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Coronavirus

Stadt schätzt Corona-Lage in Dortmund ein - Maßnahmen bleiben bestehen

Nachricht vom 20.04.2021

Die Inzidenz steigt, genauso wie die Zahl der stationär behandelten Covid-Patient*innen. Betroffen sind vermehrt junge Dortmunder*innen. Über-60-Jährige können sich aktuell für einen Impftermin mit AstraZeneca anmelden. Einen Überblick über die Corona-Lage hat die Stadtspitze am 20. April gegeben.

Kamera steht vor dem Verwaltungsvorstand

Der Verwaltungsvorstand informierte im Rahmen einer Pressekonferenz über die Corona-Lage.
Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Dortmund-Agentur / Elena Hesterkamp

Die Corona-Zahlen in Dortmund steigen weiterhin an. Die Sieben-Tages-Inzidenz liegt mit 206 (Stand 19. April) über dem Durchschnittswert in Nordrhein-Westfalen (168,4). Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Renken machte mit Blick auf den Inzidenzwert deutlich, dass dieser ohne Impfungen deutlich höher liegen würde. "Hätten wir keine so gute Durchimpfung in der Altersgruppe über 80, würde die Inzidenz bei ungefähr 230 liegen", so Renken.

Mehr junge Corona-Patient*innen in Krankenhäusern

Dass ein großer Teil der alten Menschen inzwischen geimpft sei führe darüber hinaus zu geringeren Todeszahlen. Auf der anderen Seite befinden sich in Dortmund aktuell 130 Covid-19-Patient*innen in stationärer Behandlung. "Ich gehe davon aus, dass diese Zahl auf 170 oder 180 ansteigen und somit wieder einen Höchststand erreichen wird. Das Durchschnittsalter der Patient*innen hat sich verringert und somit auch die Verweildauer auf den Stationen. Bei den über 80 jährigen Covid-19-Patient*innen war die Sterblichkeit höher und somit die Verweildauer kürzer", erläuterte Dr. Renken und ergänzte: "Wir unterschätzen aktuell unsere Inzidenz. Es sind eigentlich mehr Jüngere betroffen und diese müssen vermehrt auch intensiv behandelt und beatmet werden."

Beobachtungen zu Virusvarianten

Der Anteil der südafrikanischen und brasilianischen Virusvarianten am Infektionsgeschehen hat nicht zugenommen. Hier ist inzwischen bundesweit die britische Variante dominierend, die eine stärkere Übertragbarkeit als der sogenannte Wildtyp, also der Ursprungsvirus, aufweist. Dr. Renken erläuterte Beobachtungen, die darauf hinweisen, dass eine nach einer Infektion mit dem Wildtyp des SARS-CoV-2 ausgebildete natürliche Immunität eine Infektion mit einer neuen Virusvariante nicht zwingend verhindere. Es gebe Fälle mit sogenannten Reinfektionen, bei denen Personen sich zuerst mit dem Wildtyp und einige Monate später mit einer Variante infiziert hätten. Der Krankheitsverlauf sei dann aber milder als bei der Erstinfektion. Mit Blick auf das Auftreten der brasilianischen Variante sagte Dr. Renken: "Es gibt Hinweise darauf, dass diese Variante von Antigen-Tests, also Schnelltest, nicht erkannt wird und auch Vermutungen, dass die Impfstoffe bei dieser Variante nicht in dem Maße wirken könnten. Das ist grundsätzlich besorgniserregend, aber in Dortmund sind bisher nur drei Fälle bekannt."

Impfangebot für Über-60-Jährige

Die Sonderimpfaktion für die Altersgruppe über 60 läuft aktuell weiter. Über-60-Jährige haben zurzeit die Möglichkeit, sich telefonisch (Tel. 0800-588962 0800-5889626) oder online (impftermin.dortmund.de) für einen Impftermin im Impfzentrum Dortmund anzumelden. Aufgrund der Tatsache, dass der Impfstoff von AstraZeneca nur noch an diese Altersgruppe verimpft werden darf, stehen noch einige Dosen zur Verfügung. "Von 5.500 Terminen sind bisher 40 Prozent gebucht", so Krisenstabsleiterin Birgit Zoerner. "Bezüglich der Termintreue haben wir zuletzt gute Erfahrungen gemacht. Die 'No-Show-Rate' lag nur bei durchschnittlich vier Prozent."

Stadt will festgelegte Maßnahmen verlängern

Mit Bezug auf die Corona-Maßnahmen erklärte Rechtsdezernent Norbert Dahmen, dass die Änderung des Infektionsschutzgesetzes noch Ende dieser Woche in Kraft treten könnte. Anders als am letzten Dienstag angenommen, hatte der Bundestag vergangene Woche keinen Beschluss gefasst. Zudem sei das vorgeschlagene Maßnahmen-Paket, welches einen bundesweiten Mindeststandard gewährleisten solle, in Teilen noch geändert worden. So sollen Schulen nicht erst ab einer Inzidenz von 200, sondern 165, schließen und eine Ausgangssperre von 22:00 bis 5:00 Uhr gelten, wobei beispielsweise Joggen bis Mitternacht erlaubt sein soll.

Daran anschließend erklärte Oberbürgermeister Thomas Westphal, die Stadt Dortmund werde die Landesriegung noch am 20. April über den Plan, die städtische Allgemeinverfügung fortzuschreiben, informieren. Die Möglichkeit eines Einkaufs mit Termin und Negativ-Test ("Click & Meet") solle weiterhin ausgesetzt bleiben, ebenso sollen Museen und andere Kultureinrichtungen geschlossen bleiben. Auch städtische Sportplätze sollen gesperrt bleiben und Gruppensport mit Kindern unter 14 Jahren nicht gestattet. Dieser Entscheidung sei eine Gesamtabwägung vorausgegangen, so Zoerner, bei der man zu dem Schluss gekommen sei, dass das Infektionsrisiko dabei zu hoch sei. Die Kinder hielten nicht unbedingt den Mindestabstand ein und könnten Infektionen symptomfrei in die Familien tragen.

Schulen weiter im Distanzunterricht

Westphal betonte, der Unterricht in Dortmund werde nächste Woche im Distanzunterricht fortgeführt. "Ich kann alle Eltern, Schüler*innen und Lehrkräfte komplett verstehen, für die die Situation schwierig ist. Doch wir müssen uns das jetzt gegenseitig abverlangen, damit uns das Infektionsgeschehen nicht wieder wegläuft und wir mit Disziplin und Impfungen aus dieser Situation herauskommen. Und mein Eindruck ist nach wie vor, dass die Mehrheit der Dortmunder*innen das so sieht und sich daran halten will", so der Oberbürgermeister.

Bezüglich der Situation in den Kitas erklärte Kinder- und Jugenddezernentin Daniela Schneckenburger, Ende vergangener Woche seien 9.600 Betreuungsplätze in Anspruch genommen worden, in der Woche davor aber noch 12.000. Was eine Rückzahlung von Kita-Gebühren betreffe, sei das Land NRW bisher nicht mit entsprechenden Plänen auf die Kommunen zugekommen.

Text: Elena Hesterkamp

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.

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