Dortmund überrascht. Dich.
Anton Goldkuhle im Gespräch mit Kindern

Familienportal

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Barbara Nobis

Mehrgenerationen-Wandertag – Naturlehrpfad Alte Körne

Vom Waldopa lernen, dass der Mensch die Natur braucht Kinder wanderten einen Tag lang auf dem Naturlehrpfad "Alte Körne"

Von Barbara Nobis

27 Menschen im Alter zwischen 3 und 76 Jahren stehen im Kreis, halten sich an den Händen und singen Zeile für Zeile das "Gute-Laune-Lied" des 76-jährigen Anton Goldkuhle nach. Er ist Mitglied des Initiativkreises "Naturlehrpfad Alte Körne". Die Famili-en sind nach Scharnhorst gekommen, weil die Senioren-Wanderführer zum "Tag im Wald" eingeladen haben.

Kinder machen Zwischenstopp an einem Weiher

Der fünfjährige Torge und seine dreijährige Schwester Zoé machten einen kurzen Zwischenstopp bei einem Weiher. Er entstand, weil der Naturlehrpfad "Alte Körne" inmitten eines Bergsenkungsgebiets liegt.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Barbara Nobis

Nun ja, bei dem heutigen Waldausflug handelt es sich um einen so genannten Generationen-Wandertag. Das besagen die gelben Schilder, die Anton Goldkuhle und die beiden anderen Waldführer an die Familien verteilen. Zudem kokettiert Anton Goldkuhle bei der Vorstellungs-runde mit seinem Alter: "Wer meinen Namen vergessen hat, darf mich Waldopa nennen." Die Kinder und Erwachsenen schmunzeln. Senior-Wanderführer Goldkuhle gibt sich humorig, hat aber dennoch ein ernstes Anliegen: Er will das Interesse der Kinder am Naturschutz wecken.

Deshalb macht Anton Goldkuhle die Familien gleich zu Beginn auf das Motto des Wandertages aufmerksam: "Die Natur kann ohne uns Menschen leben, wir Menschen aber nicht ohne die Natur." Der Senior erklärt den Kindern anhand einer Wandertafel, dass es sich beim Naturlehrpfad um einen zirka sieben Kilometer langen Rundweg handelt: "Aber keine Angst, die Wanderung wird Euch nicht zu sehr anstrengen. Die Wege sind sogar für Menschen mit Be-hinderungen geeignet", verspricht Goldkuhle. Das freut die neunjährige Rita, die eigentlich nicht gerne spazieren geht ebenso wie den 4-jährigen Rafael, der seine Picknick-Decke in die Höhe stemmt: "Waldopa, die habe ich mitgebracht", ruft der Kleine. "Sehr schön", lobt der Se-nior, "da kannst du dann in der ersten Pause dein Kotelett drauf essen."

Dem 4-Jährigen scheint die Antwort zu gefallen; er strahlt und heftet sich an Anton Goldkuhles Fersen, nachdem die Familien losmarschiert sind. Der gerade Kiesweg führt David und Johann, beides agile Siebenjährige, durchs Feuchtbiotop. Es geht vorbei an Hecken aus Springkraut und Brennnesseln: "Wetten, dass ich mich traue, die zu essen?" sagt David und zwirbelt ein Brennnesselblatt zwischen seinen Fingern. "Die Brennnesseln würde ich nicht essen", rät Anton Goldkuhle, der das Gespräch der Kinder gehört hat: "Die Hunde, die hier herumlaufen, machen ihr Pipi in den Brennnesselhecken." Danach gibt der Senior sein Generationen-Wissen weiter: "Früher haben die Leute Brennnesseln als Salat oder Gemüse verwendet."

Familien wandern auf den Wegen des Naturlehrpfads "Alte Körne"

Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Barbara Nobis

Im nächsten Moment lenkt Rafael die Aufmerksamkeit von Anton Goldkuhle auf einen Nistkasten hoch oben im Baum. Der Wanderführer nutzt den Moment für eine humorvollen Vortrag über die Vögel, die in diesem Waldabschnitt leben: "Das hier ist eine Luxuswohnung für Buntspechte." Dabei zieht er aus seinem Rucksack das Bild eines Buntspechtes hervor.

Als die Kinder am Wegesrand einen Baumstamm entdecken, an dem Pilze wachsen, lernen sie von Anton Goldkuhle, dass selbst dieser tote Baum der Natur noch nützt: "Der Stamm, den die Pilze zersetzen, dient unter anderem als Insektenhotel. So lebt in der Natur alles von allem."Nach der kurzen Erklärung geht es weiter durch den Buchen- und Eichenwald. Mittlerweile wandert der vierjährige Rafael an der Hand von Anton Goldkuhle. David und Johann sammeln Eicheln und Schnecken und suchen immer wieder das Gespräch mit dem Senior. Die Sonne strahlt durch das grüne Blätterdach, die Luft ist angenehm kühl. Fast scheint es, als wäre ein Großvater ganz entspannt mit seinen Enkeln unterwegs. Auch Rita, die nicht gerne spazieren geht, findet es im Wald toll. Sie steht vor einer Brombeerhecke und sucht nach reifen Früchten: "Hier ist alles so grün, echt cool".

Kinder beim Eichelsammeln in dem ausgetrockneten Bachlauf "Alte Körne"

Johann (vorne) und David (weiter hinten) beim Eichelsammeln in dem ausgetrockneten Bachlauf "Alte Körne".
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Barbara Nobis

Kaum hat das Mädchen ein paar Beeren gepflückt, bittet Wanderführer Anton Goldkuhle die Kinder unter eine 20 Meter hohe Buche: "Versucht doch mal, den Baum umzuschubsen".
Die Kinder stemmen sich mit all ihrer Kraft gegen den Stamm. Der Senior erklärt, warum nichts passiert: "Der Baum kippt nicht um, weil er ganz viele Wurzeln hat. Wenn man die aneinanderlegt, reichen die von Dortmund-Kurl bis zur Reinoldikirche und wieder zurück". erklärt der Senior. Außerdem erfahren die Kinder, dass die durchschnittlich 600.000 Blätter eines Buchenbaums ausreichen würden, um jedem Dortmunder ein Blatt zu schenken. Ab-schließend fügt Anton Goldkuhle hinzu: "Könnt Ihr Euch vorstellen, was für eine Menge Sauerstoff so ein Laubbaum produziert?"

Die kurzen, kindgerechten Vorträge bringen die Kinder zum Staunen. Dazwischen bleibt den jungen Wanderern genug Zeit, um für sich die Natur zu entdecken: Sie freuen sich über Schmetterlinge und kleine Schnecken am Wegesrand. Auf diese Weise werden die Kinder nicht nur zu Forschern und Entdeckern, sie werden auch zu engagierten Umweltschützern. David und Johann sind empört, als sie sehen, dass mehrere der 25 großen Infotafeln von Spray-ern verunstaltet wurden. "Kannst du dich hier nicht nachts verstecken oder Kameras anbringen?" fragt David. Anton Goldkuhle erklärt dem Jungen geduldig, warum das nicht geht.

Nach zweieinhalb Stunden im Wald ist Zeit für die erste Rast, bei der Rita und Johann ein ers-tes Fazit ziehen: "Das ist ein echt netter Ausflug". Der Tag bleibt nett, dafür sogen die Organisatoren. Sie haben ein Tier- und ein Baumrätsel vorbereitet, das die Eltern gemeinsam mit ihren Kindern lösen. Bei der zweiten Rast bauen die Kinder eine provisorische Holzbrücke und tollen herum.

Der Generationenwandertag endet, wie er begonnen hat: 27 Menschen stehen im Kreis und halten sich an den Händen. Aber jetzt gucken Mila und Zita nicht mehr verwundert zu ihren Eltern, weil sie wissen, dass dies der Abschluss eines rundum gelungenen Tags im Wald ist.

Bilderstrecke: Ausflugsziel: Mehrgenerationen-Wandertag

Menschen bilden einen Kreis und fassen sich an die Hände 14 Bilder
Zu Beginn des Generationenwandertages auf dem Naturlehrpfad “Alte Körne” bildeten Menschen zwischen 3 und 76 Jahren einen Kreis und fassten sich an den Händen. Danach wurde gesungen.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Barbara Nobis

Kontakt

Initiativkreis Naturlehrpfad "Alte Körne"

Dortmund
Öffnungszeiten:

Naturlehrpfad durchgehend geöffnet

Geeignet für Kinder ab 6 Jahren

Zugang von Scharnhorst:
Kafkastraße /Werzenkamp
44328 Dortmund

Zugang von Kurl:
Kurler Straße /Werimboldstraße
44319 Dortmund

Familienportal