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Bild (Bildlizenz/Fotograf/Grafiker): Jesús González Rebordinos

Coronavirus

Dortmunder Stadtspitze rechnet nicht mit Run auf Novavax-Impfstoff

Nachricht vom 22.02.2022

Die stadtweite Inzidenz liegt wieder unter dem Wert 1.000 und auch die Zahl der Neuinfektionen geht zurück. Das begrüßt die Dortmunder Stadtspitze. Ob der Impfstoff von Novavax einen Schub bei den Impfzahlen bringen wird, bleibt abzuwarten.

Die Zahlen deuten auf Rückgang: Die Inzidenz in Dortmund liegt am Dienstag, 22. Februar, bei 984,7 - erstmals seit dem 21. Januar ist dieser Wert bei unter 1.000. Den Höchststand verzeichnete die Stadt am 3. Februar mit 2.314. Die Entwicklung lobte Gesundheitsdezernentin Birgit Zoerner am Dienstag und schaute zugleich besorgt auf die ebenfalls rückläufigen Impfzahlen: Dieser Trend sei nun auch bei den Kinderimpfungen zu beobachten.

Noch offene Fragen zu Novavax

Über den neuen Novavax-Impfstoff konnte Zoerner noch keine Neuigkeiten von Bund und Ländern weitergeben - es gebe aktuell weder Informationen zu Zeitpunkt noch Menge der Auslieferung in Dortmund. Klar sei aber, dass die Ausgabe zunächst ausschließlich über das kommunale Impf-Angebot erfolgen werde und zwar in der Berswordt-Halle. Bevorzugt angesprochen seien jene Personen, für die laut Paragraf 20a des Infektionsschutzgesetzes ab Mitte März eine Impfpflicht gilt - also etwa Personal in Krankenhäusern und Praxen. "Nach allen Rückmeldungen bislang, erwarten wir aber keinen Run auf das Angebot", sagte Zoerner.

Der Leiter des Dortmunder Gesundheitsamts, Dr. Frank Renken, begrüßte den Rückgang der Neuinfektionen ebenfalls; er sei wohl dauerhaft. Es gebe aktuell je ein Ausbruchsgeschehen in einem Krankenhaus und in einem Senior*innenheim. Alle Schulen seien geöffnet, doch mehrere Kitas hätten wegen erkranktem Personal geschlossen.

Durchseuchung schreitet voran

Über alle Altersgruppen hinweg sei ein Rückgang der Inzidenzen zu erkennen. "Der aktuelle Verlauf kommt aber nicht aus heiterem Himmel", so Renken. Eine Hochrechnung auf Basis der Omikron-Daten habe bereits vor einer Weile ergeben, dass sich zwischen dem 20. Februar und spätestens Ende Februar über 50 Prozent der Dortmunder*innen infiziert haben würden.

"Wenn ich diese hohe, quasi zeitgleiche Infektion innerhalb einer Bevölkerungsgruppe habe, dann findet das Virus nicht mehr genügend ansteckungsfähige Menschen - da ja Geimpfte wesentlich schlechter empfänglich für das Virus sind und es auch schlechter weitergeben." Er warnte aber davor, nun alle Schutzmaßnahmen fallen zu lassen. "Das Virus ist weiterhin da und es kann weiter zu schweren Fällen kommen."

Als Beispiel nannte Renken die Nordstadt, die im Vergleich zu den anderen Stadtbezirken derzeit die geringste Inzidenz verzeichne. In den ein, zwei Wochen zuvor habe die Nordstadt noch eine sehr hohe Inzidenz gehabt. Deshalb sei anzunehmen, dass es dort innerhalb eines "extrem kurzen" Zeitraums eine massive Durchseuchung gegeben habe. "Weit über 50 Prozent der Bevölkerung in der Nordstadt hat eine Infektion mit Omikron hinter sich gebracht."

Fachliche Einschätzung zur vierten Impfung

Renken gab auch eine fachliche Einschätzung zur Debatte über eine vierte und gegebenenfalls weitere Corona-Impfungen ab. Er persönlich halte auf Grundlage der aktuell verfügbaren Informationen eine Nachimpfung für einen Großteil der Bevölkerung vor sechs Monaten nicht für sinnvoll. "Wer geboostert ist, sollte sich erst einmal auf den Schutz dieser Booster-Impfung verlassen."

Vom Influenza-Impfstoff sei bekannt, dass er sich von Jahr zu Jahr verändere, weil sich auch der Erreger verändere. "Es wäre der Situation extrem zuträglich, wenn wir diese Lage auch schon für die Corona-Impfstoffe hätten. Aber das haben wir bisher definitiv noch nicht."

Text: Larissa Hinz

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Dieser Beitrag befasst sich mit Verwaltungsangelegenheiten der Stadt Dortmund. Dieser Hinweis erfolgt vor dem Hintergrund aktueller Rechtsprechung.

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