Dortmund überrascht. Dich.
Modell eines großen Dinosauriers.

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Museum für Naturkunde

Wann entstanden die Erde und der Homo sapiens? Wann starben die Dinosaurier aus? Welche Tiere lebten während der Eiszeit? Um dies zu erfahren, könnten Kinder ein Sachkundebuch lesen. Eine spannende Alternative ist der Besuch des Naturkundemuseums in Dortmund.

Von Barbara Nobis

Hier durften kürzlich 15 Kinder auf Einladung des Familien-Projekts die Menschheitsgeschichte im wahrsten Sinne des Wortes aufrollen - und zwar anhand eines zwanzig Meter langen Seils. Alexandra und Niklas stehen auf der grünen Wiese in unmittelbarer Nähe des Museumseingangs. Zu zweit wickeln sie eine rote Schnur von einer dicken Rolle. "Der Punkt, an dem Ihr steht, markiert den Beginn der Erde. Das war vor rund viereinhalb Milliarden Jahren", sagt die Museumspädagogin Sabine Heyduk und lotst die Kinder zehn Meter weiter zum nächsten Haltepunkt; dorthin, wo vor rund 2,3 Milliarden Jahren die ersten Wasserbakterien die Erde überschwemmten.

Kleine Playmobil-Spielfiguren.

Wann lebten die ersten Menschen auf der Erde?

Weiter geht's. Bei der nächsten Station vor rund 600 Millionen Jahren existierten bereits die Fische. Und was kam nach den Fischen? Klar, erst die Dinosaurier und danach die Menschen. Aber wann war das genau? Die Kinder sollen zusammen mit ihren Eltern die jeweiligen Zeitpunkte schätzen. Deshalb verteilt die Museumspädagogin kleine Plastikdinosaurier und Playmobil-Figuren. Sie bittet die Kinder, die Figuren am entsprechenden Seilstück aufzustellen.

Dinos und Playmobil-Männchen

Die Kinder wuseln durcheinander. Alexandra und Niklas sind zwischenzeitlich wieder bei der Gruppe und diskutieren über die Platzierung des quietschgelben Playmobil-Mannes. "Baut das Männchen noch weiter zum Seilende hin auf", rät die Mutter. Alexandra und Niklas rücken die Figur noch ein Stückchen weiter. Trotzdem sind es noch rund 20 Zentimeter bis zum Seilende. Schließlich löst die Museumspädagogin das Rätsel: "Die Dinos habt Ihr super platziert; sie lebten vor 225 Millionen Jahren und starben vor ca. 65 Millionen Jahren aus."

Mit der Aufstellung der Playmobil-Männchen ist die Museumspädagogin nicht ganz einverstanden: "Die Männchen müssten ganz an das Ende des Seils. Denn bei den Menschen konzentriert sich alles auf den letzten Zipfel." Die Kinder staunen. Der Mensch krönt den letzten Zipfel eines zwanzig Meter langen Seils. Sabine Heyduk leitet zum nächsten Thema über, die Eiszeit: "Wisst Ihr, wann der Kinofilm "Ice Age" spielt? Das war vor 2 Millionen Jahren." Die Jungen und Mädchen betrachten das Seil. Die Eiszeit wird zum überschaubaren Teil eines Seilstücks - didaktisch ein anschauliches Kunststück!

Unter dem wachsamen Blick eines fünf Meter hohen Iguanodon-Saurier- Modells beginnt die Museumsführerin ein Frage- und Antwortspiel, das ein bisschen an den Sachkundeunterricht in der Schule erinnert. "Was wisst Ihr über die Eiszeit? War das Eis auch hier im Ruhrgebiet?" Sobald die Kinder keine Antwort wissen, sind die Eltern gefragt. Doch die schweigen oft betreten - der Sachkundeunterricht liegt ja soweit zurück! Unbeirrt davon erklärt Sabine Heyduk ihren jungen Museumsgästen, dass die letzte Eiszeit vor 11.500 Jahren zu Ende ging und dass das Ruhrgebiet während der Saale-Eiszeit von einer 150 Meter dicken Eisschicht bedeckt wurde. Darüber hinaus präsentiert die Museumspädagogin den Kindern Steine, die von Skandinavien nach Deutschland geschwemmt wurden.

Kopf eines Tyrannosaurus Rex.

Vor Millionen Jahren ausgestorben, aber immer noch faszinierend.

Besser als Schule

Immer wieder ermuntert die Museumspädagogin die Eltern, zusammen mit ihren Kindern dem "Rätsel Eiszeit" auf den Grund zu gehen. So verteilt sie zerlegte Puzzle-Bilder, die Tiere der Eiszeit zeigen, etwa ein Mammut oder einen Höhlenbären. Jan und Finn versuchen zusammen mit ihrer Mutter einen Elch zusammenzubauen. Da das Bild nur das Skelett eines Tieres darstellt, ist das keine leichte Aufgabe. Hier sind Konzentration und Teamarbeit gefragt! "Das ist kein Elch, das ist ein Hirsch", vermutet der zehnjährige Jan. "Dann geh mal gucken, wie das Geweih eines Hirschen aussieht", bittet die Mutter ihren Sohn. Zehn Minuten lang schiebt die Familie die Puzzleteile hin und her. Lange rätseln Jan und Finn. Ist es ein Elch oder ein Hirsch? Keins von beiden stimmt. Das Bild zeigt ein Rentier.

Auch bei der folgenden Quizrunde zu Mammut, Steinbock und Wollnashorn sind die Kinder konzentriert bei der Sache. "Ihr habt super mitgearbeitet", lobt daher Sabine Heyduk die Kinder am Ende der Führung. Auch Jan ist mit dem lehrreichen Nachmittag zufrieden: "Das war viel besser als Schule, weil die hier viel mehr Spiele gemacht haben."

Bilderstrecke: Ausflugsziel Naturkundemuseum

Bild 14 Bilder
Die Museumspädagogin erklärt den Kindern die Eiszeit.

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