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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Coronavirus

Dortmunder Inzidenz liegt bei über 1.000 - Omikron weiter auf dem Vormarsch

Nachricht vom 25.01.2022

Die stetig steigenden Infektionszahlen in Dortmund sowie Vorbereitungen auf die geplante Impfpflicht beherrschen die Arbeit der Stadtverwaltung. Das Gesundheitsamt arbeitet auf Hochtouren, PCR-Tests werden rar und immer mehr Schulen und Kitas müssen vorübergehend schließen.

Die Zahlen zum Coronavirus steigen unverändert in Dortmund. Mit einer Inzidenz von 1.202 am Dienstag, 25. Januar, liegt die Stadt weiter über den Bundes- und Landes-Inzidenzen von 894,3 und 867,5. Auch die Fallzahlen aus den Stadtbezirken zeigen die massive Ausbreitung des Virus im gesamten Stadtgebiet: Nördlich gelegene Bezirke wie Eving, Innenstadt Nord, Scharnhorst, Huckarde und Mengede liegen mit ihrer Inzidenz zwischen 1.000 und 1.800, alle weiteren Stadtbezirke zwischen 700 und 1.000.

Zwar gingen die derzeitigen Infektionen in den meisten Fällen nur mit leichten Symptomen einher, da ein Großteil der Dortmunder*innen bereits einen Impfschutz habe, erklärte Krisenstabsleiterin Brigit Zoerner bei einer Pressekonferenz der Verwaltungsspitze. Trotzdem sei bereits ein Zuwachs bei den Intensivpatient*innen in den Krankenhäusern erkennbar. Beunruhigend, so Zoerner, sei der Anstieg der Krankenhauszahlen jedoch nicht. Es liegen derzeit keine Überlastungsanzeigen aus den Krankenhäusern vor, jedoch gehen die steigenden Infektionszahlen nach wie vor mit einer angespannten Personalsituation im Dortmunder Gesundheitsamt einher.

Welle flacht schätzungsweise in zwei bis drei Wochen ab

Dass sich am Montag, 24. Januar, auf Bundesebene gegen Lockerungen entschieden wurde, befürwortete die Krisenstabsleiterin in Anbetracht der aktuellen Lage. Gesundheitsamtsleiter Dr. Frank Renken gab eine Prognose zur Infektionslage ab: "Wir haben noch zwei bis drei sehr harte Wochen mit steigenden Inzidenzen durch Omikron vor uns, aber wenn wir die überstanden haben, wird die Welle durch eine hohe Immunität abflachen." Beunruhigend, so Renken, seien für ihn insbesondere die hohen Inzidenzen bei den Über-80-jährigen: "Es ist sehr lange her, dass wir mit einer Inzidenz von über 200 in dieser vulnerablen Gruppe zutun hatten."

Den hohen Infektionszahlen steht eine abflachende Impfquote entgegen: In der dritten Kalenderwoche 2022 gab es nur 3.652 Impfungen, davon 538 Erst-, 1.024 Zweit- und 2.090 Booster-Impfungen. Beinahe 80 Prozent der Dortmunder*innen sind vollständig geimpft, mehr als 50 Prozent bereits geboostert. "Dabei ist das Impfen nach wie vor der sicherste Schutz gegen einen schweren Verlauf", bekräftigte Renken.

Das städtische Impfangebot kann auch weiterhin ohne Termin in Anspruch genommen werden. Eine Ausnahme bilden die Kinderimpfungen - hier sind die Termine bis zum 13. Februar ausgebucht. Neben den stationären Impfangeboten läuft auch das mobile Impfen weiter, etwa am 27. Januar im Gemeindezentrum Lanstrop und am 28. Januar nach Schulschluss in der Diesterweg-Grundschule (Heroldstraße 29).

Die Impfpflicht, die zum 16. März durch die Kommunen umgesetzt werden soll, wirft bei der Stadtspitze noch viele Fragen auf. "Die Impfpflicht wird im Bundestag weiter diskutiert - wir können bisher nur abwartes, was letztendlich an die Länder herangetragen und umgesetzt wird. Was uns davon in Dortmund betrifft, können wir noch nicht sagen", so Birgit Zoerner.

Situation an Schulen und Kitas

In den Kindergärten Dortmunds sind aktuell eine Vielzahl von Gruppen geschlossen. Durch die rar gewordenen Pool-Tests wird in den Kitas darüber hinaus nur noch ein- statt zweimal die Woche getestet. Das hat laut Dr. Renken zur Folge, dass weniger positive Kinder erkannt werden, die Dunkelziffer der Infektionen also steigt.

In den Grundschulen sei, so Renken, eine extreme Zunahme positiver Pool-Testungen aufgetreten, sodass einige Schulen vorübergehend geschlossen wurden. "Die Verzögerung in den Laboruntersuchungen birgt Probleme bei der frühzeitigen Erkennung der Infektionen", schildert der Gesundheitsamtsleiter das Kernproblem. Derzeit sind in Dortmund zwei Realschulen, ein Gymnasium, sieben Grundschulen und drei Kitas geschlossen. Wegen des extrem dynamischen Geschehens werden Schulschließung täglich aktuell im Newsticker zum Coronavirus mitgeteilt .

Demo aufgrund von Bombenentschärfung abgesagt

Für Montag, 24. Januar, war eine Demonstration gegen die Corona-Regeln in Dortmund angemeldet. Diese musste aufgrund von Blindgängerfunden im Westfalenpark und der nötigen Entschärfung am selben Tag abgesagt werden. Eine Gruppe von circa 150 Menschen traf sich laut Rechtsdezernent Norbert Dahmen dennoch am Dortmunder Stadtgarten - unangemeldet. Diese spontane Versammlung wurde von der Polizei aufgelöst.

Text: Kira Hibbeln

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Mehr Informationen zum Coronavirus in Dortmund finden Sie online.

Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.

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