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Projekt Eltern stärken - Elternbildung - Bildung & Förderung - Jugendamt - Familie & Soziales - Leben in Dortmund - Stadtportal dortmund.de

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Jugendamt

Familie aus Papiermännchen
Bild: pixelio / S. Hofschlaeger

Projekt ELTERN STÄRKEN

Ein Bildungskonzept für alle Dortmunder Eltern und Erziehungsberechtigte

Die meisten Eltern handeln in der Überzeugung, das Beste für ihre Kinder zu tun. Dabei stoßen sie immer wieder an Grenzen. Um diese Anforderungen in der Kindererziehung bewältigen zu können, suchen Eltern heute mehr denn je Halt und Unterstützung.

"Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig (Tschöpe-Scheffler, "Konzepte der Elternbildung", 2005)." Mit der Verabschiedung des Gesetzes zum Recht des Kindes auf eine gewaltfreie Erziehung im Jahr 2000 (§1631, II BGB) wurden die Träger der Jugendhilfe verpflichtet, Erziehungsberechtigten Unterstützung in ihrer Erziehungsverantwortung anzubieten. Denn Familien brauchen statt Vorwürfen und Schuldzuweisungen Verständnis und Unterstützung im Zusammenleben.

Das Jugendamt Dortmund hat seit 2001 Elternbildung zu einem seiner Schwerpunkte gemacht. Erklärte Absicht ist die Stärkung der Erziehungskompetenz der Eltern. Fernziel ist die Schaffung eines möglichst breiten Bildungs- und Beratungsangebotes für Eltern & Erziehungsberechtigte. Eine den Fachbereich übergreifende Arbeitsgruppe des Jugendamtes stellte nach einer Bestandsaufnahme die organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen für die Ausbildung zu Dialogbegleitern in der Elternarbeit bereit. Gearbeitet wurde und wird nach dem Konzept ELTERN STÄRKEN - Ermutigung zum Dialog". Dieses Konzept basiert darauf, Eltern zu einem Dialog einzuladen, in dem sie nicht bevormundet, sondern durch den sie befähigt werden, möglichst eigene Antworten und Einsichten auf ihre Erziehungsfragen zu finden.

Das Konzept ELTERN STÄRKEN beschreibt in erster Linie eine Grundhaltung Eltern gegenüber. Es ist darüber hinaus der Titel der Elternseminare des Jugendamtes Dortmund sowie Programm der Ausbildungsgänge für neue Dialogbegleiter.

Grundlagen/Ziele

"Alles wirkliche Leben ist Begegnung." Martin Buber

Die spezielle Qualität der Dialogischen Elternseminare stellt die einzigartige Existenz eines jeden Menschen in das Zentrum des Geschehens. Ihnen liegt die Haltung zugrunde, dass es gelingen kann, Eltern und Erziehungsberechtigen durch den Dialog Mut zu machen und gegen alle Schuld- und Versagensgefühle das Vertrauen in die eigene Urteilsfähigkeit und damit das Gespür für den eigenen "richtigen" Weg wieder zu finden. Das macht sie langfristig unabhängiger vom Urteil sogenannter Experten und deren Wissen und das stärkt sie.

Im Titel ELTERN STÄRKEN verbinden sich einerseits die Grundannahme, dass Eltern die eigenen Stärken bereits in sich tragen, also die besten Experten in eigener Sache sind und andererseits das Ziel, diese mit der Begleitung im Dialog wieder zu finden.

Unter Dialog in der Elternbildung wird der gemeinsame Austausch unter gleichwertigen und gleichwürdigen Partnern verstanden.

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Im gemeinsamen Denkprozess suchen die Teilnehmer Antworten auf erzieherische Fragen.

Eltern lernen im Dialog voneinander. Der Dialog meint nicht das bloße Reden und Streiten miteinander. Er bezieht eine bestimmte Grundhaltung zu anderen Menschen grundsätzlich und radikal gegenüber mit ein.

  • Der Dialog schafft einen sicheren, (vor)-urteilsfreien und bewertungsfreien Raum.
  • Der Dialog lädt zu einem ehrlichen Austausch ein. Das Gelingen und Scheitern in der Erziehung wird thematisiert.
  • Dialog bietet Raum durch Experimente für neues Lernen und Verstehen.
  • Es geht nicht um idealtypische pädagogische Leitbilder, im dialogischen Lernfeld sollen Eltern ihr Wissen und ihre Erfahrung wieder finden und schätzen lernen.

Es geht nicht um das Messen am Ideal und an pädagogischen Leitbildern, sondern darum, dass Eltern ihr Wissen und ihre Erfahrung wieder finden und wieder schätzen lernen, wo sie wieder Vertrauen in ihre Intuition bekommen können.

  • Im Dialog schaffen wir also einen Schonraum.
  • Wir beschämen die Eltern nicht,
  • nehmen Eltern mit ihrem ganzen Wesen an,
  • achten ihre Einzigartigkeit und Würde,
  • achten die Leistung ihrer alltäglichen Erziehungsarbeit,
  • achten das Wissen und die Kompetenz der Eltern,
  • wir führen mit ihnen einen gleichwürdigen Dialog,
  • sind als Dialogbegleiter nicht besser als die Eltern.

In den Dialogischen Seminaren trainieren wir als Begleiter nicht einzelne vorgegebene ideale Verhaltensweisen, sondern sind bemüht das Vertrauen der Eltern in ihre eigene Intuition zu fördern.

Diese Haltung ist, anders als der Erwerb methodischer Kompetenzen, ein Teil der eigenen Persönlichkeit und der eigenen Schlüsselkompetenzen.

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Die unten abgebildeten "Kernfähigkeiten für den Dialog" helfen, den Dialogprozess zu verstehen und nachzuvollziehen. Sie wurden von Freeman Dhority und Martina & Johannes Hartkemeyer ursprünglich entwickelt.

Kernfähigkeiten für den Dialog:

  • Die Haltung eines Lerners verkörpern
  • Radikalen Respekt zeigen für andere Menschen
  • Sich öffnen für neue Sichtweisen und Überzeugungen
  • Von Herzen sprechen
  • Zuhören und verstehen wollen
  • Den Dialog verlangsamen
  • Eigene Annahmen und Bewertungen in der Schwebe halten
  • Den Denk-Prozess offen legen
  • Eine erkundende Haltung üben
  • Sich selbst als Dialogbegleiter aufmerksam beobachten

Modifiziert nach:

M. & J.F. Hartkemeyer, F. Dhority, 2002, Miteinander Denken - Das Geheimnis des Dialogs, Seite 78 bis 95

Von diesen Kernfähigkeiten wurden die unten stehenden Dialog-Regeln abgeleitet:

  • Jede und Jeder genießen den gleichen Respekt
  • Ich vertraue mich neuen Sichtweisen an.
  • Ich mache mir bewusst, das meine "Wirklichkeit" nur ein Teil der ganzen "Wahrheit" ist.
  • Ich genieße das Zuhören.
  • Ich brauche niemanden von meiner Sichtweise zu überzeugen.
  • Wir verzichten auf eine einvernehmliche Lösung.
  • Bevor ich rede, nehme ich mir einen Atemzug Pause.
  • Ich rede von herzen und fasse mich kurz.
  • Ich nehme Unterschiedlichkeit als Reichtum wahr

(© 2004, Johannes Schopp)

Kontakt

Jugendamt Dortmund - Kinder- und Jugendförderung - Referat ElternbildungJohannes SchoppLeiter
510
44122 Dortmund
Erwachsenenbildner, Dialogprozess-Begleiter (Facilitator)
Telefon: 0231 50-25956
E-Mail: jschopp@stadtdo.de
Symbol: Kontakt

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