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Ein Kind klettert am Kletterfelsen.

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Kletterturm Dorstfeld

Was stellen Sie sich unter einer "Rotznase" vor? Sie haben richtig geraten! "Rotznase" heißt eine mittelschwere Kletterroute des Dorstfelder Kletterturms, die Sie zusammen mit Ihrem Kind ausprobieren können.

Von Barbara Nobis

Genau das taten kürzlich sechs Familien. Eltern und Kinder stemmten sich die Nordwestwand hinauf. Für ihre Sicherheit sorgte ein Dutzend Helfer des Deutschen Alpenvereins Sektion Dortmund e.V. (DAV). Veranstaltet wurde der sportliche Vormittag durch das Familien-Projekt mit seinem Familienbüro Innenstadt-West in Kooperation mit den Ruhr Nachrichten.

Der Kletterturm von Weitem.

Schon von Weitem sieht der 17 Meter hohe Turm beeindruckend aus.

"Willkommen bei der Klettertour des Familien-Projekts und des Deutschen Alpenvereins. Wir werden heute nur Spaß haben", verspricht Heinz Puppendahl den Kindern bei der Begrüßung. Das Ambiente für den Spaß im Freien stimmt. Die Sonne scheint, es weht eine frische Brise und ein kaltes Buffet mit Obst, Mineralwasser und Salzbrezeln garantiert Picknick-Atmosphäre. Damit die Klettertour weder gefährlich noch zu anstrengend wird, haben die Mitglieder des DAV am frühen Morgen zusätzliche Griffe in die Nordwestwand geschraubt und Sicherungsseile in die Betonwände eingehängt. Ausgerüstet mit Express-Schlingen, Seilen und Klettergurten stehen die Helfer bereit, um den ungeübten Kletterern eine sorglose Klettertour zu ermöglichen. Nun steht dem Spaß nichts mehr im Weg - oder?

Doch, die Angst! 17 Meter hoch sind Nordwest- und Südwand. Da soll man hochklettern können? Nina traut der Sache nicht. "Ich habe keine Lust", murmelt die Sechsjährige und verschwindet auf eine Wackelbrücke, die zum angrenzenden Spielplatz führt. Ihr drei Jahre älterer Bruder Nico gibt sich forscher: "Ich will mindestens bis zur Hälfte", sagt der Neunjährige, steigt in seinen Klettergurt und wartet darauf, dass DAV-Helferin Martina ihn sichert. Dann krallt er seine Hände in den Spritzbeton und zieht sich die ersten zwei Meter nach oben. Nach einem weiteren Hand- und Fußwechsel befindet sich Nico drei Meter über dem Kiesboden. Nico schnappt nach Luft, blickt ängstlich an der Felswand hinunter und dann wieder hinauf.

Kinder klettern am Kletterfelsen.

Es braucht schon etwas Mut zum Klettern in luftiger Höhe...

Hoch über dem sicheren Boden

"Ich hatte keine Höhenangst, ich konnte einfach nicht mehr," beteuert Nico, als er wieder vor Martina steht. Spaß? Nicht wirklich! Nico scheint den Tränen nahe. "Andere Kinder haben genauso angefangen wie du, das war völlig in Ordnung", tröstet ihn die DAV-Frau. Nico holt sich eine Möhre und sieht den anderen Kindern beim Klettern zu. Dominik, Bianca und Janina klettern scheinbar mühelos in luftige Höhen. Als Nico sieht, das auch sein Vater zehn Meter über dem Boden in den Seilen hängt, packt ihn der Ehrgeiz und er unternimmt einen zweiten Versuch.

DAV-Mitglied Gerd hält das Sicherungsseil straff, damit Nico spürt, dass er nicht in die Tiefe stürzen kann: "Nimm die Hände ruhig von den Griffen - es kann dir nichts passieren", ermutigt Gerd seinen Schützling. Nico folgt der Anweisung und hängt gesichert im Felsen. Ein Lächeln huscht über das Gesicht des Jungen. Jetzt hat er den Mut, sich noch ein paar Meter höher zu hangeln. Als Nico nach ein paar Minuten wieder auf dem Boden landet, lächelt er.

Nun fasst sich auch Nina ein Herz und klettert die ersten Meter nach oben. "Du kannst nicht herunterfallen", verkündet Nico lauthals, während er aufmerksam den Auf- und Abstieg seiner sechsjährigen Schwester verfolgt. Als Nina schließlich wieder sicheren Boden unter den Füßen hat, empfängt Nico sie mit einer rhetorischen Frage: "Hat doch Spaß gemacht - oder?"

Kinder klettern am Kletterfelsen.

Auf der riesiegen "Strickleiter" ist Teamwork gefragt!

Klettern um die Wette

Ab jetzt kennen die Geschwister kein Halten mehr. Sie klettern um die Wette, mal unterstützt von Helfern des Deutschen Alpenvereins, mal gesichert durch Mama und Papa an der drei Meter hohen Boulderingwand, die auch ohne Sicherheitsgurt benutzt werden darf.

Nina und Nico haben Spaß, genauso wie Janina und Jessica. Die Schwestern turnen auf einem sechs Meter hohen Klettergerät herum, das Helfer des DAV eigens für die Veranstaltung an der Südwand des Kletterturmes befestigt haben. Es wirkt wie eine überdimensionale Strickleiter. Fünf Holzbalken bilden die Holme, die in einem Abstand von jeweils einem Meter an Stahlseilen hängen. Da ein Kind die einzelnen Holme alleine meist nicht erreichen kann, ist Teamwork gefragt - und die gute alte Räuberleiter. Janina und Jessica stehen (selbstverständlich gesichert!) auf dem zweiten Holm und lassen Lennart auf ihre Knie steigen.

Der Junge hangelt sich auf den dritten Holm und reicht Jessica die Hand, damit sie eine Stufe höher gelangt. Schließlich stehen die Kinder in sechs Metern Höhe auf dem fünften Holm und blicken hinunter auf die Dächer mehrerer Einfamilienhäuser. Was für ein Spaß - Jessica strahlt!

Der Kletterturm in Dortmund-Dorstfeld ist frei zugänglich, Veranstaltungen des Alpenvereins haben jedoch Vorrang. Wenn Sie sich und/oder Ihr Kind zu einem Kletterkurs anmelden möchten, erfahren Sie montags und donnerstags von 14.00 bis 17.30 Uhr bei der Sektion Dortmund e.V. des Dt. Alpenvereins die Trainingszeiten. Telefon: 0231/1 68 66

Bilderstrecke: Ausflugsziele: Kletterturm Dorstfeld

Ein Mann hält einen Kletterschuh in der Hand. 10 Bilder
Die richtige Ausrüstung ist Voraussetzung für großen Kletterspaß.

Kontakt

Kletterturm am Hannibal

44149 Dortmund

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