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Schild Hoeschmuseum

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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Lutz Kampert

Hoesch-Museum

Keine Hochöfen mehr, die den Himmel im Dortmunder Norden gelb-grau färben. Vorbei die Zeiten, in denen hunderte von Stahlarbeitern täglich auf Schicht gingen, um ranzuklotzen. Vorbei die Zeiten, als unsere Rotzigen ehrfürchtig über das Wollen und Wirken der Familie Hoesch sprachen.

Von Barbara Nobis

Unsere Rotzigen? Ja - so hießen im schmuddeligen Kohlenpott die Kinder - und diese hätten allerhand über die Stahlproduktion und die Familie Hoesch gewusst. "Was sagt Euch der Name Hoesch?" Museumspädagogin Monika Goerke steht im Eingangsbereich des Hoesch-Museums und schaut in 19 wissbegierige Kindergesichter. Die Kinder sprechen schon lange kein Ruhrpottdeutsch mehr und mit dem Namen Hoesch können sie zunächst nichts anfangen. Immerhin wissen die Kinder soviel: Sie nehmen auf Einladung des Familien-Projekts und der Ruhr Nachrichten an einer interaktiven Führung rund um das Thema Stahl teil. "Hoesch hat bestimmt was mit Stahl zu tun", tönt es schließlich aus den Reihen des Publikums.

Mädchen im Hoeschmuseum

Hier können die Kinder einmal selbst so richtig "malochen"...

Die Museumspädagogin Monika Goerke greift die Mutmaßung auf und erklärt den Kindern, dass die Familie Hoesch vor über 100 Jahren ein Eisen- und Stahlwerk in Dortmund gründete. "Und wofür braucht man Stahl?" Hier müssen die jungen Museumsgäste nicht lange nachdenken: "Für Eisenbahnschienen", sagt der fünfjährige Marc. "Für Autos", ruft die siebenjährige Larissa. "Richtig", lobt Monika Goerke die Kinder: "Stahl umgibt Euer Leben". Danach präsentiert die Museumspädagogin Stahlerzeugnisse, die für jedes Kind wichtig sind - zum Beispiel eine Fahrradkette.

Maloche im Hoesch-Viertel

"Wisst Ihr, wie das hier früher aussah?" Mit dieser Frage leitet Monika Goerke über zur Historie des Hoesch-Konzerns. Die Kinder erfahren, dass das Hoesch-Museum früher eine rußgeschwärzte Arbeitsstätte war, in der so richtig malocht wurde. Sie erklärt ihnen, dass die Familie Hoesch viele Häuser rund um das Fabrikgelände für ihre Beamten und Arbeiter bauen ließ: Dann zeigt Monika Goerke den Kindern das Ölgemälde des Landschaftsmalers Eugen Bracht, der vor über hundert Jahren die vielen rauchenden Schlote und den gelb-grauen Himmel des Hoesch-Viertels verewigte. Monika Goerke erzählt von der so genannten Markenkontrolle, von mehr oder weniger prall gefüllten Lohntüten. "Und es gab hier sogar eine Gefängniszelle und einen Polizisten. Wisst Ihr warum?

Durch Fragen wie diese lockert die Museumspädagogin ihren Vortrag auf und hält das Interesse der Kinder auf einem hohen Niveau. Doch Monika Goerke erklärt nicht nur. Damit die jungen Museumsgäste begreifen, wie Stahl produziert wird, gibt sie ihnen Eisenerzbrocken und Koks in die Hand - die Ausgangsmaterialien für die Roheisenerzeugung. Danach dürfen die Kinder die ausgediente Arbeitskluft eines Schmelzers anprobieren, um mit einem Probelöffel eine (selbstverständlich erkaltete) Roheisenprobe über die Abstichlöcher des (nicht vorhandenen) Hochofens zu nehmen.

"Leert bitte den Bottich mit Schrott in den Konverter!"

Wenig später betreten die Kinder das 3-D-Stahlwerk. Hier ist es heiß und stickig - aber echt ist das Stahlwerk deshalb noch lange nicht. Echt ist einzig die Filmsimulation und der Joystick, den Sina und Till bedienen dürfen. "Leert bitte den Bottich mit Schrott in den Konverter, damit die Temperatur des Roheisens sinkt", fordert Monika Goerke die beiden neunjährigen Kinder auf. Sina und Till mühen sich redlich, aber der Film bricht immer wieder ab. Im dritten Anlauf glückt Sina schließlich der Versuch: Der Schrott verschwindet im Roheisen und der Film läuft weiter. Nun erfahren die jungen Museumsgäste, dass das Roheisen im Konverter zu Rohstahl wird. Wodurch? Der zehnjährige Max weiß es: "Da reagiert der Sauerstoff mit dem Kohlenstoff und den anderen Stoffen der Schmelze. Das ist fast wie beim Kochen."

Damit ist die (Lern)Schicht für Max und die anderen Kinder zu Ende. Sie dürfen Weißblechdosen mit Krepppapier bekleben und sich mit Keksen und Limonade für die Rallye durch das Hoesch-Viertel stärken. Wie viele Männer gründeten den BVB? Max und sein neunjähriger Freund Theo erfahren bei ihrer Hatz durch das Hoesch-Viertel allerlei interessante Details: So wurde Borussia Dortmund von 18 fußballbegeisterten Katholiken gegründet - ist ursprünglich also ein erzkatholischer Verein. Womit wir wieder beim Eisenerz und der Familie Hoesch wären. Wenn Max demnächst gefragt wird, wer die Familie Hoesch war, wird er sicherlich genauso schnell eine Antwort wissen wie die Ruhrpottkinder vor hundert Jahren.

Bilderstrecke: Ausflugsziel Hoeschmuseum

Arbeitsschuhe schützten vor Verletzungen 12 Bilder
Arbeitsschuhe schützten vor Verletzungen

Kontakt

Hoesch-Museum

44145 Dortmund
Öffnungszeiten:

Dienstag, Mittwoch 13:00 - 17:00 Uhr
Donnerstag 09:00 - 17:00 Uhr
Sonntag 10:00 - 17:00 Uhr

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