien. Ein Stockwerk höher leben in den Terrarien Kaimane, Giftpfeilfrösche, südamerikanische Eichhörnchen und Affen. Von den Ästen der Bäume, die im Amazonashaus stehen, schlängeln sich hunderte von Luftwurzeln hinab; jede mindestens so dick wie ein Daumen. "Das sind Würgefeigen, die den Wirtsbaum umschließen. Sobald sie den Boden erreicht haben, wachsen sie besonders schnell und lassen so den Baum absterben", erklärt Jörg Droste. Während er nach einer Luftwurzel greift, betrachtet eine Boa constrictor gelangweilt die lauschenden Menschen vor ihrem Terrarium, bevor sie im grünen Dickicht ihres gläsernen Zuhauses verschwindet.

Drei Giraffen.

Im Nebel wirken die Giraffen geheimnisvoll.

Afrika in Dortmund

Der Schauer ist vorbei und so begibt sich die Gruppe auf Afrika-Safari. Jörg Droste führt die Kinder zum Löwenhaus. Die Löwenkinder Aslan, Ayla und Ana, die im Frühjahr im Dortmunder Zoo geboren wurden, liegen aneinandergeschmiegt im hinteren Teil des Geheges. "Warum haben denn Löwen so eine dichte Mähne?", will der Zoolotse wissen.

Die Kinder und ihre Eltern stellen viele Vermutungen an, bis sie schließlich erfahren, dass eine prächtige Mähne den Löwen bei Revierkämpfen vor Verletzungen schützt. Weiter geht es zu den Angola-Giraffen. Jörg Droste erklärt, durch welche Mechanismen die großen Tiere im Einklang mit ihrem hohem Blutdruck leben. Er führt die Familien zu den Antilopen, zu den Servalen, den Zebras und den Breitmaulnashörnern.

Als es dann erneut zu regnen beginnt, besichtigen die Kinder den kleinen Ameisenbären Alexandro, der Anfang Juli im Dortmunder Zoo geboren wurde. Der Große Ameisenbär ist auch das Wappentier des Dortmunder Zoos. Seit 1975 wird diese Art, die eigentlich in Südamerika beheimatet ist, in Dortmund erfolgreich gezüchtet. Vor dem Regen geschützt, beobachten die Kinder ein paar weitere Tiere, die sonst nur in Südamerika zu finden sind; so etwa zwei Faultiere, die auf einem Ast vor sich hin dösen sowie ein Gürteltier, das auf einem Stamm balanciert.

Eine große Schlange schlängelt sich an einem Baum.

Keine Angst vor wilden Tieren...

Da sich die Führung auf die Tiere Südamerikas und Afrikas beschränkt, erklärt Jörg Droste die Safari nach 90 Minuten für beendet. Das finden die fünfjährige Lisa und ihr sieben Jahre alter Bruder Fabian äußerst schade. Sie hätten gerne noch länger dem kindgerechten, unterhaltsamen Vortrag des Zoolotsen gelauscht. Die Gruppe löst sich auf. Eine Familie kehrt ins Restaurant "Kronen am Zoo" ein, um den regenreichen Nachmittag gemütlich fortzusetzen. Ein paar Kinder laufen mit ihren Eltern zum teils überdachten Streichelzoo, in dem unter anderem Ziegen, Gänse und Hühner ihre Bleibe haben. Andere Eltern greifen die Anregung des Zoolotsen Droste auf und wollen der Fütterung der Seelöwen zusehen.

Apropos Fütterungszeiten: Familien, die nachmittags zwischen 14 und 17 Uhr den Dortmunder Zoo besuchen, haben gute Chancen, gleich drei Fütterungen zu erleben – neben den Seelöwen erhalten dann auch Pinguine und Raubtiere eine Mahlzeit.

Für Familien, die aktiv werden wollen, eignet sich die Familien- Rallye. Hier erhalten die Kinder (und ihre Eltern) bei Antritt des Zoobesuchs einen Bogen mit Fragen. Diese gilt es mit Hilfe der Schautafeln im Zoo sowie durch die Beobachtung der Tiere zu beantworten.

Kontakt

Zoo Dortmund

44225 Dortmund
Öffnungszeiten:

Sommer (16. März - 15. Oktober)
Montag - Sonntag 09:00 - 18:30 Uhr

Winter (01. November - 15. Februar)
Montag - Sonntag 09:00 - 16:30 Uhr

Übergangszeiten
(16. Februar - 15. März
16. Oktober - 31. Oktober)
Montag - Sonntag 09:00 - 17:30 Uhr

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