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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Coronavirus

Stadtspitze besorgt: "Das Infektionsgeschehen ist extrem hoch"

Nachricht vom 18.01.2022

Die Zahl der positiven Schnelltests steigt und auch die Ansteckungsrate macht deutlich: Die Infektionswelle in Dortmund klingt nicht ab. Zur Verstärkung im Gesundheitsamt werden erneut Soldat*innen eingesetzt.

Omikron treibt Inzidenzen in die Höhe - Interview mit Gesundheitsamtsleiter Quelle: YouTube

Die Virusvariante Omikron hat die Stadt Dortmund fest im Griff. Die Zahl der Neuinfektionen ist im Vergleich zur Vorwoche gestiegen, ebenso die Inzidenz, wie Gesundheitsdezernentin Birgit Zoerner am Dienstag, 18. Januar, berichtete. "Es sind aktuell sehr hohe Zahlen zu sehen, in der Vergangenheit war das noch nicht einmal annäherungsweise so."

Beruhigend sei aber die Lage auf den Intensivstationen und die Erkenntnis, dass geimpfte Infizierte oftmals einen milden Verlauf hätten. "Umso wichtiger ist daher die Impfung." In der abgelaufenen Woche verzeichnete die Stadt laut Zoerner 4.207 Impfungen: "Das ist erfreulich aber nicht im Vergleich zu den Spitzenzeiten im vergangenen Jahr, als wir deutlich über 5.000 lagen."

Bundeswehr unterstützt Gesundheitsamt

Seit Montag, 17. Januar, helfen im Gesundheitsamt wieder Soldat*innen aus. 20 Einsatzkräfte der Bundeswehr arbeiten nun im Gesundheitsamt und übernehmen unterschiedliche Aufgaben. Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Renken nannte als Beispiele die Fallermittlung oder die Ermittlung von Kontaktpersonen. "Wir bemühen uns darum, dass etwa die Quarantäne-Entscheidung für Schulklassen nicht zu groß wird. Dann muss Kontakt aufgenommen werden, um zu besprechen, wie die Corona-Kontaktsituation jeweils lief." Im Gesundheitsamt seien die Verfahren arbeitsaufwändig, weil das Meldesystem noch nicht vollständig automatisiert sei.

Renken informierte ebenfalls über die neueste Quarantäneverordnung des Landes NRW und die daraus entstehende Situation an den Teststellen und in den Laboren: Wenn heute 700 Menschen neu infiziert seien, dann könnten diese sich in sieben Tagen ein Testergebnis (Schnelltest oder PCR-Test) holen. Zusätzlich zu diesen 700 Fällen sei die Zahl der Kontaktpersonen derzeit etwa fünfmal so hoch. "Wir haben aktuell etwa 2.000 Menschen, für die wir Tag für Tag einen Test anbieten müssen. Das können wir als Stadt nicht mehr leisten, die Kapazitäten sind ausgeschöpft."

Er betonte: "Durch Omikron haben wir einen so schnellen Aufwuchs bei den Testanfragen, dass wir bei den Laboren an die Grenzen kommen. Jetzt zeigt sich: Labore sind nicht gerüstet für dauerhafte PCR-Pooltests an Kitas und Schulen, sondern für medizinische Einzelfälle. Für diese Situation kann niemand etwas - außer Omikron."

An Bürger*innen appellierte er, nicht nur die städtische Corona-Teststelle an der Bornstraße für PCR-Testungen anzusteuern. Wenn jemand Symptome habe, so müsse er sich zuerst an eine*n Arzt*Ärztin wenden. Bei einer roten Warnung in der Corona-Warn-App habe man zwar einen Anspruch auf einen kostenlosen PCR-Test. Es seien aber auch Praxen und private Teststellen berechtigt, so einen Test vorzunehmen.

Inzidenz in einer Altersgruppe über 2.000

Mit Blick auf die positiven Schnelltests sagte Renken, so hohe Werte wie aktuell habe es noch nie gegeben. Der sogenannte R-Wert, der die Ansteckungsrate abbildet, liege konstant bei über 1. "Die Infektionswelle klingt also nicht ab, die Fallzahlen steigen." Die Inzidenz bei den 11- bis 15-Jährigen liege bei 2.008 und sei damit fast dreimal so hoch wie der Inzidenzwert für ganz Dortmund. "Alle Altersgruppen bis 40 Jahre haben eine Altersinzidenz deutlich über dem Schnitt der Stadt." Einen massiven Sprung bei der Inzidenz verzeichneten die Nordstadt und Eving, danach die Innenstadtbereiche. "Wir haben ein teils massives Infektionsgeschehen in der Stadt."

Wegen des extremen Infektionsgeschehens hat die Stadtverwaltung ein besonderes Auge auf die sogenannte kritische Infrastruktur. Krisenstabsleiterin Zoerner berichtete, unter anderem sei die Lage bei der Feuerwehr angefragt worden. Dort habe es in der vergangenen Woche bis zum Stand 18. Januar vier Quarantänefälle gegeben "Wir erwarten also keinerlei größere Probleme in den nächsten Tagen. Die Zahlen zeigen auch, dass die Hygienekonzepte vor Ort funktionieren - das ist sehr beruhigend."

Text: Larissa Hinz

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Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.

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