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Kind klettert ein Kletterwand hinauf.

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Kletterhalle Bergwerk Dortmund

"Ich und mein Mann sind alle vier Routen geklettert, das hat riesig Spaß gemacht", strahlt Angelika Hoenen am Ende des zweistündigen "Schnupperkletterns" in der Dortmunder Kletterhalle Bergwerk. Ihre Söhne Niklas und Leon, die bereits seit Jahren klettern, strahlen ebenfalls.

Von Barbara Nobis

Sie sind stolz auf ihre Eltern, die sich anlässlich der Ferienaktion "Dortmund... mit Kindern erleben" des Familien-Projekts mit seinem Familienbüro Huckarde und den Ruhr Nachrichten mit purer Muskelkraft 13 Meter hoch stemmten. Nun wissen Papa und Mama endlich wie es ist, wenn sie sich wie "Spiderman" Alain Robert an rauen, steilen Kletterwänden hinaufschrauben.

Kind klettert ein Kletterwand hinauf.

Auch beim Schnupperklettern geht's schon richtig hoch hinaus.

Und wie ist das Gefühl hoch oben an der Wand? "Es ist ein Nervenkitzel, wenn du in sieben Metern Höhe feststellst, dass dir die Kraft ausgeht, dass deine Hände zu verschwitzt sind, um dich weiter hochzuziehen", sagt Christine Holtmann, die sonst immer nur zusieht, wenn ihre Kinder Sport treiben. "Dann musst du wieder herunter, hängst an einem Seil und musst demjenigen vertrauen, der dich am Boden sichert", ergänzt Mutter Alexandra Hain, nachdem ihre Fußsohlen wieder den grauen Betonboden der ehemaligen Maschinenhalle der Kokerei Hansa erreicht haben. Ihr sechsjähriger Sohn Dominik sitzt derweil auf der Fensterbank und spürt noch immer das Ziehen und die Wärme in den Arm-, Bein- und Schultermuskeln. Klettern ist also nicht nur aufregend, sondern auch anstrengend. Darüber hinaus ist das Klettern in der Kletterhalle Bergwerk sicher.

Kletterangebot auch für Ungeübte

Dafür sorgen unter anderem die drei Klettertrainer Markus Schwieren, Dominik Berger und Theresa Kröger. Zu Beginn des Schnupperklettern haben sie die Familien in drei Gruppen eingeteilt. Theresa Kröger betreut acht Menschen, die noch nie geklettert sind. Sie hilft ihnen, die Sicherheitsgurte anzulegen, erklärt ihnen die Regeln der Kletterhalle. So dürfen die Kinder zum Beispiel nicht durch die Halle rennen, weil sie sonst einen so genannten Sicherer umrennen könnten. Eine Kletterhalle ist eben kein Indoorspielplatz - das merken die Kinder und Erwachsenen schnell, als sie die erste Wand besteigen. Diese ist im Erdgeschoss der Kletterhalle untergebracht und nur fünf Meter hoch - ein Kletterangebot für Ungeübte.

Die fünfjährige Alina ist die erste, die sich an den Griffen nach oben hangelt - gelbe Monde, grüne Hühner, blaue Salamader, frech grinsende Clowns. Trotz der kindgerechten Aufmachung ist die Klettertour für Alina kein Kinderspiel. Bis zu welchem Griff reichen Alinas kurze Arme? Bietet der gelbe Mondgriff unter ihrem Fuß tatsächlich genug Halt? "Tritt auf den roten Griff, der ist breiter", empfiehlt ihr Trainerin Theresa, die jede Bewegung von Alina wachsam verfolgt. "So, jetzt den Fuß nachholen, sehr gut, du schaffst noch ein Stückchen", kommentiert Theresa Kröger die Aktionen ihres Schützlings. Die anderen Menschen stehen in der Nähe der Wand und schauen gespannt nach oben. "Alina, Alina", feuern die Umherstehenden die Fünfjährige an, als sie fast die Decke in fünf Meter Höhe erreicht hat. Danach ist es wieder angenehm ruhig im Keller der Kletterhalle. Das ist gut so, schließlich könnte ein lauter Aufschrei einen anderen Kletterer erschrecken.

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Manche schaffen es sogar bis zur fünf Meter hohen Decke hinauf.

Der Spaß steht im Vordergrund

Die meisten aus Theresas Gruppe schaffen es bis zur fünf Meter hohen Decke. Wenn jemand nicht mehr weiter mag, ist das für die Trainer und die Mitkletterer in Ordnung. Es geht bei diesem Schnupperklettern nicht um Leistung, sondern um Spaß. Deshalb scheut sich der achtjährige Luis auch nicht, seinem Klettertrainer Markus zu sagen, dass er wieder hinunter will: "Stoß dich mit den Füßen ab, prima machst du das", wird Luis gelobt, während er seine Füße gegen die Betonwand stemmt. Unten angekommen, betrachtet Luis die geröteten Innenflächen seiner Hände: "Die Griffe schubbern an der Haut, das tut ein bisschen weh."

Zeit für die Pause und für einen Ortswechsel. Einige Familien sitzen auf den schwarz lackierten Stühlen des Gastronomiebereichs auf der Hallenempore, trinken Capuccino, Limonade oder Wasser. Von der Empore beobachten Erwachsene und Kinder entspannt das Geschehen ringsum und berichten selbstbewusst über die bestandenen Kletterabenteuer. Dabei schweift ihr Blick aus sicherer Entfernung zu jenen, die sich bereits wieder nach oben hangeln - diesmal an den 13 Meter hohen Wänden. Die vier Routen, die die Schnupperkletterer zu bewältigen haben, weisen mit ihrem Schwierigkeitsgrad 3 bis 5 Anfängerniveau auf. Dazu Klettertrainerin Theresa Kröger: "Insgesamt verteilen sich hier auf 2.500 Quadratmeter über 250 Kletterrouten. Einige von ihnen sind wirklich sehr schwer; sie führen über Risse, Spalten und Überhänge."

Kind klettert ein Kletterwand hinauf.

Klettern - ein großer Spaß für die ganze Familie.

Neuer Familiensport?

Viel Zeit bleibt Theresa Kröger zum Gespräch nicht. Sie muss sich auf das Geschehen oberhalb ihres Kopfes konzentrieren. Gleiches gilt auch für Trainer Dominik, der Riccarda sichert, die sich von einer leicht abgewinkelten Kletterwand abseilt: „"Das war total schwer, weil die Griffe oben weniger werden und dann auch noch kleiner sind", erzählt die Zwölfjährige ihrem Bruder Fleming und ihrer Mutter. Sie ist stolz darauf, es bis nach oben geschafft zu haben. Für Riccarda und Fleming, die beide gerne auf Bäumen klettern, ist der zweistündige Schnupperkurs viel zu schnell vorbei.

Auch Angelika Hoenen und ihrem Mann Michael hat der sportliche Nachmittag mit den Kindern gefallen: "Wir haben eben den Sicherungskurs am kommenden Donnerstag gebucht - wer weiß, vielleicht wird das Klettern ja unser neuer Familiensport!".

Bilderstrecke: Ausflugsziel Kletterhalle Bergwerk

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Kontakt

Kletterhalle Bergwerk

44369 Dortmund
Öffnungszeiten:

Montag - Freitag 14:00 - 23:00 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertag 10:00 - 22:00 Uhr

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